L-Mag

Was machen eigentlich die “The L Word”-Stars?

Vor 15 Jahren startete die Lesbenserie, vor zehn Jahren ging sie zu Ende – und bald gibt's ein Reboot mit neuen Folgen! Zeit für einen Cast-Check: Was wurde aus den Schauspielerinnen, und wie gut stehen die Chancen, Shane, Tina, Jenny & Co. wiederzusehen?

Showtime So fing's an damals im "Planet": Alice, Shane, Marina, Dana (v.l.n.r.)

Von Karin Schupp

21.4.2019 - Vom 2004 bis 2009 lief beim US-Sender Showtime die weltweit erste lesbische Fernsehserie und machte ihre Schauspielerinnen - einige von ihnen bekannt, andere Newcomerinnen – zu Stars der Lesbenwelt, die wahrscheinlich weltweit und lebenslang auf keiner Lesbenparty mehr ihre Drinks selber bezahlen müssen.

Aber was wurde aus ihnen, als The L Word nach sechs Staffeln endete und sie wieder in die Hetero-Film-und-TV-Welt geschubst wurden? Und wie wahrscheinlich ist es, dass wir die früheren Charaktere im Reboot, das Ende des Jahres starten soll, wiedersehen? Noch hat das Casting nicht begonnen, und es wird einige neue, jüngere Hauptfiguren geben, aber wir hoffen natürlich auf viele bekannte Gesichter im Cast oder zumindest in Gastauftritten!

Showtime Shane und Alice

Kate Moennig (Shane)

… vor  The L Word:  Ihre bis dahin größte Rolle: In der kurzlebigen Highschool-Serie Young Americans (2000) spielte sie eine Schülerin, die sich als Junge ausgibt.

… nach The L Word: Steht immer noch im Schatten ihrer weit erfolgreicheren Cousine Gwyneth Paltrow und steckt in der Shane-Schublade: Als lesbische Assistentin in Ray Donovan ist sie seit 2013 eine Art Shane am Schreibtisch, in der Comedyserie Grown-ish spielte sie jüngst Shane als lesbische College-Professorin. Dass sie auch privat lesbisch ist, ist bis heute nur ein offenes Geheimnis.

„Shane“ im Reboot? Zu 100%! Moennig ist eine der Produzentinnen und wird voraussichtlich in jeder Folge zu sehen sein.

 

Leisha Hailey (Alice)

… vor The L Word: War in den Neunzigern mit dem Indie-Popduo The Murmurs (später: Gush) unterwegs und schon damals ein Lesbenpromi, da sie fast fünf Jahre lang mit der Musikerin k.d. lang liiert war und den Love Interest in dem Lesbenfilm All Over Me (1997) spielte.

… nach The L Word kehrte sie zur Musik zurück und gründete mit ihrer damaligen Freundin Camila Grey die Band Uh Huh Her (löste sich 2016 auf). Als Schauspielerin sahen wir sie nur selten, etwa in der Amazon-Serie Bosch (Staffel 2). Ihre letzter Film, die Horrorkomödie Dead Ant (2017, Trailer), lief noch nicht bei uns.

„Alice“ im Reboot? Zu 100%! Hailey ist eine der Produzentinnen und wird voraussichtlich in jeder Folge zu sehen sein.

Showtime Bette, Tina und Baby Angelica - inzwischen wohl Teenager Angelica

Jennifer Beals (Bette)

… vor The L Word: Seit Flashdance (1983) ein Filmstar mit Golden Globe-Nominierung – ihrem Namen auf der Besetzungsliste ist es zu verdanken, dass die Serie damals grünes Licht bekam.

… nach The L Word: Mehrere Serien-Hauptrollen, aber die Thrillerserie Taken war bisher die einzige, die wenigstens auf zwei Staffeln kam. Am 31. Mai startet in den USA ihre neue Serie Swamp Thing, eine Horrorcomic-Verfilmung, in der sie einen knallharten Dorfsheriff spielt.

„Bette“ im Reboot? Zu 100%! Beals ist eine der Produzentinnen und wird nach jetziger Planung in jeder Folge zu sehen sein.

