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"Orange is the New Black": Litchfield goes Hochsicherheitstrakt

In Staffel 6 der Knastserie (ab 27. Juli bei Netflix) weht ein schärferer Wind, Freundschaften werden auf die Probe gestellt, und Piper interessiert nur eines: Wo ist Alex? Unsere Vorschau und - zum Auffrischen - ein Rückblick auf Staffel 5.

Cara Howe, Netflix Im Hochsicherheitstrakt ist Orange immer noch das neue Schwarz: Cindy (Adrienne C. Moore), Piper (Taylor Schilling), Gloria (Selenis Leyva) und Nicky (Natasha Lyonne)

Von Karin Schupp

25.7.2018 - „Hier geht’s viiiel zu ernst zu“, beklagt sich Morello (Yael Stone) in Folge 3 – tja: Willkommen im Hochsicherheitsknast! Nach der gewaltsam beendeten Gefängnisrevolte in der letzten Staffel sitzen die Ladies von Litchfield im Maximum Security-Trakt, und hier weht ein anderer Wind: Einzelhaft, Schikane, brutale Schließer, und in den drei offenen Zellenblöcken, in die nach und nach alle verteilt werden, herrschen strenge Hierarchien und bittere Rivalitäten, die über das eher harmlosen Geplänkel im alten Litchfield-Camp weit hinausgehen.

Cara Howe, Netflix Zelle mit fragwürdiger Aussicht: Red (Kate Mulgrew) in Einzelhaft

Freundinnen finden sich auf verschiedenen Seiten wieder

Die Blöcke C und D pflegen eine offene Feindschaft, die ihren Ursprung in einem Jahrzehnte alten Streit zwischen den beiden Block-Häuptlingen, den Schwestern Carol (Henny Russell) und Barb (Mackenzie Phillips), hat. Und aus „Florida“ – wie der geruhsame Block A, in dem die älteren und psychisch auffälligeren Gefangenen leben, genannt wird – mischt auch die knallharte Frieda (Dale Soules) mit.

Plötzlich finden sich Freundinnen wie Red (Kate Mulgrew) und Nicky (Natasha Lyonne), Gloria (Selenis Leyva) und Daya (Dascha Polanco) oder Taystee (Danielle Brooks) und Suzanne (Uzo Aduba) auf verschiedenen Seiten wieder - und das ist längst nicht das einzige, was ihre Freundschaften auf die Probe stellt und Rachegelüste in Bewegung setzt.

Köpfe sollen rollen - ob dabei die Richtige erwischt wird, ist egal

Denn auf unsere freundlichen Kleinkriminellen lauert eine noch größere Bedrohung: Die Staatsanwaltschaft will Köpfe rollen sehen und die Rädelsführerinnen und Verantwortlichen für die zwei toten Wärter (siehe Rückblick unten) öffentlichkeitswirksam an den Pranger stellen. Völlig egal ist ihnen dabei, ob sie mit ihren drakonischen Strafverlängerungen auch wirklich die Richtigen erwischen.

Und so spielen sie die Beteiligten gegeneinander aus, und nur wer das  grausame Spiel beherrscht oder sich gute Anwälte leisten kann, kommt mit einem blauen Auge (und schlechtem Gewissen!) davon, während am Ende eine Unschuldige zum ultimativen Sündenbock gemacht wird.

Nachdem Orange is the New Black bisher vor allem die desolaten Knastzustände in den USA angeprangert hat, steht hier das ungerechte Justizsystem im Fokus – und größer könnte die Kritik daran nicht ausfallen.

JoJo Whilden, Netflix Und mit wem tröstet sich hier Piper (Taylor Schilling, r.)?

Und wo ist Alex? Das fragt nicht nur Piper (Taylor Schilling) fortwährend und muss sich - wie wir - bis zur Antwort einige Folgen gedulden. Aber keine Sorge: Die Geschichte um das Knast-Liebespaar ist noch nicht zu Ende (und es ist kein Geheimnis, dass Alex-Darstellerin Laura Prepon zu Beginn der Dreharbeiten verhindert war, weil sie im August 2017 ihr erstes Kind bekam).

Daddy und Badison statt Big Boo und Yoga Jones

Es ist vor allem Friedas „Bunker“-Crew, die wir wiedersehen, während einige Stamm-Charaktere, darunter Big Boo (die nur einen Kurzauftritt hat), Maritza, Yoga Jones, Angie und Leanne in andere Knäste geschickt wurden.

