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TV-Tipp: "One Day at a Time" - Eine Familie zum Verlieben

Es wäre schade drum, wenn „One Day at a Time“ im stetig wachsenden Netflix-Angebot untergehen würde, findet unsere TV-Kritikerin und legt uns die witzig-warme Familien-Comedy mit lesbischer Tochter ans Herz.

Netflix/ Ali Goldstein Syd (Sheridan Pierce, l.), Elena (Isabella Gomez) und der nervige kleine Bruder Alex (Marcel Ruiz)

Von Meike Lockhorst

12.2.2019 - Dass Netflix vergangene Woche die 3. Staffel von One Day at a Time veröffentlicht hat, werden viele Abonennt*innen kaum registriert haben, denn in dem stetig wachsenden Serienkatalog des Streaming-Anbieters geht die kleine, aber feine Sitcom ein wenig unter. Das ist schade, denn sie ist nicht nur witzig und mit sehr viel Herz erzählt, sondern adressiert auch wichtige gesellschaftliche Themen und stellt sie nuanciert dar. Dazu gehören unter anderem sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität, Coming-out und Homophobie.

Im Mittelpunkt von One Day at a Time steht Penelope Alvarez (Justina Machado). Sie ist Veteranin und leidet noch immer unter den seelischen Folgen ihres Einsatzes in Afghanistan. Nach der Trennung von ihrem Mann ist sie alleinerziehend, wird jedoch tatkräftig von ihrer Mutter Lydia (Rita Moreno) unterstützt, einer Exil-Kubanerin, die bei ihr und ihren Kindern Elena (Isabella Gomez) und Alex (Marcel Ruiz) wohnt. Zur erweiterten Familie gehören zudem der Hausbesitzer Schneider (Todd Grinnell) und Dr. Berkowitz (Stephen Tobolowsky), Penelopes etwas linkischer Boss, der hoffnungslos in Lydia verliebt ist.

Elena und Syd - eine ganz normale lesbisch-nonbinäre Teenie-Liebe

Eine wichtige Storyline in der ersten Staffel der Serie ist das Coming Out der Teenagerin Elena, die zunächst sich selbst und dann ihrer Familie eingesteht, dass sie lesbisch ist. In Staffel 2 verliebt Elena sich in Syd (Sheridan Pierce). Syd identifiziert sich als nicht-binär und verwendet die Pronomen „they/ them“ (in diesem Zusammenhang übrigens hier der Hinweis, dass es ratsam ist, die englische Originalversion zu gucken). Elenas Familie reagiert zwar kurz irritiert, stellt sich aber schnell darauf ein.

Die Beziehung von Elena und Syd wird auch in der dritten Staffel weitererzählt, und zwar als ganz normale Teenager-Liebe, die durch Höhen und Tiefen geht. Es wird immer wieder deutlich, dass es im Wesentlichen um dieselben Gefühle und Bedürfnisse, Ängste und Unsicherheiten geht, wie sie auch heterosexuelle Jugendliche bei der ersten Liebe erleben. Dabei wird ein gravierender Unterschied für die beiden aber auch nicht ausgeblendet: Nämlich wie die Außenwelt auf sie als Paar reagiert. Leider nicht nur positiv.

Humor, Wärme, Ernsthaftigkeit und lesbische Nebenrollen

Neben Elena und Syd gibt es weitere queere Figuren, die in Neben- bzw. Gastrollen zu sehen sind. Gleich in der ersten Folge versucht Elena, Penelopes Cousine Pilar (gespielt vom bisexuellen Brooklyn Nine-Nine-Star Stephanie Beatriz) mehr oder weniger subtil dazu zu bewegen, sich vor der Familie zu outen, was zu einigen überraschenden Erkenntnissen nicht nur für Elena, sondern die gesamte Familie führt. Und auch Penelopes lesbische Freundin Ramona (Judy Reyes, Scrubs), bei der sie nach Elenas Coming Out in Staffel 1 Rat suchte, ist in einigen Folgen dabei.

Die gut erzählte Storyline rund um Elena ist aber nicht das einzige, was One Day at a Time sehenswert macht. Es ist eine unterhaltsame Mischung aus Humor, Wärme und Ernsthaftigkeit, mit einigen auch sehr rührenden Momenten. Am besten macht sich jede von euch, die ein Netflix-Abo hat, sofort selbst ein Bild davon. Denn jeder Abruf zählt, damit Netflix die Serie verlängert und wir auch nächstes Jahr wieder über One Day at a Time schreiben können, dann zur Veröffentlichung von Staffel 4. Alles andere wäre ein großer Verlust – nicht nur, aber eben auch für die lesbische Sichtbarkeit in Serien.

Meike Lockhorst schreibt in ihrem Blog Seriennotizen regelmäßig über Fernseh- und Streamingserien.

Weiterlesen: 6 Streamingserien mit lesbischen und bisexuellen Charakteren und  6 neue Lesbenfilme, auf die wir uns freuen

 

 

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