 

Laurel Holloman (Tina)

… vor The L Word: Heteros kannten sie aus der Serie Angel: Jäger der Finsternis, Lesben aus ihrer allerersten Rolle als Babydyke im Coming Out-Film 2 Girls in Love (1995).

… nach The L Word: 2010 stieg sie aus der Schauspielerei aus und widmet sich seitdem ganz der Malerei - mit Erfolg: Sie hatte schon in Ausstellungen von Buenos Aires bis Berlin, im Juli zeigt eine Galerie in Paris ihre großformatigen, überwiegend abstrakten Gemälde.

„Tina“ im Reboot? Tja. Die Malerei gefalle ihr „besser, als an einem Filmset zu sein“, sagte sie 2017 dem Lesbenmagazin DIVA. Aber im selben Interview (das vor den Relaunch-News stattfand) spekulierte sie auch über Tinas Beziehungsstatus: „Ich glaube, Tina und Bette sind glücklich verheiratet! Ich bin Romantikerin!“ Eigentlich bleibt ihr also nichts anderes übrig, als zurückzukehren!

Showtime Dana mit Lara (Lauren Lee Smith, l.), die auch gerne zurückkommen darf

Erin Daniels (Dana)

… vor The L Word war sie kurz davor, ihren Beruf hinzuschmeißen, da sie nie über kleine Rollen hinausgekommen war; Robin Williams‘ Thriller One Hour Photo (1999) war ihre größte Produktion.

… nach The L Word  nahm Daniels‘ Karriere leider auch keine richtige Fahrt auf, sodass sie sich inzwischen mit einem Büro für Innenarchitektur und Design ein zweites Standbein schuf. In den letzten Monaten drehte sie den Horrorfilm Animal Among Us und die Komödie The Surrogate (beide hatten noch keine Premiere).

„Dana“ im Reboot? Ihre guten Freundinnen Kate und Leisha hätten sie bestimmt gerne dabei, aber: Dana ist nun mal seit Staffel 3 tot, und die neue Showrunnern Marja-Lewis Ryan sagte bereits zum Thema Wiederbelebung toter Charaktere: "Sci-Fi mache ich nicht."

Showtime Jenny und Marina - eins der bekanntesten Bilder der Serie

Mia Kirshner (Jenny)

… vor The L Word: In ihrer kanadischen Heimat wurde sie als Teenagerin mit Dracula – The Series bekannt, in der Thrillerserie 24 trieb sie als Terroristin „Mandy“ ihr Unwesen.

… nach The L Word  hatte sie Rollen in den Serien The Vampire Diaries, Defiance (als bisexuelle Bordellchefin) und - aktuell – in Star Trek: Discovery.

„Jenny“ im Reboot? Auch sie ist tot - darum drehte sich bekanntlich die ganze letzte Staffel. Man würde sich zwar nicht wundern, wenn Jenny ihren Tod nur vorgetäuscht hätte, aber: siehe oben (und der Ruf nach ihrer Wiederbelebung ist, wenn man sich so bei den Fans umhört, nicht besonders laut).

 

Karina Lombard (Marina)

… vor The L Word: War Model und schulte dann auf Schauspielerin um. Eine ihrer ersten Rollen, im australischen Film White Saragossa Sea (1993), war zugleich ihre größte, in Legends of the Fall (1994) spielte sie Brad Pitts Frau.

… nach The L Word: Zwei größeren Rollen in The 4400 und Rescue Me, danach war sie kaum noch zu sehen. Ihre wahre Berufung fand sie wohl inzwischen in esoterischen Workshops T.A.O.S. („The Art of Shapeshifting“), die sie in Los Angeles anbietet.

„Marina“ im Reboot? Unwahrscheinlich – und das beruht wohl auf Gegenseitigkeit: Sie selbst fühlte sich bei den Sexszenen unwohl, und bei Cast und Crew war sie nicht besonders beliebt, sodass sie nach Staffel 1 nur noch für drei Folgen zurückkehrte.

Showtime Das nennen TV-Fans "OTP" (=one true pairing): Shane und Carmen

Sarah Shahi (Carmen)

… vor The L Word: Die Cheerleaderin bei den Dallas Cowboys begann ihre Karriere im Jahr 2000 als Statistin beim Richard Gere-Film Dr. T and the Women. Ihre einzige größere Rolle hatte sie in der ersten Staffel von Alias.

