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Sti-hille Nacht, lesbische Nacht: 10 queere Filme, Serien und Clips zu Weihnachten

Wem das weihnachtliche TV-Programm zu hetero ist, kann sich bei uns lesbisch-festlich berieseln lassen: mit queeren Weihnachtsfilmen, Clips, Songs und sogar einer ganzen Serie.

Number 9 Films/ Wilson Webb Auf den ersten Blick...: Therese (Rooney Mara) und Carol (Cate Blanchett) in „Carol“

Von Karin Schupp

25.12.2019 - Nach all den Weihnachtsfeiern, Verwandtenbesuchen und Völlereien gibt’s doch nicht Schöneres, als auf dem Sofa zu kuscheln und die Glotze laufen zu lassen - alleine, zu zweit oder mit mehreren. Da das deutsche Fernsehen aber leider traditionell wenig lesbentauglich ist, haben wir für euch das perfekte Feiertagsprogramm zusammengestellt.

1. Carol 

New York in den 50er Jahren. In einem Kaufhaus, mitten im adventlichen Einkaufstrubel, beginnt die Liebesgeschichte zwischen der schüchternen Aushilfsverkäuferin Therese (Rooney Mara) und der wohlhabenden und eleganten Carol (Cate Blanchett), und während einer gemeinsamen Reise über die Weihnachtsfeiertage nimmt sie ihren Lauf. Die wunderschön inszenierte, Oscar-nominierte Adaption von Patricia Highsmiths Roman ist der lesbische Weihnachtsfilm. Unbedingt (noch einmal) sehen!

Carol (USA, 2015), Regie: Todd Haynes, Buch: Phyllis Nagy, 118 min., bei vielen Streamingdiensten und auf DVD (unsere Filmkritik)

2. Tatsächlich… Liebe – rausgeschnittene Szene

Nein, ihr habt nichts übersehen – der Weihnachtsfilm-Klassiker von 2003 ist trotz etlicher Charakteren tatsächlich komplett hetero. Aber beim nächsten Gucken wisst ihr wenigstens, dass die strenge Schulleiterin (Anne Reid) von Karens (Emma Thompson) Sohn lesbisch ist und zu Hause eine schwer kranke Frau, Geraldine (Frances de la Tour), hat. Man habe damit erzählen wollen, „dass jede Person, der man im Leben begegnet, ihre eigene komplizierte Liebesgeschichte hat“, sagte Regisseur Richard Curtis im Bonusmaterial der DVD. Leider wurde der lesbische Mini-Plot – zwei Szenen zu Hause und eine, in der Karen ihr Beileid zu Geraldines Tod ausspricht – aber rausgeschnitten.

3. Merry Happy Whatever

Emmy bringt ihren Freund Matt zum ersten Mal mit zum Weihnachtsfest im trauten Familienkreise, und ihr konservativer Vater (Dennis Quaid) setzt ihm genauso zu wie den PartnerInnen seiner anderen drei Kinder. Diese brandneue Netflix-Comedyserie ist so altmodisch, dass sie schon vor vierzig Jahren hätte laufen können. Nur hätte es da wohl keine Coming Out-Story um eine von Emmys Schwestern (Ashley Tisdale, Highschool Musical) gegeben - und wenn, dann hätte sie anders geendet! Aber zu mehr als einer lesbischen Nebenhandlung (die im Trailer nicht mal angedeutet wird) hat's auch 2019 noch nicht gereicht.

Merry Happy Whatever (USA, 2019), 8 Folgen, exklusiv bei Netflix

Adam Rose, Netflix Ashley Tisdale und Dennis Quaid in „Merry Happy Whatever“

4. Season of Love

Die erste lesbische Weihnachts-Romantic Comedy des lesbischen Streaminganbieters Tello hat alles, was dazugehört: drei (künftige) Paare, sehnsüchtige Blicke, plötzliche Hürden, alles in allem mehr Zuckerguss als Handlung - und am Ende natürlich nur glücklich verliebte Gesichter. In den Hauptrollen: lesbische Schauspielerinnen wie Ex-Model Jessica Clark (True Blood, A Perfect Ending) und verdiente Lesben-Darstellerinnen wie Wynonna Earp-Star Dominique Provost-Chalkley, die auch den Titelsong beisteuerte.

