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Queere Power gegen alle Widerstände: In Rathenow macht die Jugend ihren eigenen CSD

So geht gelebte Demokratie – und das trotz Bedrohung von rechts und gestrichener Fördergelder: Im brandenburgischen Rathenow fand zum dritten Mal ein CSD statt, organisiert von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Katrin Kremmler CSD in Rathenow 2026

Von Katrin Kremmler

14.10.2026 - Rund 350 Menschen demonstrierten am 12. September in Rathenow/Havelland für Vielfalt, Inklusion und Gleichberechtigung. Redebeiträge gab es vom LSVD, den Grünen und Michael Koch (CDU), Beigeordneter des Landkreises Havelland und Mitglied der queeren Community. Vor dem Rathaus wehte die Pride-Fahne.

Etwa 40 jugendliche rechte Gegendemonstrant:innen der Gruppe „Deutsche Patrioten Voran“ sowie queere Unterstützer:innengruppen waren mit dem Regionalexpress aus Berlin angereist.

Zuvor war fraglich, ob der CSD in der Kleinstadt mit knapp 25.000 Einwohner:innen überhaupt stattfinden kann: Im Zuge der Umstrukturierung des Förderprogramms „Demokratie leben!“ wurde die bereits zugesagte Förderung durch Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) kurzfristig gestrichen, da „Demonstrationen nicht förderfähig“ seien. Direkt nach dem Berliner CSD-Anschlag ein Hohn.

Spendenaktion nach Streichung von Fördergeldern

Ein Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) löste jedoch eine Solidaritätswelle aus. Eine Spendenaktion der Brandenburger Bündnisgrünen und der LAG QueerGrün brachte über 2.300 Euro ein, und auch das CSD-Team sammelte selbst. Mit insgesamt 8.500 Euro ist inzwischen auch der 4. Rathenower CSD 2027 gesichert.

Seit 2024 wird der CSD von Jugendlichen und jungen Erwachsenen des Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa) Rathenow organisiert. Vorstände Dennis Driebusch, Anisha Morawaliyadde Gedara und ihr Team haben im Kontakt mit Kommune, Landkreis und regionalem Medienpartner MAZ eine wirklich beeindruckende demokratische Struktur von unten aufgebaut – „Demokratie leben!“ im besten Sinn.

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