… nach The L Word war sie die größte Senkrechtstarterin des Casts: Neben Hauptrollen in den Serien Life, Fairly Legal und Reverie spielte Shahi in Person of Interest ihre zweite lesbische Kultfigur: die Killerin „Shaw“. Zurzeit ist sie – unter ihrem Niveau! – nur als Freundin der Hauptfigur in der neuen Krimiserie The Rookie zu sehen.

„Carmen“ im Reboot? Fast sicher: „Wir haben besprochen, dass ich sehr stark eingebunden werde“, sagte sie im Februar dem Hollywood Reporter. Offiziell bestätigt wurde ihre Rückkehr zwar noch nicht, es dürfte es sich dabei aber nur noch um eine Formsache handeln.

Showtime Helena und Kit

Rachel Shelley (Helena)

… vor The L Word hatte die Londonerin vor allem indische Fans: Sie spielte die weibliche Hauptrolle in dem Oscar-nominierten Film Lagaan – Es war einmal in Indien (2001).

… nach The L Word: Starb in Once Upon a Time und der Krankenhaussoap Casualty den TV-Tod und spielt aktuell in Deep State, einer Agentenserie ihres Lebensgefährten Matthew Parkhill, mit. Der Lesbenwelt blieb sie mit der Webserie Different for Girls (2017) und Artikeln für das britische Lesbenmagazin DIVA verbunden.

„Helena“ im Reboot? Es spricht nichts dagegen – und vieles dafür! Und ihre TV-Mama Holland Taylor („Peggy Peabody“), die sich 2015 als lesbisch outete, kann sie gerne mitbrigen!

 

Pam Grier (Kit)

… vor The L Word: War mit „Blaxploitation“- und Frauenknast-Filmen in den Siebzigern einer der ersten weiblichen Action-Stars und erlebte dank Quentin Tarantinos Jackie Brown 1997 ihr Comeback.

… nach The L Word schrieb sie ihre Autobiografie Foxy: My Life in Three Acts (2010), die demnächst verfilmt wird. Ihre Actionkomödie Bad Grandmas (2017) lief (noch) nicht bei uns, gerade startete ihre neue Sitcom Bless This Mess, in der sie den Sheriff eines Provinzkaffs spielt.

„Kit“ im Reboot? Nein: Die Arbeit bei Bless This Mess lasse ihr dafür keine Zeit, sagte sie im Februar der Webseite Deadline.

Showtime Tasha und Alice

Rose Rollins (Tasha)

… vor The L Word war sie nahezu unbekannt, stand aber schon einmal mit Jennifer Beals vor der Kamera: Sie spielte eine Nebenrolle in deren Film 13 Moons (2002).

… nach The L Word  verlegte sie sich auf Krimiserien wie Chase, Bosch und – als supergestylte Privatdetektivin - in The Catch. Auch in dem lesbischen Low Budget-Film Girltrash: All Night Long (2014) von The L Word-Produzentin Angela Robinson war sie zu sehen.

„Tasha“ im Reboot? Wahrscheinlich: Mit Leisha Hailey versteht sie sich gut, und Tasha und Alice könnten sie doch nun wirklich noch ein Paar sein lassen.

Paul Michaud/ Showtime Max, hier mit Jenny, gehörte zu den weniger gelungenen Charakteren und stand deshalb schon damals in der Kritik - aber nicht dafür, dass er von einer Cis-Frau gespielt wurde

Daniela Sea (Max)

… vor The L Word: Lesbische, queerfeministische Punkrockerin und Weltreisende, lebte unter anderem acht Monate lang in Indien – als Mann. Schauspiel-Erfahrung hatte sie zuvor nur am College gesammelt.

… nach The L Word: War in einigen Indie-Filmen zu sehen, kürzlich drehte sie Mapacho, ein „TRANS-Amazonian love triangle“ (noch nicht erschienen). Legt mit ihrer DJ-Partnerin Gunn Lundemo auf LGBT- und Frauenparties weltweit auf und stand im Oktober in Wien in dem queeren Theaterstück Ghost Times - A Queer Journey Through Theatre auf der Bühne.

