L-Mag

Melissa Etheridge: „Die Community hat mich groß gemacht!“

Am 12. April erscheint „The Medicine Show“, das fünfzehnte Album des lesbischen Rockstars. Im L-MAG-Interview spricht Melissa Etheridge über ihre neuen Songs, ihr LGBT-Engagement, Mauern und das Leben in der Trump-Ära.

Lauren Dukoff

Von Dana Müller

9.4.2019 - Keine Frage, Melissa Etheridge hat lesbische Musikgeschichte geschrieben. Seit mittlerweile 30 Jahren ist sie eine Garantin für herzergreifende Musik und nicht nur ihre hierzulande wohl bekanntesten Titel „Like the Way I Do“ und „Bring Me Some Water“ sind seit den 80ern Dauerbrenner auf lesbischen Partys.

„Ich liebe das!“, lacht Melissa am Telefon auf ihre Evergreens angesprochen. „Jedes Mal, wenn ich den Song ,Like the Way I Do' in Deutschland spiele, kann ich das sehen. Alle, vom Teenager bis zur Grauhaarigen, tanzen dazu, und ich kann spüren, dass sie das in den Clubs schon immer getan haben.“

"Wir helfen uns gegenseitig und halten uns am Leben"

Doch nicht nur die lesbische Community verehrt die 57-Jährige aus Kansas: Ihre Alben erhielten mehrfach Platin und Gold, in ihrer Awards-Sammlung steht neben zwei Grammys auch ein Oscar (2007) für „I Need to Wake Up“ aus dem Al-Gore-Film Eine unbequeme Wahrheit – und obendrauf hat sie ihren eigenen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Doch die Gitarrenvirtuosin weiß: „Es ist die Community, die mich groß gemacht hat!“ Kurz vor ihrem vierten Album „Yes I Am“ (1993) hatte sie ihr öffentliches Coming-out. Seitdem tritt sie offensiv als LGBTI-Aktivistin auf. „Es war immer die Community, die meine Arbeit beeinflusste, mir zeigte, dass ich nicht allein bin. Wir helfen uns gegenseitig und halten uns am Leben.“

Als sie 2004 an Brustkrebs erkrankte, teilte sie den Kampf gegen die Krankheit mit ihren Fans. In diesem Jahr tritt sie zu 50 Jahre Stonewall als einer der Haupt-Acts beim World Pride in New York auf: „Ich freue mich so sehr darauf!“ Mit Stolz und Ehrfurcht blickt sie auf die LGBTI-Geschichte: „Das war damals der Anfang einer Community, die Veränderung organisiert und geschaffen hat. Und nun sind wir so weit gekommen.“

"The Medicine Show" ist feurig, leidenschaftlich und politisch

Im April erscheint ihr fünfzehntes Album. „The Medicine Show“ ist gewohnt feurig, leidenschaftlich und zugleich eines ihrer politischsten Alben ever. Die Texte kreisen um aktuelle US-Politik, Gesundheit, Wohlbefinden und tatsächlich auch um die Legalisierung von Cannabis. „Ich habe schon vor ein paar Jahren angefangen, über das Album nachzudenken. Als ich begriff, wie mein Land in dieser Trump-Ära zu versinken drohte, wusste ich, für Künstlerinnen ist es Zeit, sich zusammenzuschließen und inspirierende Arbeit zu schaffen.“

Dass Menschen die politischen Verhältnisse ändern können, wenn sie gemeinsam an einem Strang ziehen, erlebte Melissa 1989 hautnah. Während einer Tour weilte sie am 9. November zufällig in Berlin. „Ich kann noch nicht einmal darüber reden, ohne zu weinen, weil mich das so sehr bewegt hat, dass ich mittendrin war“, erzählt sie gerührt über den Mauerfall.

Die angsterregende Trump-Politik und seine Forderung nach einer Mauer zwischen den USA und Mexiko bewegen sie deshalb nun umso mehr: „Mauern sind keine Lösung! Schon darüber zu reden, eine Mauer zu errichten, ist völlig veraltet. Ich habe gesehen, wie die Leute aufstanden, als an Grenzen Menschen umgebracht wurden, habe gesehen, wie Mauern zum Einsturz gebracht wurden. Sie funktionieren einfach nicht, sind höchst primitiv und meist rassistisch motiviert. Ich glaube nicht daran, dass eine Mauer jemals etwas erreicht.“

Das komplette Interview mit Melissa Etheridge findet ihr in der Mai/Juni-Ausgabe der L-MAG, ab 26. April an jedem Bahnhofskiosk oder ganz bequem per Abo, Einzelheftbestellung oder als E-Paper (alle Wege zur L-MAG stehen hier).

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