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Lesben sind immer und überall – 1. Europäische Lesbenkonferenz in Wien

Auf der European Lesbian* Conference am letzten Wochenende in Wien wurde debattiert, gefeiert und beim Lesbians* March fröhliche Sichtbarkeit gezeigt. L-MAG hat sich unter die 500 Teilnehmerinnen aus 45 Ländern gemischt!

EL*C Der Lesbians* March durch Wiens Innenstadt

Von Dana Müller

9.10.17 - „Unser Arsch ist politisch!“, verkündete Happy Mwende Kinyili während der European Lesbian* Conference (EL*C) auf der Bühne. Recht hat sie. Zwei voll gepackten Tage mit Vorträgen, Workshops und jeder Menge spannender Themen zeigten die unterschiedlichsten Perspektiven von Lesben in ganz Europa. Insgesamt nahmen (inklusive Organisation und Volunteers) 500 Lesben aus 45 Ländern und 148 Städten teil. Dieser Mix sorgte für eine wirklich spannende Stimmung; gerade die Perspektiven von vielen osteuropäsichen Aktivistinen fanden ihren Platz.

Gesprochen wurde zum Beispiel über Gewalt in lesbischen Beziehungen, Online-Aktivismus und Datensammeln, Sex und Coming-out am Arbeitsplatz. Am Ende wurden viele Fragen aufgeworfen und regten zum Nachdenken an. Wer nicht dabei sein konnte, für die gab es einen Live Stream.

Ruf nach einem europäischen L-Netzwerk

"Ich fand die Konferenz total toll", resümierte Konny Gerhardt von Lesben.org, vermisste jedoch Begegnungsmöglichkeiten außerhalb der Workshops und kritisierte: "Es gab zu wenig breite Diskussionen um das L-Sternchen und die Frage, wie es mit LGBTIQ weitergeht. Es geht doch einfach auch darum, wie Lesben sichtbar bleiben und nicht in den vielfältigen Bedürfnissen untergehen.“

Gefordert wurde zum Abschluss vom Publikum allgemein mehr Platz für Diskussionen, keinen Ausschluss von Radikal-Feministinnen, mehr praktische Tipps - und mehr Zeit. Aber auch ganz konkrete Lösungsvorschläge wurden eingeworfen, wie zum Beispiel der Ruf nach einer digitalen Plattform für ein europäisches L-Netzwerk. Evginia Giakoumopoulou, Beraterin in Europa für LGBT-Belange, schloss mit den Worten: „Ich hoffe, die EL*C hat Zukunft, denn das ist es, was wir brauchen, um etwas zu ändern.“

Laute Demo, rauschende Party, Telefonnummerntausch...

Absolutes Highlight: der Lesbians* March am Samstag. Rund 500 Lesben zogen mit bunten Bannern und lauten Parolen durch die Gassen der Innenstadt hin zum Stephansplatz. Die Trommelgruppe sorgte für die Stimmung, Passantinnen und Passenten standen staunend am Weg, fotografierten und filmten. So etwas hat Wien noch nicht erlebt – lustige, laute, singende Lesben, die durch die Straßen ziehen und der Stadt entgegenbrüllen: „Lesben sind immer und überall“ oder „Sexismus, Rassismus, Krieg und Kapital bekämpfen Lesben international!“ Am Schluss konnten die Anwesenden gar nicht genug bekommen und zogen trotz offizieller Auflösung und polizeilicher Untersagung noch einige Meter weiter.

Auf der abendlichen Party im prunkvollen Ambiente der Roten Bar im Volkstheater wurde sehr ausgelassen und ausgiebig bis in die Morgenstunden gefeiert. Einfach fantastisch, wie kontaktfreudig das internationale Publikum war – das war dann endlich das vermisste Networking-Event, bei dem sicher die eine oder andere Telefonnummer ausgetauscht wurde.

Insgesamt legte die Konferenz einen wahrlich guten Grundstein für eine lesbische internationale Vernetzung und sorgte mit dem Lesbians* March zugleich für eine praktische Umsetzung der lesbischen Sichtbarkeit. Da bleibt zu hoffen, dass die russische Aktivistin Recht behält, die bei der Abschlussdiskussion aus dem Publikum verkündete: „Ich bin mir sicher, in 40 Jahren erzähle ich jungen Lesben: ,Ich war schon 2017 in Wien bei der ersten EL*C dabei!“

europeanlesbianconference.org

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