„Max“ im Reboot: Sehr unwahrscheinlich – es wird zwar Trans*charaktere geben, aber anders als damals werden sie definitiv mit Trans*personen besetzt.

Paul Michaud/ Showtime Jodi und Bette

Marlee Matlin (Jodi)

… vor The L Word: Gewann 1987 als erste und bisher einzige Gehörlose einen Oscar (mit Gottes vergessene Kinder) und spielte unter anderem in den Serien Die Staatsanwältin und der Cop, Picket Fences: Tatort Gartenzaun und The West Wing mit.

… nach The L Word: Musste 2011 wegen Steuerschulden ihr Haus in L.A. verkaufen und bezahlte ihre Rechnungen auch mit Auftritten in den Realityshows Dancing with the Stars und Donald Trumps Celebrity Apprentice. Zuletzt war sie in den Serien Switched At Birth, Quantico (Staffel 3) und The Magicians (seit Staffel 2) zu sehen.

„Jodi“ im Reboot? Wahrscheinlich: Matlin brachte sich schon nach der ersten Revival-Ankündigung 2017 ins Spiel: „Ich habe mich immer gefragt, was nach Bette aus Jodi wurde…“, schrieb sie auf Twitter. Und sie hat bekanntlich einen kurzen Draht zu Jennifer Beals, mit der sie schon vor ihrer The L Word-Zeit befreundet war.

Showtime Papi, hier mit Alice, hatte als Shane-Konkurrentin einen schweren Stand

Janina Gavankar (Papi)

… vor The L Word war sie eine Newcomerin, die nur als Gesicht der virtuellen (und gefloppten) Microsoft-Suchmaschinenassistentin „Ms. Dewey“ halbwegs bekannt war.

… nach The L Word: Spielte in den Serien True Blood, Detective Laura Diamond und Sleepy Hollow mit. Außerdem verkörperte die passionierte Gamerin verschiedene Charaktere in Videospielen, etwa in Far Cry 4 und Stars Wars: Battlefront II. Ihr neuer Film Torrance mit Ben Affleck soll im Herbst Premiere haben.

„Papi“ im Reboot? Sie war die einzige lesbische Hauptfigur (Staffel 4), die sich bei den Fans nie wirklich durchsetzen konnte. Aber eine zweite Chance hätte sie verdient!

Finde deinen Weg zum Heft…

L-MAG.de finde ich gut!

Wir wollen, dass möglichst viele K-Word, unsere News, Filmtipps und internationalen Berichte lesen können.
Die Sichtbarkeit von lesbischen News im Netz ist uns sehr wichtig.
Deshalb werden L-MAG.de und mobil.l-mag.de weiterhin kostenlos bleiben!

Aber guter Online-Journalismus kostet genauso wie guter Print-Journalismus. Allein durch Werbebanner kommt nicht genug Geld rein. Wenn du L-MAG.de und unsere Service-Seiten (wie L-Dating) gut findest und lesbische Online-Inhalte unterstützen willst, kannst du das ganz einfach tun: Spende einmalig 1 Euro oder gleich 10 Euro fürs ganze Jahr.

Vielen Dank! Dein L-MAG-Team

L-MAG.de finde ich gut!

Diese Website verwendet Cookies, Google Analytics und den Adserver Google DFP. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, stimmen Sie dem zu.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK

L-MAG.de finde ich gut!

Wir wollen, dass möglichst viele K-Word, unsere News, Filmtipps und internationalen Berichte lesen können.
Die Sichtbarkeit von lesbischen News im Netz ist uns sehr wichtig.
Deshalb werden L-MAG.de und mobil.l-mag.de weiterhin kostenlos bleiben!

Aber guter Online-Journalismus kostet genauso wie guter Print-Journalismus. Allein durch Werbebanner kommt nicht genug Geld rein. Wenn du L-MAG.de und unsere Service-Seiten (wie L-Dating) gut findest und lesbische Online-Inhalte unterstützen willst, kannst du das ganz einfach tun: Spende einmalig 1 Euro oder gleich 10 Euro fürs ganze Jahr.

Vielen Dank! Dein L-MAG-Team

Nein Danke, möchte ich nicht | Hab schon!

L-MAG.de finde ich gut!
x