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Out in Niedersachsen

Mit der Social Media-Kampagne „Ich bin lesbisch* in Niedersachsen“ soll die lesbische Sichtbarkeit erhöht werden, denn bekanntlich gilt: Wer sich nicht zeigt, wird ignoriert!

LiN

18.3.2021 - Lesbische Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck: Wer sich nicht zeigt, existierte in vielen Köpfen schlicht und einfach nicht und wird folglich nicht mitgedacht, wenn es etwa um die rechtliche Gleichstellung geht. Und gerade für Mädchen und Frauen im Coming Out ist es schön und erleichternd zu wissen, nicht - gefühlt - die einzige Lesbe weit und breit zu sein.

Hier setzt die neue Kampagne des Netzwerks LiN – Lesbisch* in Niedersachsen an, die coronakonform in den Sozialen Medien ein Zeichen für lesbische Sichtbarkeit setzen will.

Und so geht’s: das Plakat „Ich bin lesbisch* in Niedersachsen“ einfach hier runterladen, ausdrucken und durch ein eigenes Statement ergänzen. Dann fotografiert ihr euch mit dem Plakat und schickt das Bild an das Netzwerk (Mailadresse auf der Webseite, Facebook und Instagram), das es auf Instagram und Facebook postet. Ihr könnt das Bild auch bei euch selbst mit dem Hashtag #lesbischeSichtbarkeit auf Facebook oder Instagram posten und LiN verlinken.

LiN – Lesbisch* in Niedersachsen, Teil des Vereins Queeres Netzwerk Niedersachsen, organisierte 2016/ 2017 bereits die „Zeig dich!“-Kampagne 2016/2017 und 2018/2019die „Wo sind die Lesben*?“ Kampagne.

Es geht euch also um die Art und Weise, wie die Kritik geäußert wird?

Meine lesbischen „Schwestern“, meine queere „Familie“ beteiligt sich an diesem Shitstorm. Ich empfinde meine eigene Szene als Mitläufer. Sie plappern das nach, ohne es zu hinterfragen und sich selbst mit dem Festival auseinanderzusetzen. Es ist wie stille Post. Man hätte mich mal fragen können: „Mahide, du bist doch schon lange in der queeren und trans Szene unterwegs. Was ist das los?“ Man kann ja einen Workshop kritisieren. Aber nicht mit dieser vernichtenden Art: „Kauft keine Tickets!“ und Hassreden als wären wir im schlimmsten Krieg. Das macht mich wahnsinnig traurig.

In eurer Stellungnahme als Organisatorinnen des LFT 2021 habt ihr sogar von „psychischer Gewalt“ gesprochen.

Das ist psychische Gewalt. Wir gehen auch vor Gericht. Kolleginnen von mir werden persönlich fertiggemacht. Auch Laura Méritt zum Beispiel, der vorgeworfen wird, mit Sextoys Geld zu verdienen und transfeindlich zu sein. Das ist eine Frau, die hat vor gut 20 Jahren den ersten Transtoy-Laden eröffnet! Da stimmt doch was nicht. Es geht uns um frauenliebende Frauen. Diese Liebe möchte ich auch im Umgang miteinander bewahren.

Mal abgesehen von der Form – kannst du die Kritik inhaltlich nachvollziehen?

In den zwei Jahren Vorbereitung des LFT 2021 haben keine trans Frauen Vorschläge für Workshops eingereicht. Wir haben also nichts abgelehnt. Und wir haben trans Frauen im Programm: in unserem Team oder unter den auftretenden Musikerinnen. Es muss aber auch möglich sein, mal ein Frauen- oder Lesbenprojekt ohne Sternchen zu machen, für lesbische Sichtbarkeit einzutreten oder Themen anzusprechen, die seit zehn Jahren im Raum stehen. Und zwar ohne fertiggemacht zu werden oder zu fürchten, dafür keine Fördergelder zu bekommen. Dass Projekte von Lesben so niedergemacht werden, Projekte von Schwulen ohne Sternchen aber nicht, hat auch mit Frauenfeindlichkeit zu tun. Ich würde mir mehr Toleranz wünschen. Denn bei unserem LFT sind geile Frauen mit dabei. Wir haben 37 Workshops, Panels, Filme, Performances und eine große Ausstellung geplant, die nichts mit all dem zu tun haben. Dazu habe ich noch nichts gehört! Mit einem Augenzwinkern gesprochen: Mir sind sie schon selbst fast entfallen, denn sie kommen in der Diskussion gar nicht vor.

Worauf freust du dich denn besonders?

Meine Freundin Veronika Minder zeigt ihren Film Katzenball und beantwortet anschließend Fragen. Dass sie dabei ist, finde ich klasse! Ich freue mich auf alles. Auf die Diskussionen, etwa zu lesbischer Biographieschreibung, lesbischem Publizieren und den Umgang mit der Corona-Pandemie. Ich freue mich auf das Abendprogramm, das ich gemeinsam mit anderen auf die Beine gestellt habe. Ich freue mich auf die Jugend. Und als eine von den Alten auf das Motto „Rising to the Roots“.

Am vergangenen Wochenende veröffentlichte das LFT Bremen dieses Statement zu den Vorwürfen der Transfeindlichkeit, auch in den Medien (etwa in unserem Schwestermagazin Siegessäule oder dem Online-Portal männer* ) und den Distanzierungen verschiedener Vereine und Verbände.

Alle Informationen und das Programm zum Lesbenfrühlingstreffen Bremen vom 21.-23. Mai 2021 stehen auf der Webseite des LFT, alle Veranstaltungen finden online statt. Ein Wochenend-Ticket kostet ab 15 Euro (Studentin/ Erwerbslose) bzw. 30 Euro (Normalpreis).

https://lft2021.de/tickets/

 

Das Lesbenfrühlingstreffen (LFT) ist eines der größten nichtkommerziellen Lesbentreffen Europas und findet seit 1974 an Pfingsten in wechselnden deutschen Städten statt. Das Wochenende wird nicht von einer festen Gruppe veranstaltet, sondern autonom von Lesben aus dem jeweils ausrichtenden Ort organisiert. Der im Jahr 2000 gegründete Verein Lesbenfrühling e.V. greift nicht konkret in die lokale Planung ein, sondern gibt Knowhow und Erfahrungen weiter und bietet Hilfe bei der Finanzierung. Das letzte LFT fand 2019 in Köln unter dem Motto „das L*FT 2019 schaut in die Sterne!“ statt, im letztes Jahr fiel es coronabedingt aus.

 

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