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Lesbische Regenbogenfamilie im Aquarium

Das Londoner Aquarium Sea Life ist stolz auf seine vier gleichgeschlechtlichen Pinguinpaare. Die zwei Weibchen Marama und Rocky, seit fünf Jahren ein Paar, durften jetzt zusammen ein Ei adoptieren und bekamen Nachwuchs.

Von Karin Schupp

6.7.2019 - Ein weibliches Pinguinpaar im Londoner Aquarium “Sea Life” bekam Anfang Juli Nachwuchs: Die Eselspinguinnen Marama und Rocky, seit fünf Jahren ein Paar, durften das Ei eines anderen Pinguinweibchens adoptieren, das zwei Eier hatte und damit überfordert gewesen wäre. Geschlecht und Name des Neugeborenen sind noch nicht bekannt.

Die glücklichen Eltern wechseln sich mit der Pflege des Nachwuchses ab und bekamen vom Geschäftsführer des Aquariums höchstes Lob: „Sich um ein Neugeborenes zu kümmern, ist immer schwierig, angefangen von den schlaflosen Nächten bis hin zum ständigen Füttern“, sagte Graham McGrath in einer Presseerklärung. „Doch diese beiden wunderbaren Pinguineltern sind völlig unerschütterlich und scheinen locker damit umzugehen.“

Im Aquarium gibt's schon ein schwules Pinguin-Elternpaar

Pinguinpaare bleiben sich meist lebenslang treu, leben mongom - und sind mitnichten alle heterosexuell, weder in der Wildnis noch in Gefangenschaft. Marama und Rocky sind nicht mal das einzige gleichgeschlechtliche Paar im Londoner Aquarium, in dem 91 Pinguine leben: Dort gibt es noch drei weitere LGBT-Paare: Nadja und Zimmer, Dev und Martin und Ronnie und Reggie, die seit 2014 zusammen sind und 2015 gemeinsam den jungen Kyton aufziehen durften. 8 von 91 Pinguinen, also knapp 9 Prozent: Das ähnelt den statistischen Werten in der Menschenwelt.

Sea Life London Rechts die glücklichen Mütter Rocky und Marama, links ihr noch namenloser Nachwuchs (woher die Regenbogendeko kommt, ist nicht bekannt)

Der Zoo steht voll hinter seinen queeren Tieren: Anlässlich des London Pride am letzten Wochenende wurde im Pinguin-Gehege das Mini-Banner „Some penguins are gay. Get over it“ aufgestellt (eine Abwandlung des Homo-Spruchs „Einige Menschen sind homosexuell. Kommt damit klar!“).

Lesbische und schwule Pinguine in anderen Zoos

Schon 1998 gab's im New Yorker Zoo das schwule Paar Roy und Silo, das das Pinguinweibchen Tango großziehen durfte (die später ihrerseits eine gleichgeschlechtliche Beziehung einging) und damit die Inspiration für das Bilderbuch „Zwei Papas für Tango“ war.

Im San Francisco Zoo ziehen die Magellan-Pinguine Eduardo und Rio gerade ihr viertes Kind groß, und in einem Aquarium im neuseeländischen Auckland durfte das Königspinguinpaar Thelma und Louise 2017 ein Ei ausbrüten (wir berichteten) und bekam im Februar ein zweites Adoptivkind. Zwei Monate zuvor machten die beiden Schlagzeilen, weil sie sich offenbar auf Insemination verlegt hatten: Thelma legte überraschend ein Ei, muss sich also mit einem Männchen gepaar haben – das aber beim Brüten keine Rolle spielte: Louise kümmerte sich als Ko-Mutter vorbildlich um das Gelege, das sich allerdings als unbefruchtet entpuppte.

Auch in den Zoos von Tel Aviv, Toronto, Kent, Bremerhaven und Hamburg leb(t)en gleichgeschlechtliche Pinguinpaare und Regenbogenfamilien zusammen.


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