Season of Love (USA, 2019), Regie: Christin Baker, Buch: Kathryn Trammell, 105 min., exklusiv bei Tello Films; bisher nur in der engl. OV, ggf. mit engl. UT (unsere Filmkritik)

5. Wynonna Earp, Staffel 3/ Folge 6

Ein friedlich-harmonisches Weihnachtsfest passt so gar nicht zu der kanadischen Kultserie um drei dämonenjagende Frauen – und so kommt’s auch nicht, selbst wenn Mama Earp nach Jahren überraschend wieder aufgetaucht ist. Aber das Traumpaar der Serie, Waverly Earp (Dominique Provost-Chalkley, s. oben) und ihre Freundin Nicole (Katherine Barrell), haben dennoch ein bisschen Spaß miteinander (im Clip ab min. 2:45). Die 3. Staffel, aus der die Folge stammt, gibt’s leider noch nicht in Deutschland, aber Netflix hat die ersten beiden Staffeln, die zumindest auch im Winter spielen.

6. A Lesbian Love Song – Christmas Time

Ein Youtube-Fundstück, das ein größeres Publikum verdient: Chloe B. hat was von einer lesbischen Lena Mayer-Landrut und weiß, was bzw. wer ganz oben auf ihrem Wunschzettel steht!

7. Hjem TiJul - Home for Christmas

Dieser norwegische Kurzfilm, geschrieben von der lesbischen Kult-Autorin Gerd Brantenberg, will euch zum Coming Out am Weihnachtsfest ermuntern. Und wer weiß: vielleicht tanzt eure Familie dann auch „Silent Night, Lesbian Night“ singend um den Weihnachtsbaum!?!

8. Tage wie diese

Drei Teenager-Liebesgeschichten während eines Schneesturms in einer US-Kleinstadt – und anders als in der Buchvorlage, dem Jugendroman Let It Snow, ist auch eine lesbische Lovestory dabei: Dorrie (Liv Hewson) schmachtet ihrem Cheerleader-Schwarm Kerry (Anna Akana) hinterher, aber die zeigt ihre Gefühle nur, wenn niemand sie sieht. Schönes Plus: Hewson (Santa Clarita Diet) ist lesbisch und nonbinär, Akana (Corporate) ist bisexuell.

Tage wie diese (USA, 2019), Regie: Luke Snellin, Buch: Laura Solon/ Victoria Strouse/ Kay Cannon, 93 min., dt. Synchronfassung oder OmU, exklusiv bei Netflix

9. Orange is the New Black - Staffel 1/ Folge 13

Bei der Netflix-Knastserie schheint es echte Weihnachtsfans gegeben zu haben: 2014 gab’s einen Bonus-Clip, in dem die Charaktere ihre Version des Weihnachtslieds „12 Days of Christmas“, nun ja, singen, 2015 erzählten sie uns eine Weihnachtsgeschichte aus Litchfield. Am schönsten aber war das Krippenspiel im ersten Staffelfinale, in dem Samira Wiley (Poussey) und andere Schauspielerinnen zeigen, wie gut sie wirklich singen können und sogar - ein kleines Weihnachtswunder! - die bislang stumme Norma mit einem glockenhellen Solo überrascht. Plus: Ein rührender Moment zwischen Big Boo (Lea DeLaria) und Lorna (Yael Stone).

10. We Need A Little Christmas

5 Freundinnen (und 2 Kinder) verbringen die Weihnachtsfeiertage in einer Hütte, und das bedeutet – zumindest in Filmen – natürlich: Konflikte, Gefühle, Liebesdramen und unangenehme Wahrheiten, die auf den Tisch kommen. Der Film von Onyx Keesha (die auch eine der Rollen – Trisha - spielt) steht, wie auch andere ihrer queeren Webserien und Kurzfilmen mit Women of Color - kostenlos im Internet.

USA 2017, 63 min., engl. OV

 

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