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Lesbische Liebe hinterm Gartenzaun

Jetzt auf DVD: Zwei neue Lesbenfilme erzählen Lovestories jenseits der Großstädte: Im deutschen Film „Luma“ verlieben sich zwei verheiratete Frauen in einem kleinen Dorf ineinander. In „Raven’s Touch“ begegnen sich zwei Lesben in der (fast) unberührten Na

Pro-Fun Media Raven's Touch

Von Karin Schupp

l-mag.de, 27.9.16 - Zwei Frauen verlieben sich, müssen ein paar Hürden überwinden, Happy End und Sexszenen, bei denen die Kamera nicht nach fünf Sekunden wegschwenkt: Nicht mehr, aber auch nicht weniger wünschen sich viele Zuschauerinnen - zumindest ab und an - von einem Lesbenfilm.

Marina Rice Bader hat mit ihrer Ex Nicole Conn in Elena Undone und A Perfect Ending bereits bewiesen, dass sie das Rezept zum 90-Minuten-Lesbenglück kennt. Und auch wenn ihre Ambitionen mittlerweile ein wenig darüber hinausgehen – siehe Anatomy of a Love Seen (L-MAG-Kritik) und Ava’s Impossible Things (L-MAG-Kritik): In Raven’s Touch hakt sie ordentlich Punkt für Punkt ab.

Raven's Touch: Verlust, Natur, Heilung - und Liebe

Für ihre „lesbische Lovestory über Verlust, Natur und Heilung“ (PR-Text) arbeitete sie mit Dreya Weber (bekannt aus dem Lesbenfilm The Gymnast) zusammen, die das Drehbuch schrieb und die Titelfigur Raven spielt.

Wir lernen Raven als naturverbunden und sinnlich, aber auch als verschlossen und feindselig kennen. Kein Wunder, dass sie bei Kate (Traci Dinwiddie, Elena Undone) und ihren zwei dauernörgelnden Teenie-Kindern, die in der Nähe mitten im Wald campen, den Eindruck einer „crazy Lady“ hinterlässt.

Beide Frauen sind an einem Tiefpunkt ihres Lebens: Raven trauert und trägt eine große Last auf ihren Schultern, und Kate hat sich gerade von ihrer Freundin getrennt, möchte aber nicht darüber reden. Was (und wer) genau die beiden Frauen belastet, entblättert sich nach und nach, und ebenso langsam nähern sie sich einander an, woran Ravens väterlicher Freund Joe (David Hayward) durchaus seinen Anteil hat.

Wer auf der Suche nach einem ruhigen Film mit schönen Naturbildern, erwachsenen Charakteren und der oben genannten „Glücksformel“ ist, wird hier fündig – nicht mehr, aber auch nicht weniger. P.S. Und ja: die Hauptdarstellerinnen gehören zur "Familie": Dinwiddie ist bisexuell, Dreyer definiert sich als omnisexuell.

Raven’s Touch, USA 2015, Regie: Marina Rice Bader/ Dreya Weber, Buch: Dreya Weber, mit: Dreya Weber, Traci Dinwiddie, David Hayward, Nadège August u.a., 84 min., OmU - jetzt auf DVD

Pro-Fun Media Küssen geht immer - Traci Dinwiddie und Dreya Weber in "Raven's Touch" (l.), Anja Ressmer und Melanie Isakowitz in "Luma"

Deutsches Liebesdrama auf dem Dorf

Mehr deutsche Lesbenfilme! – Auch diesen Wunsch äußern viele Frauen, und daher ist es erfreulich, dass endlich mal wieder eine deutsche Filmemacherin - unter anderem dank Crowdfunding - ein lesbisches Liebesdrama realisiert hat. Rundum gelungen ist Luma von Silvia Rietsdorff aber leider nicht.

Aus einer, wie in Raven’s Touch, zunächst sehr distanzierten Zufallsbegegnung wird Freundschaft und bald mehr. Anfangs drückt die selbstbewusste Christiane (Anja Ressmer, die einst eine Schließerin in Hinter Gittern spielte) stärker auf die Tube, während sich die brave Hausfrau Luma (Melanie Isakowitz) gegen ihre Gefühle wehrt. Aber dann dreht sich der Wind, und Luma ist plötzlich diejenige, die besser weiß, was sie will. Ach, und da ist noch ein kleines Problem: Beide Frauen sind – nicht mal unglücklich – verheiratet, und Luma ist schwanger.

Das ganze Drama spielt vor dem Hintergrund eines Kuhdorfs, dessen Enge im wesentlichen durch Lumas konservativ-fromme Schwiegermutter Sophia (Irene Oberrauch) verkörpert wird. „Wie das Zusammenleben in einer kleinen Gemeinde, das Leben eines einzelnen Menschen beeinflussen kann und wie prägend die dadurch entstehenden Erwartungen sein können“ – das wolle sie aufzeigen, erklärt Rietsdorff dazu auf der Webseite des Films.

Ob in unserer Provinz tatsächlich noch so eine steife Gestärkte-Schürzen-Brise der 50er Jahre weht, können Lesben auf dem Lande sicherlich besser beantworten, das größere Problem von Luma ist aber, dass man den beiden Hauptfiguren nicht emotional näher kommt und man ihnen das gegenseitige Begehren nicht wirklich abnimmt. Hölzerne Dialoge, recht eindimensionale Charaktere (außer Luma) und eine doch sehr brave Liebesszene: Dass Luma filmerisch in der Soap-Liga einzuordnen ist, lässt sich nicht allein mit dem geringen Budget entschuldigen.

Wenn ihr TV-Movies wie Lieb mich! (siehe K-Word #94) oder Ich will dich (K-Word #83) mochtet, könnte auch Luma bei euch eine Chance haben.

Luma, Deutschland 2015, Regie/ Buch: Silvia Rietdorff, mit: Melanie Isakowitz, Anja Ressmer u.a., 84 min. - jetzt auf DVD

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