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"Versteckte Flagge" bringt LGBT-Sichtbarkeit nach Russland

Mit der subversiven Aktion #HiddenFlag tricksten sechs AktivistInnen während der Fußball-WM in Russland die Polizei aus und brachten die – dort verbotene – Regenbogenfahne im Moskauer Stadtbild unter.

Von Karin Schupp

11.07.2018 - In Russland ist die „Werbung für Homosexualität“ verboten, und dazu gehört auch die Regenbogenfahne - der Kreml hält es offensichtlich für wahrscheinlich, dass sie unschuldige Heteros in die Fängen der Homosexuellen treibt. Wer also die Flagge der LGBT-Bewegung öffentlich trägt, kann mit Bußgeld belegt oder sogar verhaftet werden.

Aber was lässt sich gegen sechs Fußball-Fans sagen, die während der WM fröhlich nebeneinander durch Moskaus Straßen spazieren? Und deren Trikots - Spanien (rot), Niederlanden (orange), Brasilien (gelb), Mexiko (grün), Argentinien (blau) und Kolumbien (violett) - zufällig den Farben der Regenbogenfahne entsprechen?

Diese Idee setzte eine Gruppe von sechs AktivistInnen aus den jeweiligen Ländern in der Aktion „The Hidden Flag“ (Die versteckte Flagge) um und ließ sich auf dem Roten Platz, neben Polizisten, in Kneipen, einer U-Bahn-Station und anderen Orten der Hauptstadt fotografieren (Galerie).

„Dieses Projekt erlaubt uns, unsere Stimmen für diejenigen zu erheben, die es nicht können“, sagt die argentische Aktivistin Vanesa Paola Ferrario auf der Website der Gruppe und freut sich über „die Reinterpretation der FIFA-Shirts (ein Verband, der für seine Probleme mit männlichem Chauvinismus bekannt ist).“

Während ihres fünftägigen Besuchs in Moskau blieb die Gruppe unbehelligt. „Unsere ersten Schritte fühlten sich sehr unheimlich an. Aber nach und nach wurde uns klar, dass niemand merkte, was wir taten“, sagte die spanische Teilnehmerin Marta Márquez, Vorsitzende eines LGBT Familien-Verbands, in der BBC-Radiosendung Newsbeat. „Die meisten Leute waren sehr nett zu uns, vor allem die Touristen. Wenn sie gewusst hätten, was wir tun, wäre es aber wahrscheinlich anders gewesen.“

Der spanische LGBT-Verband FELGTBD, der hinter #HiddenFlag steckt, nutzte das weltweite Medieninteresse, um darauf hinzuweisen, dass die Aktion nicht nur „allen Personen, die in Russland leben und täglich der Diskriminierung und  Angst entgegentreten“, Sichtbarkeit geben soll, sondern auch alle „anderen Teile der Welt, in denen LGTBI ausgegrenzt, verfolgt oder gedemütigt werden“, miteinschließt.

Mehr Informationen und alle Fotos der Aktion: thehiddenflag.org.

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