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Lesbisches Bauprojekt schaltet einen Gang höher

Noch vor kurzem stand das lange geplante lesbische Wohn- und Kulturprojekt in Berlin vor dem Aus, dank einer Finanzspritze der Lotto-Stiftung ist es jetzt endlich auf einem guten Weg. Leider steht die Finanzierung damit aber immer noch nicht ganz.

Unterstützerinnen des RuT-Wohnprojekts am Samstag beim Berliner CSD

Von Karin Schupp

29.7.2019 - Eine gute Nachricht am CSD- und Dyke March-Wochenende in Berlin: Die Lotto-Stiftung fördert das Wohn- und Kulturprojekt des lesbischen Vereins Rad und Tat e.V. (RuT). Damit rückt das seit über zehn Jahren geplante Projekt in Berlin endlich in greifbare Nähe.

Das Konzept richtet sich an  „frauenliebende Frauen mit und ohne Behinderung, an Frauen unterschiedlichen Alters, an Frauen aller Kulturen und an die queere Community (LSBT*I)“, die auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind.

Erst im Frühjahr 2019 bekam der Verein das Angebot, gemeinsam mit der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) einen siebenstöckigen Neubau auf einem Grundstück in zentraler Lage - östlich vom Alexanderplatz - zu errichten.

Kooperation mit Wohnungsbaugesellschaft als "Plan B"

Die Kooperation tat sich als letzte Rettung auf, nachdem im vergangenen September ein schon sicher geglaubter Bauplatz an ein Wohnprojekt der Berliner Schwulenberatung ging. Dies sorgte für großen Unmut in der LGBTQ-Szene, weil das Grundstück bereits RuT zugesprochen worden war, der schwule Verein dagegen aber Einspruch einlegte (wir berichteten).

Für RuT ist die Zusammenarbeit mit der WBM nur „Plan B“, wie die damalige Geschäftsführerin Jutta Brambach im Mai dem Tagesspiegel sagte. Denn auch wenn das eine finanzielle Erleichterung ist - es muss nicht mehr das gesamte Kapital für Grundstückskauf und –bau aufgebracht werden -, ist RuT in diesem Konstrukt nicht die Eigentümerin, sondern nur Mieterin des Gebäudes. Aber, so Brambach: „Ohne ihn müssten wir unser Projekt ganz aufgeben.“

Dasselbe gilt wohl auch für die Finanzspritze der Lotto-Stiftung - und dennoch ist RuT weiterhin auf Spenden angewiesen. „Die Vorstellung, die Wohnungsbaugesellschaft baut für uns und wir haben nichts weiter damit zu tun, ist leider eine Illusion. Sowohl den Arbeitsaufwand als auch die finanziellen Mittel betreffend“, sagt RuT-Aktivistin Astrid Osterland in einer Presseerklärung.

Lotto-Stiftung finanziert nur den Bau, keine Personalkosten

Die Lotto-Gelder dürfen nämlich nur zweckgebunden in den Bau fließen, und das sind längst nicht die einzigen Kosten, die anfallen: Schließlich müssen auch Planung, Projektsteuerung, Büromiete etc. bezahlt werden.

„Ein solches Bauprojekt braucht Kontinuität, braucht Fachkompetenz, sprich bezahltes Personal“, so Osterland und weist darauf hin, dass Frauen „seit rund 10 Jahren mit einem hohen Maß an unbezahlter Arbeit in Vorleistung gegangen [sind]. Die Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit und Stärkung lesbischer Sichtbarkeit und Teilhabe kann jedoch nicht ausschließlich ehrenamtlich und ohne finanzielle Mittel hergestellt werden.“

Das Wohnprojekt in der Berolinastraße 9-11 soll neben 70 barrierefreien Wohnungen eine Pflege-WG und Gemeinschaftsräume - eine Loggia auf dem Dach, Kiezcafé, Veranstaltungssaal – bieten. Zudem soll hier ein Zentrum für Berlins lesbische und queere Community mit Kultur-, Freizeit- und Gesundheitspräventions-Angebot entstehen. Damit diese Traum wahr werden kann, bittet Rad und Tat e.V. um eure Unterstützung!

Webseite: Projekt FrauenKultur&Wohnen

Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE 5310 0205 0000 0135 7300

 

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