An ihre Stelle rücken neue Figuren: neben Carol und Barb auch ihre jeweiligen Sidekicks, die unberechenbare Soziopathin Badison (Amanda Fuller), die Piper auf dem Kieker hat, und die coole Lesbe Daddy (gespielt von der lesbischen Musikerin Vicci Martinez), die eine Lovestory mit einer - bisher als hetero bekannten - Insassin bekommt. Und auf Seiten des Personals sticht die Schließerin Tamika Ward hervor, die Taystee von früher kennt.

JoJo Whilden, Netflix Barb (Mackenzie Phillips) und Daddy (Vicci Martinez, r.) haben im Zellenblock D das Sagen

Piper ist immer noch der naivste Häftling unter der gesiebten Sonne

Neue Location, andere Charaktere und weniger Kuschelkurs – einige mögen mit der neuen Staffel fremdeln, und es könnte tatsächlich ein paar Folgen dauern, sich in Staffel 6 einzugrooven.

Aber das Reboot war nötig: Nach vier Staffeln begann die Serie sich im Kreis zu drehen, und nach der wenig gelungenen fünften Staffel (siehe Rückblick unten), die selbst Serienboss Jenji Kohan als schwach und in Teilen als verfilmte „Fan Fiction“ kritisierte, war frischer Wind angesagt, ohne das alte Orange-Feeling komplett aufzugeben: Die amüsanten kleinen Episoden und Nonsens-Dialoge der Knackis, die Rückblenden, der Blick jenseits der Gefängnismauern – all das bleibt erhalten. Und Piper ist noch immer der naivste Häftling unter der gesiebten Sonne, keine rollt so gut mit den Augen wie Gloria, und kein Paar streitet sich so unterhaltsam wie Caputo und seine gehassliebte Dauer-Affäre Fig.

Aber wer die dreizehn Folgen gesehen hat, spürt auch: Orange is the New Black nähert sich der Zielgeraden. Die Dreharbeiten für die siebte und aller Voraussicht nach letzte Staffel der Serie beginnen demnächst.

JoJo Whilden, Netflix Suzanne (Uzo Aduba) ist durch die neue Umgebung und die neuen Koalitionen besonders verwirrt

Was ist noch mal in Staffel 5 passiert?

Unser Update für alle, die sich nicht mehr so richtig erinnern:

* Die komplette Staffel spielte an den drei Tagen des Knastaufstands, der durch Pousseys Tod (in Staffel 4) und Caputos enttäuschendem öffentlichen Statement dazu ausgelöst wurde.

* Taystees Verhandlungen mit Fig liefen ins Leere, auch weil ihre - von Caputo unterstützten - Bemühungen für bessere Knastbedingungen durch gewalttätige Insassinnen und eine chaotische Spaß-Fraktion behindert wurden.

* Zu den Knackis, die sich aus allem raushielten, gehörten diejenigen, die bis zum Ende in Friedas „Bunker“ im Keller ausharrten: Red, Alex, Piper, Suzanne, Taystee, Nicky, Cindy, Gloria, Blanca und Frieda.

* Der sadistische Piscatella, der damit begonnen hatte, Red und ihre Knastfamilie zu kidnappen, wurde schließlich von den Frauen überwältigt und im „Bunker“ gefangen gehalten, bis ihn Red laufen ließ.

* Die Revolte verzeichnete zwei Tote: Wärter Humphrey, dem Daya in Folge 1 ins Bein geschossen hatte, starb an den Folgen der schlecht behandelten Schussrunde. Und Piscatella wurde von einem Mitglied der Spezialeinheit versehentlich erschossen.

* Gloria plante, die Geiseln freizulassen, um im Austausch ihren kranken Sohn auf der Intensivstation besuchen zu dürfen. Maria kam ihr allerdings damit davor, weil sie hoffte, diesen Deal (den es nie gab) für sich beanspruchen zu können.

* Linda „vom Einkauf“ Ferguson verkleidete sich als Insassin und wurde von Caputo (mit dem sie in Staffel 4 eine Affäre hatte) verleugnet, als sie sich als MCC-Mitarbeiterin zu erkennen gab. Auch nach Stürmung des Knasts glaubte ihr niemand, und sie musste in einen der Gefangenen-Busse steigen.

* Pennsatucky gelang die Flucht. Zuletzt sahen wir sie im Haus des Vom-Vergewaltiger-zum-Lover-Schließer „Donuts“.

* Lorna verkündete, schwanger von ihrem Mann Vince zu sein.

* Piper und Alex verlobten sich.

 

Weiterlesen: L-MAG-Interviews (2016) mit Uzo Aduba und Selena Leyva, (Suzanne und Gloria), Yael Stone (Lorna Morello) und Lea DeLaria (Big Boo)

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