L-Mag

Pflegekind darf bleiben, Richter muss gehen

Lesben könnten kein Kind großziehen, urteilte ein Richter im US-Bundesstaat Utah und wollte einem Paar die Pflegetochter wegnehmen. Jetzt droht ihm die Amtsenthebung.

Beckie Pierce (l.) und April Hoagland an ihrem Hochzeitstag im Juni - Foto: Facebook/ Hoagland

Von Julius Brockmann

l-mag.de, 25.11.2015 - Als in den USA im Juni die Ehe für Lesben und Schwulen erlaubt wurde, heirateten Beckie Pierce und April Hoagland im Bundesstaat Utah und planten, ihre Familie zu vergrößern. Das Paar hat bereits zwei leibliche Kinder aus früheren Beziehungen und wollte sich mit einem Pflegekind den Traum vom gemeinsamen Kind erfüllen. Zunächst sah alles gut aus: Das Jugendamt und die leibliche Mutter eines kleinen Mädchens stimmten zu. Die Einjährige kam zu den beiden Frauen und lebte fortan bei ihnen.

Doch dann machte Jugendrichter Scott Johansen dem Paar einen Strich durch die Rechnung. Völlig überraschend wollte er ihnen im Adoptionsverfahren, das die Frauen angestoßen hatten, das Mädchen wegnehmen und ordnete an, es bei einem heterosexuellen Paar unterzubringen. Die Begründung: Ein lesbisches Paar könne kein Kind großziehen. Was wie eine schlechter Scherz klingt, wurde von einer Sprecherin der Familienbehörde bestätigt.

Widerruf erst nach öffentlichem Druck

Nach massivem öffentlichen Druck von LGBT-Verbänden und Kritik auch von Utahs Gouverneur Gary Herbert, der die Rechtmäßigkeit der Entscheidung in Frage stellte, widerrief Richter Johansen jetzt sein Urteil. Zudem zog er sich selbst von dem Fall ab. Damit kann das Mädchen zunächst in der lesbischen Pflegefamilie bleiben.

Für Scott Johansen könnte es dennoch ein Nachspiel geben, denn LGBT-Organisationen fordern mittlerweile seine Amtsenthebung. In einer Beschwerde der Human Rights Campaign heißt es, der Richter sei in der Vergangenheit bereits mehrfach aufgefallen und untragbar. Unter anderem berichten US-Medien von einer Ohrfeige im Gericht gegen einen 16-Jährigen und von einem Fall, in dem Johansen eine 13-Jährige dazu verurteilte, ihren Pferdeschwanz abzuschneiden. Der Richter arbeitet seit 1992 in seinem Job und ist Bischof einer Mormonenkirche. Eine Anhörung der Justizkommission finden im Dezember statt.

Finde deinen Weg zum Heft…

L-MAG.de finde ich gut!

Wir wollen, dass möglichst viele K-Word, unsere News, Filmtipps und internationalen Berichte lesen können.
Die Sichtbarkeit von lesbischen News im Netz ist uns sehr wichtig.
Deshalb werden L-MAG.de und mobil.l-mag.de weiterhin kostenlos bleiben!

Aber guter Online-Journalismus kostet genauso wie guter Print-Journalismus. Allein durch Werbebanner kommt nicht genug Geld rein. Wenn du L-MAG.de und unsere Service-Seiten (wie L-Dating) gut findest und lesbische Online-Inhalte unterstützen willst, kannst du das ganz einfach tun: Spende einmalig 1 Euro oder gleich 10 Euro fürs ganze Jahr.

Vielen Dank! Dein L-MAG-Team

L-MAG.de finde ich gut!

Diese Website verwendet Cookies, Google Analytics und den Adserver Google DFP. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, stimmen Sie dem zu.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK

L-MAG.de finde ich gut!

Wir wollen, dass möglichst viele K-Word, unsere News, Filmtipps und internationalen Berichte lesen können.
Die Sichtbarkeit von lesbischen News im Netz ist uns sehr wichtig.
Deshalb werden L-MAG.de und mobil.l-mag.de weiterhin kostenlos bleiben!

Aber guter Online-Journalismus kostet genauso wie guter Print-Journalismus. Allein durch Werbebanner kommt nicht genug Geld rein. Wenn du L-MAG.de und unsere Service-Seiten (wie L-Dating) gut findest und lesbische Online-Inhalte unterstützen willst, kannst du das ganz einfach tun: Spende einmalig 1 Euro oder gleich 10 Euro fürs ganze Jahr.

Vielen Dank! Dein L-MAG-Team

Nein Danke, möchte ich nicht | Hab schon!

L-MAG.de finde ich gut!
x