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Queer und Karriere? LGBT-Jobmesse in Berlin

Die Jobmesse „Sticks & Stones“ will queere Jobsuchende und LGBT-freundliche Arbeitgeber zusammenbringen. Über 100 Unternehmen stellen sich am Samstag in Berlin vor. Gegen einige Aussteller, darunter die Bundeswehr, regt sich jetzt Protest.

Von Elliot Zehms

31.5.2018 - Die LGBT-Jobmesse „Sticks and Stones“ (am 2. Juni in Berlin) ist mit mehr als 3000 Besuchern die größte Karrieremesse für queere Menschen in Europa. Sie bietet Schülerinnen und Schülern, Studierenden und Praktika- oder Jobsuchenden eine Plattform, um sich über die ausstellenden Unternehmen aus den unterschiedlichen Branchen und eigene Karriere-Chancen zu informieren. Auf dem Programm stehen neben aktuellen Stellenangeboten auch Workshops, Vorträge, kostenlose Bewerbungsfotos und professionelle Hilfestellungen beim Erstellen von Lebensläufen.

Homo- und trans*freundliche Arbeitsplätze finden

Ablehnung und Diskriminierung wegen der sexuellen oder geschlechtlichen Identität ist noch immer ein Problem, mit dem Mitglieder der LGBT-Community auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen haben. „Sticks & Stones“-Gründer Stuart Cameron rief deshalb 2009 die Messe ins Leben, um es queeren Menschen einfacher zu machen, Arbeits- und Ausbildungsplätze zu finden, die homo- und trans*freundlich sind und sich gegen Diskriminerung am Arbeitsplatz aussprechen.

Impressionen von der "Sticks & Stones" 2017:

Während sich in ihrem Gründungsjahr nur acht Aussteller präsentierten, gibt es mittlerweile über 100 LGBT-freundliche Unternehmen, die „Sticks & Stones“ als Podium nutzen. Unter anderem dabei sind dieses Mal Vodafone, Rewe, Coca Cola, Google, DHL, AXA, die Bundeswehr, Microsoft, L-MAG und ihre Schwesterzeitschrift Siegessäule.

Protest gegen Aussteller wie Bundeswehr und ThyssenKrupp

Dieses Jahr findet die „Sticks & Stones“ zum zweiten Mal im Berliner Szene-Club SchwuZ statt. Der Club erntete dafür jetzt heftige Kritik seitens linker Aktivisten: Anti-militaristische Intiativen wie „No War Berlin“ appellierten in einem offenen Brief an das SchwuZ, die Jobmesse zu boykottieren, weil Aussteller wie die Bundeswehr oder der Rüstungskonzern ThyssenKrupp durch ihre Krieg- und Waffengeschäfte dem linken Image des SchwuZ widersprächen.

Auch der Axel Springer Verlag passe mit seiner Rhetorik nicht auf eine LGBT-freundliche Messe: „Es widerspricht einem linken Selbstverständnis, dem Springer-Konzern Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, obwohl die BILD tagtäglich eine rassistische Hetze betreibt und Sexismus verbreitet.“

Für Samstag sind deshalb ab 12 Uhr Proteste vor dem SchwuZ angekündigt. Der Club äußerte sich bisher nicht zu der Kritik, da er lediglich den Veranstaltungsraum stelle.

Update, 1.6.18: Stuart Cameron entgegnete heute auf L-MAG-Nachfrage den Vorwürfen: „Auf der ‚Sticks & Stones‘ gibt es kein Werben für Militarisierung und Krieg. Wie bei all unseren Partnern arbeiten auch bei der Bundeswehr und ThyssenKrupp queere Leute aus der Community. Die gilt es zu stärken, denn das sind die Menschen, die sich im Inneren der Unternehmensstrukturen für LGBT-freundliche Arbeitsbedingungen einsetzen.“

„Sticks & Stones“: Samstag, 2. Juni, 10-18 Uhr, SchwuZ, Rollbergstr. 26, Berlin-Neukölln

Eintritt: kostenlos bei Online-Anmeldung; Tageskasse: 10 Euro

Programm und alle weiteren Infoshier.

Vorschau: An ihrem zweiten Standort München findet die „Sticks & Stones“ am 17. November statt.

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