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„Queeres Leben mit Pflege? – Wir wollen es wissen!“: Bundesweite Umfrage zur Lebenssituation pflegebedürftiger LSBTIQ* und Menschen mit HIV gestartet

Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS e.V.) © iStock.com/Jacob Wackerhausen 1648699532

Wie erleben queere Menschen den Übergang in die Pflege? Welche Ängste begleiten Menschen mit HIV, wenn sie auf fremde Hilfe angewiesen sind? Was belastet ihre pflegenden An- und Zugehörigen? Um diese Fragen zu beantworten und passgenaue Unterstützungsstrukturen zu schaffen, hat die Bundesfachstelle Pflege und Alter(n) von LSBTIQ* und Menschen mit HIV eine bundesweite Online-Umfrage gestartet. 

Das Thema Pflege trifft viele Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und queere Menschen (LSBTIQ*) unvorbereitet. Die Auseinandersetzung mit dem Älterwerden und einer drohenden Pflegebedürftigkeit wird in der Community häufig so lange wie möglich hinausgezögert. Die Angst vor einem erneuten Autonomieverlust oder Diskriminierung im Pflegesystem führt oft zu einer Tabuisierung des Themas im eigenen Umfeld. Tritt die Pflegebedürftigkeit dann plötzlich ein, stehen Betroffene und ihre Wahlfamilien oftmals vor einer massiven Überforderung.

Die Ergebnisse der gestarteten Umfrage bilden das Fundament für ein Lots*innenprogramm der Bundesfachstelle, welches die Selbsthilfe sowie die sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung im Pflegekontext sichern soll. Das Programm soll genau hier ansetzen: Es will Ängste abbauen, zur frühzeitigen Vorsorge ermutigen und sicherstellen, dass niemand im Krisenfall allein ist. Das Projekt ist in Trägerschaft der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) e.V. und wird durch den GKV-Spitzenverband im Einvernehmen mit dem PKV-Verband gefördert.

Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS e.V.) © iStock.com/Frazao Studio Latino 2214725018

Sichtbarkeit schaffen, wo Schweigen droht
Noch immer ist das Regelsystem der Pflege oft unzureichend auf die Lebensrealitäten von LSBTIQ* vorbereitet. Die Sorge vor Diskriminierung führt nicht selten zum Rückzug aus der Community oder zum Verschweigen der eigenen Biografie gegenüber Pflegediensten.
„Wir wollen wissen, was die Community wirklich braucht. Nur mit einer soliden Datenbasis können wir Angebote entwickeln, die nachhaltig wirken und die soziale Teilhabe sichern – jede Antwort zählt.“, erklärt Markus Johannes, Projektkoordinator der Bundesfachstelle. 

Aufruf zur Teilnahme: Betroffene, Zugehörige und Fachkräfte gefragt
Die Umfrage richtet sich sowohl an pflegebedürftige Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und queere Menschen als auch an pflegebedürftige Menschen mit HIV sowie an deren pflegende An- und Zugehörige, wie Partner*innen, Wahlfamilien, Freund*innen. Auch Pflegefachkräfte sind angesprochen, die die Befragung gemeinsam mit ihren Klient*innen ausfüllen möchten.

Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS e.V.) © iStock.com/Barcielaphoto 1507805097

Jetzt teilnehmen
Die Befragung ist anonym. Sie nimmt ca. 30 Minuten in Anspruch und kann bis Mitte Juni 2026 ausgefüllt werden. Besonders wertvoll sind die Antworten in den offenen Textfeldern, um individuelle Erfahrungen und Wünsche detailliert zu dokumentieren. Der Fragebogen steht auch als PDF-Download zur Verfügung. 

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