L-Mag

Rosa ist teurer als Blau

Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass es viele Produkte in Frauen- und Männerversionen gibt: Frauen müssen auch noch häufig mehr dafür bezahlen als Männer. Beweise für "Gender Pricing" finden sich in Untersuchungen in den USA und Deutschland.

Hat das rosa T-Shirt mehr gekostet als das blaue? - Foto: Pixabay/ Public Domain

Von Karin Schupp

l-mag.de, 15.2.2016 – Der einzige Unterschied ist die Farbe: Die rosa „Damen-Einwegrasierer“ und die in kräftigem Schwarz oder Blau gehaltenen Männer-Klingen sind komplett identisch, und doch müssen Frauen für „ihr“ Produkt bis zu 25 % mehr hinlegen als Männer.

Gender Pricing in Hamburg

Zu diesem Ergebnis kam im letzten Jahr die Verbraucherzentrale Hamburg, die unter anderem auch Rasierschaum (bis 94 % Preisaufschlag), Parfüms (bis 100 %, aber durch unterschiedliche Duftstoffe schwer vergleichbar), Frisöre (bis 69 % für Kurzhaarschnitte) und Reinigungen (bis 83 % für Blusen) testete und durchweg Beweise für „Gender Pricing“ fand, das heißt: ein Produkt kostet nur deswegen mehr, weil es für Frauen gelabelt ist - in der durchaus bestätigten Annahme, dass wir für bestimmte Dinge mehr Geld auszugeben bereit sind.

Frauenkleidung, Mädchenspielzeug, Körperpflege - alles teurer

Dass Frauen nicht nur weniger als Männer verdienen*, sondern für viele Dinge auch mehr bezahlen müssen, bestätigt jetzt auch eine Studie der Stadt New York, die die Preise von rund 800 Produkten verglich und zu einem klaren Ergebnis kam: In vier von zehn Fällen zahlen Frauen mehr, während so genannte „Männer-Produkte“ nur in knapp zwei von zehn Fällen teurer sind.

Besonders häufig ist der „Frauenaufschlag“ bei Kleidung, Körper- und Gesundheitspflege und Spielzeug (einschließlich Kinderfahrräder, Helme und Rucksäcke).

Frauen bezahlen im Durchschnitt 7 Prozent mehr

Im Bereich der Körperpflege werden die Frauen auch am meisten zur Kasse gebeten: „Damenprodukte“ kosten im Durchschnitt 13 % als die für Männer. Über alle Branchen hinweg beträgt der Mehrpreis durchschnittlich 7 %.

Während im US-Bundesstaat Kalifornien Gender Pricing seit diesem Jahr verboten ist, bleibt uns nur die Macht an der Ladenkasse: Preisvergleich, Finger weg von teuren „Frauen- und Mädchenprodukten“ (um bei dieser Gelegenheit - zwei Fliegen mit einer Klappe - den Firmen endlich ihr ewiges Rosa-Marketing auszutreiben!) und das Anprangern von Preisunterschieden: In den sozialen Medien wird hierfür der Hashtag #genderpricing verwendet.

 

* In Deutschland (und auch in den USA) verdienen Frauen im Durchschnitt 22 Prozent weniger als Männer; bei gleicher Tätigkeit und Qualifikation beträgt das Minus für Frauen in Deutschland immer noch 7 Prozent.

Aktuelles Heft

Endlich wieder raus!

Outdoor-Abenteuer: unsere Tipps von der Eifel bis nach Kapstadt! Ausserdem Trans Frauen in Syrien, Wicked-Star Cynthia Erivo und ihr neues Buch ...
Hier abonnieren!




Bleibt out und proud!

 

Nur mit euch, unseren Leser:innen und online-Nutzer:innen, bekommen wir das hin! Helft uns, damit wir diese Zeiten durchstehen, die in politischer wie finanzieller Hinsicht nicht einfach sind. Journalismus, der nicht nur in Social Media Bubbles stattfindet, unabhängig ist und dialogbereit bleibt, hat es zunehmend schwer.

Unterstützt unsere Arbeit!

Vielen Dank!
Euer L-MAG-Team

 

 


L-MAG.de finde ich gut!

Bleibt out und proud!

 

Nur mit euch, unseren Leser:innen und online-Nutzer:innen, bekommen wir das hin! Helft uns, damit wir diese Zeiten durchstehen, die in politischer wie finanzieller Hinsicht nicht einfach sind. Journalismus, der nicht nur in Social Media Bubbles stattfindet, unabhängig ist und dialogbereit bleibt, hat es zunehmend schwer.

Unterstützt unsere Arbeit!

Vielen Dank!
Euer L-MAG-Team

 

 


L-MAG.de finde ich gut!
x