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Terroranschlag auf queere Bar in Oslo – spontane Protestdemo statt CSD

Am CSD-Wochenende in Oslo gab es bei einem Angriff auf eine queere Bar zwei Tote und 21 Verletzte. Der Täter wurde festgenommen, in Norwegen gilt jetzt die höchste Terrorwarnstufen. Dennoch demonstrierte die LGBTQ-Community gestern in der Hauptstadt.

26.6.2022 - Norwegen steht unter Schock: Bei einem Angriff auf die queere Bar „London Pub“ in Oslo wurden gegen 1 Uhr in der Nacht zu Samstag zwei Männer erschossen und mindestens 21 Menschen verletzt, zehn davon schwer. Im Umfeld der Kneipe soll es auch zwei weitere Tatorte gegeben haben, an denen Schüsse fielen.

Der mutmaßliche Angreifer konnte in der Nähe des Tatorts von der Polizei festgenommen werden, geäußert hat er sich zu der Tat bisher nicht. Es handelt sich um einen 42-jährigen Norweger, der im Iran geboren wurde und wegen kleinerer Delikte wie Drogenbesitzes polizeibekannt war.

Bereits seit 2015 wissen die Sicherheitsbehörden, dass er sich einem islamistischen Netzwerk angeschlossen hat. Noch im Mai habe der Inlandsgeheimdienst PST eine so genannte Gefährderansprache bei ihm durchgeführt, wie PST-Chef Roger Berg auf einer Pressekonferenz sagte. Weil er psychische Probleme haben soll, werde auch sein geistiger Zustand untersucht.

Protestdemo trotz erhöhter Terrorwarnstufe

Die Polizei stuft den Anschlag als islamistisch motivierte Straftat durch einen Einzeltäter ein. Auch wenn es aktuell keine Hinweise auf weitere Terroranschläge gebe, setzte Norwegen die Terrorwarnstufe von 3 (moderat) auf die höchste Stufe 5.

In der Nähe des London Pubs (das noch abgesperrt ist) legten viele Menschen Regenbogenfahnen und Blumen nieder, darunter auch Ministerpräsident Jonas Gahr Støre, Kronprinz Haakon und seine Frau Mette-Marit.

Der für Samstag geplante CSD in Olso wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt. Dennoch zogen gestern tausende Menschen bei einer spontanen Demonstration durch Oslos Innenstadt und setzten mit Gesängen wie „We’re here, we’re queer, we won’t disappear“ ein Zeichen gegen Intoleranz, Hass und Terror. Die offizielle Pride-Parade soll nachgeholt werden.

In Berlin und Frankfurt/Main fanden gestern Mahnwachen statt.

 

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