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Pseudo-„Homo-Heilungs“-Therapien verbieten!

Fünf Bundesländer forderten gestern im Bundesrat ein Verbot so genannter Konversionstherapien. Damit soll die Regierung unter Druck gesetzt werden, sich zeitnah mit dem Thema zu beschäftigen.

Von Claudia Lindner

13.4.19 - Mit einem Antrag an den Bundesrat startete Hessen gestern zusammen mit vier weiteren Bundesländern eine Initiative, die die Bundesregierung auffordert, so genannte Konversionstherapien zu verbieten, bei denen Menschen von ihrer Homosexualität „geheilt“ werden sollen.

Der hessische Landtag unterstützte am 3. April fast einstimmig die Initiative der Landesregierung, nur die AfD stimmte dagegen. Homosexualität sei „weder eine Erkrankung noch eine Störung und daher auch in keiner Weise behandlungsbedürftig“, so der hessische Staatsminister für Soziales und Integration, Kai Klose (Grüne), in der Landtagsdebatte. Stattdessen seien sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität Wesensmerkmale von Menschen und keine Wahl.

Die hessische Landesregierung hält Konversionstherapien für schädlich und gesundheitsgefährdend. Es sei daher wichtig, „dass das Anbieten, Bewerben und Durchführen von Konversionstherapien wirksam unterbunden und verboten wird,“ meint Klose.

Auch der Deutsche Ärztetag warnte bereits im Jahr 2014 in seinem Beschlussprotokoll vor negativen Auswirkungen solcher Therapien und verurteilte deren Pathologisierung der sexuellen Orientierung.

Hessen brachte die Initiative gemeinsam mit Berlin, Bremen, Schleswig-Holstein und dem Saarland in den Bundesrat ein. Unterstützt wird sie laut Klose auch von Rheinland-Pfalz und weiteren Ländern.

"Schwerwiegende psychische Belastungen"

Der Berliner Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) betonte zur Begründung vor allem den Schutzauftrag des Staates für junge Menschen. Die Behauptung von Organisationen, die Konversionstherapien anbieten, dass Homosexualität eine behandelbare Störung sei, könne bei Jugendlichen zur Ablehnung der eigenen sexuellen Identität führen und „schwerwiegende psychische Belastungen nach sich ziehen“. Und der Staat müsse Jugendliche vor Behandlungsformen schützen, die ihr Persönlichkeitsrecht verletzten, so Behrendt.

Mit dem Antrag will man Druck auf die Bundesregierung ausüben, ein Verbot solcher Pseudotherapien zeitnah umzusetzen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte im letzten Monat schon angekündigt, sich für ein Verbot der Konversionstherapien einsetzen zu wollen, und auch die Grünen hatten bereits im Februar einen Gesetzentwurf dazu in den Bundestag eingebracht.

Sollte ein Verbot tatsächlich kommen, wäre Deutschland neben Malta (wir berichteten) das einzige Land in der EU, das Konversionstherapien bannt.

Weiterlesen: Kampagne fordert Verbot von "Umpolungs"-Therapien in Deutschland


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