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Vier Tore - und weiter geht’s für Steffi Jones

Ein starkes DFB-Team gewann das gestrige Freundschaftsspiel gegen Frankreich mit 4:0 und sicherte damit den Job von Bundestrainerin Steffi Jones. Denn die stand zuletzt so schwer in der Kritik, dass die Begegnung als ihr "Schickssalsspiel" galt.

Uta Zorn Out im Fußball: Steffi Jones und Tabea Kemme (die vor dem Spiel im "Bild"-Interview verriet, dass sie eine Freundin hat) gestern Abend in Bielefeld

Aus Bielefeld Uta Zorn

25.11.17 - Das letzte Länderspiel des Jahres der Fußballnationalmannschaft der Frauen gegen die WM-Gastgeberinnen und Mitfavoritinnen aus Frankreich hatte es in sich. DFB-Präsident Grindel hatte nach dem enttäuschenden Auftritt in der WM-Qualifikation gegen Island im Oktober Steffi Jones öffentlich angezählt. Er forderte eine deutliche Leistungssteigerung und erklärte den Test gegen Frankreich quasi zum Schicksalsspiel. Von der Antwort des Teams hat er sich live im Stadion überzeugen können.

Steffi Jones' Mannschaft zeigte sich spielfreudig und machte von Beginn an klar, wer als Siegerin vom Platz gehen will. Neben einer geschlossenen Mannschaftsleistung und hoher Laufbereitschaft zeigten zwei Spielerinnen deutlich, wie sehr sie bei der EM vermisst wurden: Alexandra Popp und Svenja Huth, die sich um alle Tore des Spiels kümmerten.

Die Französinnen kamen kaum vors Tor

Den Anfang machte Popp mit einem sehenswerten Kopfball unter die Latte nach einem präzisen Freistoß von Dzsenifer Marozsan. Wieder per Kopf legte Popp auch das 2:0 für Svenja Huth vor, die nur noch den Rücken hinhalten musste. Das 3:0 machte die Stürmerin nach einem Abpraller mit dem Fuß dann wieder selbst.

In der zweiten Hälfte kontrollierten die DFB-Frauen weiterhin das Spiel, die Französinnen kamen kaum vors Tor von Almuth Schult. Für den vierten Treffer sorgte dann wieder Svenja Huth: Aus gut 20 Metern beförderte sie den von Tabea Kemme aufgelegten Ball per Bogenlampe ins Tor.

Kemme, die bei der EM von Jones kaum berücksichtigt wurde, lief erstmals zusammen mit Kapitänin Dzsenifer Marozsan auf der Doppel-Sechs auf und machte ihre Sache, wie zuvor in der Abwehr oder im Sturm der Nationalmannschaft, gut.

Auch die Abwehr um Babett Peter stand sicher und ließ kaum etwas gegen die etwas lustlosen wirkenden Französinnen zu. Eugenie Le Sommer verschoss kurz vor Ende noch einen Elfmeter.

Jones: "Es geht nicht um mich, es geht um den Frauenfußball"

Damit ist die Trainerinnendiskussion beim DFB jetzt erst mal vorbei. Doppeltorschützin Alexandra Popp machte nach Abpfiff im ARD-Interview deutlich: „Es war eine Antwort für alle Kritiker da draußen. Das war unser Plan, nicht nur dass wir uns selbst beweisen, dass wir kicken können, dass wir die Qualität haben, und auch in Richtung Trainerin.“

Jones schob die Kritik an ihrer Person beiseite und sagte ebenfalls in der ARD: „Es geht nicht um mich, es geht um den Frauenfußball, um den gemeinsamen Erfolg. Es freut mich einfach wahnsinnig, dass sie sich heute selbst bestätigt haben. Wir haben einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Wir sind nach der Niederlage gegen Island aufgewacht und haben nun gezeigt, dass wir es besser können.“

Es war eine deutliche Leistungssteigerung gegen allerdings äußerst schwach agierende Französinnen - aber was heißt das jetzt für die WM-Qualifikation? Alles unverändert: Deutschland führt mit zwei Punkten Vorsprung in der Tabelle und muss die Rückspiele gegen Tschechien und Island im April und September nächsten Jahres gewinnen, erst dann geht es zur WM 2019 nach Frankreich. Präsident Grindel, der sich auf der Tribüne erst beim 4:0 freudig regte, kommentierte das Gesehene bislang nicht.

Mehr Frauenfußball gibt's in Uta Zorns Blog Cornerkick.

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