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Wir feiern Hochzeitstag: Zwei Jahre Ehe für alle

Seit Frauen- und Männer-Paare in Deutschland heiraten dürfen, machten sie rund sieben Prozent aller Eheschließungen aus. In einem Punkt ist die Gleichstellung aber noch nicht vollzogen: Auch für verheiratete Paare gilt immer noch die Stiefkindadoption.

Pixabay/ PD

Von Sabine Mahler

5.10.2019 - Im Sommer vor zwei Jahren ging alles plötzlich ganz schnell: Kurz vor der Bundestagswahl im September 2017 machte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Ehe für alle zur Gewissensfrage ohne Fraktionszwang. Und das Ergebnis war eindeutig, auch wenn die Kanzlerin damals dagegen stimmte: Seit dem ersten Oktober 2017 gilt die Ehe für alle, und inzwischen haben rund 33.000 gleichgeschlechtliche Paare geheiratet. Das sind laut Statistischem Bundesamt ungefähr sieben Prozent aller in diesem Zeitraum geschlossenen Ehen.

Als vor zwei Jahren die Ehe geöffnet wurde, war das höchste Zeit für das westlich orientierte Deutschland, denn bereits weitaus katholischere Länder wie Irland, Spanien oder sogar Brasilien führten schon lange vorher die Ehe für alle ein. Den Anfang machten die Niederlande im Jahr 2001, während Deutschland erst als vierundzwanzigstes Land die Ehe öffnete.

Stiefkindadoption für die Ehefrau noch nicht abgeschafft

Ein Grund für das lange Zögern war sicherlich das Abstammungsrecht. In einer deutschen Ehe gilt: Der Ehemann wird gesetzlich automatisch als der Vater des Kindes anerkannt (auch, wenn er es biologisch nicht ist). Bei einem lesbischen Paar gilt aber immer noch die Stiefkindadoption: Die Partnerin der schwangeren Ehefrau muss das Kind nach der Geburt adoptieren. Wie nervenaufreibend und vor allem langwierig dieser Prozess ist, berichtete in letzter Zeit immer wieder die berühmte Beachvolleyballerin Kira Walkenhorst (siehe K-Word #290). Ihre Frau Maria Walkenhorst hatte im letzten Jahr Drillinge bekommen.

Inzwischen hat das Bundesjustizministerium jedoch eine Reform des Familienrechts geprüft und kommt zu folgender Empfehlung: Beide miteinander verheiratete Frauen sollte automatisch das Sorgerecht für ihr gemeinsames Kind bekommen. Bis daraus nun ein expliziter Gesetzesentwurf wird kann es noch dauern. Dennoch bleibt zu hoffen, dass die Ehe bald in der Konstellation gefeiert werden kann, für die sie steht: als Familie.

 

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