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Wie LGBT-freundlich sind die deutschen DAX-Konzerne?

Die 30 größten börsennotierten Unternehmen haben eine Vorbildfunktion für die deutsche Wirtschaft - aber wie offen sind sie gegenüber LGBT+? Der erste DAX 30 LGBT+ Diversity Index zeigt: SAP liegt vorn, auf dem letzten Platz: Wirecard.

Charlie Nguyen/ CC-BY

Von Julius Brockmann

17.12.2019 - In einem Ranking ist nun ablesbar, wer sich von den 30 größten börsennotierten Unternehmen besonders für eine Unternehmenskultur einsetzt, die offen gegenüber LGBT+ ist. Im ersten so genannten DAX 30 LGBT+ Diversity Index liegt der Softwarekonzern SAP vorn. Das Unternehmen aus Baden-Württemberg erreichte die volle Punktzahl. Am Tabellenende befindet sich das Zahlungsdienstleistungsunternehmen Wirecard.

Verantwortlich für das Ranking ist das LGBT+ Sozialunternehmen Uhlala. Mit Hilfe einer Umfrage in zehn Kategorien ermittelten die Expertinnen und Experten, wie stark sich die DAX-Firmen im Diversity Management engagieren. Pluspunkte gab es zum Beispiel, wenn Unternehmen in der internen und externen Kommunikation LGBT+ Themen aufgreifen oder in Schulungen ihre Mitarbeitenden für die Belange von Lesben und Schwulen sensibilisieren.

Erfreulich: Mehr als zwei Drittel aller DAX-Unternehmen betrachten die sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität als festen Bestandteil ihres Diversity Managements.

LGBT+ Netzwerke, geschlechtsneutrale Toiletten

Konkrete Maßnahmen daraus sind zum Beispiel die Teilnahme an LGBT+ Events, die Verankerung des Antidiskriminierungsschutz in den Unternehmensrichtlinien oder dass eine geschlechtsneutralen Toilette angeboten wird.

23 der 30 Unternehmen haben ein eigenes LGBT+ Mitarbeitenden-Netzwerk, wovon 20 finanziell von den Unternehmen unterstützt werden. Jedoch nutzen weniger als die Hälfte der DAX-Unternehmen eine inklusive Sprache. Hier gibt es also Nachholbedarf.

Die Top 5 des Index - SAP, Allianz, Siemens, Bayer und Daimler – gehören zugleich zu den Top 50 der weltweit innovativsten Unternehmen (nach dem Innovationsindex 2019 der Boston Consulting Group).

Als Leitunternehmen der deutschen Wirtschaft haben sie eine Vorbildfunktion. Wichtig ist das vor allem deshalb, da noch immer 63 % aller LGBT+ bei der Arbeit vor Kolleginnen und Kollegen nicht offen über ihre sexuelle Orientierung sprechen können.

Insgesamt beteiligten sich 22 der 30 befragten Unternehmen. Die Wertung der anderen DAX-Mitglieder erfolgte aufgrund von öffentlich zugänglichen Informationen. Das komplette Ranking steht auf der Internetseite der Uhlala Group, den kompletten Report gibt es hier als PDF.

 

Weiterlesen: Sexuelle Orientierung im Job immer noch ein Tabu

 

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