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Neu im Kino: „Ammonite“ - Porträt einer Frau mit Fossilien

„Ammonite“ mit Oscar-Gewinnerin Kate Winslet und Saoirse Ronan erzählt von einer leidenschaftlichen Affäre im 19. Jahrhundert - ein Liebesdrama, dem wir mehr Würze und Entschlossenheit gewünscht hätten. Ab 4. Nov. im Kino.

Tobis Mary (Kate Winslet, l.) und Charlotte (Saoirse Ronan)

Von Manuela Kay

1.11.2021 - 26 Jahre nach einem ihrer ersten, sehr gelungenen Film Heavenly Creatures (1994) ist Superstar Kate Winslet mal wieder in einer lesbischen Rolle zu sehen. Sie spielt die berühmte britische Paläontologin Mary Anning, die im 19. Jahrhunderts einsam und allein an der britischen Küste Steine sammelt. Denn die einst für ihre Fossilien-Funde gefeierte Expertin für Versteinerung hat sich, frustriert von der männlich dominierten Londoner Wissenschaftsszene, in ihr Heimatdorf zurückgezogen, wo sie mit ihrer Mutter ein tristes Leben führt und Kitschkram und Steine an Touristen verkauft.

Die beiden Frauen beginnen eine leidenschaftliche Affäre

Im Film von Francis Lee (der auch den Schwulenfilm God’s Own Country drehte) lebt Mary ebenfalls abgeschottet in einem britischen Küstendorf, trifft dann allerdings auf die fiktive Ehefrau eines schottischen Geologen namens Charlotte. Der Mann geht auf Reisen und lässt seine depressive, kränkelende Frau Charlotte (Saoirse Ronan) in Marys Obhut zurück. Nach anfänglicher Ablehnung kommen sich die beiden Frauen näher, verlieben sich und beginnen eine leidenschaftliche Affäre.

Langsam und irgendwie halbherzig erzählt

Das alles ist sehr langsam und wortkarg vor gleichsam karger Landschaft inszeniert. Auch hat man Kate Winslet nie so graumausig und zweidimensional erleben müssen. Die Leidenschaft zwischen ihr und Charlotte ist nur im Ansatz zu spüren und hätte doch mehr Würze verdient. Das Ganze erinnert stark an den sehr viel gelungeneren Porträt einer jungen Frau in Flammen, allerdings bei schlechtem Wetter, schlechter Laune und irgendwie halbherzig erzählt. So halbherzig, dass auch das Ende einfach keines ist, sondern im Grunde auf halber Strecke einfach aufhört. Dem Film wäre wirklich mehr Entschlossenheit zu wünschen gewesen.

Über die wahre Fossiliensammlerin Mary Anning (1799–1847) ist nicht bekannt, ob sie lesbisch war oder nicht. Sie lebte im englischen Küstenort Lyme Regis und starb mit 47 Jahren an Brustkrebs. Schön, dass ein Film an sie und ihr Leben – das hoffentlich nicht so steingrau war wie der Film – erinnert.

Ammonite (GB 2020), Buch/ Regie: Francis Lee, mit: Kate Winslet, Saoirse Ronan, Fiona Shaw u. a., 118 Min., Kinostart: 4. November

 

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