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K-Word #158: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Kristen Stewart vollendet ihr Coming Out, Jodie Foster, Tegan and Sara, Kerstin "Die immer lacht" Ott, Eliot Sumner, "Ghostbusters" und andere Film- und TV-Tipps, "Orange is the New Black"-Stars für Hillary und Lesben in Rio 2016.

Screenshot Kristen Stewart beim Fotoshoot für die britische ELLE

Von Karin Schupp

l-mag.de, 29.7.2016 - Puh, geschafft – wir gratulieren! Mit dem Satz „Im Moment bin ich einfach nur sehr in meine Freundin verliebt“, nahm Kristen Stewart die letzte Stufe ihres Coming Out-Prozesses – nach Dementi 2014 (K-Word #60), No Comment (K-Word #92), „Googelt mich, ich verstecke mich nicht!“ (K-Word #109) und - letzte Woche noch - Ich-bin‘s-aber-ich-sage-nicht-was-ich-bin (K-Word #157). „Wir haben uns ein paar Mal getrennt und sind wieder zusammengekommen, und dieses Mal dachte ich: ‚Endlich fühle ich wieder‘“, sagte sie der britischen ELLE und erklärte auch, wieso ihre Beziehung mit Alicia Cargile die erste ist, über die sie öffentlich spricht: Ihre Hetero-Beziehungen habe sie versteckt, "weil wir zu Charakteren in einem albernen Comicbuch gemacht wurden, und ich dachte: ‚Ihr macht aus meiner Beziehung etwas, was sie nicht ist.‘ Aber als ich mit einer Frau zusammenkam, merkte ich: ‚Es zu verstecken, führt zu der Annahme, dass ich nicht dazu stehe oder mich dafür schäme, also musste ich mein Verhalten in der Öffentlichkeit ändern. Ich habe mich geöffnet, und ich bin so viel glücklicher!“ Klassische Worte nach einem Coming Out! 

Die neue Single von Kerstin Ott (erscheint am 5. Aug.) hat ähnliches Ohrwurmpotenzial wie ihr Superhit "Die immer lacht" und gleich den passenden, selbstironischen Titel dazu: „Scheißmelodie“. Auf ihrer Facebook-Seite könnt ihr schon mal reinhören.

Facebook Kerstin Ott und ihre Freundin - oder inzwischen Frau? (Sie wollten sich ja im Sommer verpartnern, wie sie im Mai/ Juni-Heft der L-MAG verriet)

Die queere Musikerin Eliot Sumner (K-Word #156) beantwortet in der SZ-Magazin-Rubrik “Sagen Sie jetzt nichts” ohne Worte elf Fragen, unter anderem zu ihrem Vater Sting, ihren Deutschkenntnissen und ihre Vorfreude auf ihren Umzug nach Berlin.

Jodie Fucking Foster bewirbt sich - neben anderen Stars - um die Rolle des jungen Han Solo in Star Wars (ab 2’22’’): 

Am 4. August startet der rein weiblich besetzte Ghostbusters-Reboot  mit Melissa McCarthy, Kristen Wiig (die sich schon aus Brautalarm kennen), Kate McKinnon und Leslie Jones (beide bei Saturday Night Live), der im Vorfeld einem solchem sexistischen Shitstorm ausgesetzt war, dass man schon allein aus Trotz reingehen möchte. Aber ich habe den Film schon gesehen und kann euch versichern: Er lohnt sich auch! Er ist nicht nur witziger als das Original von 1984, sondern bietet auch mehr Geister, mehr Technik-Gadgets, mehr weibliche Intelligenz und weniger  Machosprüche und quetscht nicht noch eine Hetero-Lovestory in die Handlung. Und dass Holtzman (McKinnon) genauso lesbisch ist wie die Schauspielerin selbst, ist ja wohl klar – sie flirtet ja auch dauernd mit Erin (Wiig). „Ich hasse es, mich um die Antwort zu drücken“, kommentierte Regisseur Paul Feig grinsend die Vermutung. „Aber wenn man mit Studios zu tun hat... Wissen Sie, Kate ist, wer sie ist, (…) und sie spielen ja alle eine Version von sich selbst.“ Lest unsere Filmkritik nächste Woche auf l-mag.de.

Am 1. August (RTL Crime, 20:15 Uhr) startet die fünfte und letzte Staffel der Thrillerserie Person of Interest mit einem der ungewöhnlichsten und unromantischsten Paare der lesbischen TV-Geschichte: Hackerin Root (Amy Acker) und Ex-CIA Agentin Shaw (Sarah Shahi, The L Word). Showrunner Jonathan Nolan warnte schon vor Staffelstart, dass nicht alle Mitglieder aus „Team Maschine“ das Finale überleben werden, aber der Weg ist das Ziel, und „Shoot“-Fans kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten! Mehr über neue TV-Serien und Staffeln: in unserem Artikel „Sommer-Fernsehen mit L-Faktor“.

CBS "Du hast da was..." - der uralte Trick klappt immer...: Root (l.) und Shaw in "Person of Interest"

„Willst du mich nicht heiraten?“ Im Video zu Tegan and Saras neuem Song „BWU“ (= Be With You) macht Sara Frauen Heiratsanträge ohne Ring („I love you/ I don’t need a ring to prove it“) und sagte im Interview dazu: „Ich war froh, als das Oberste Gericht die gleichgeschlechtliche Ehe in den USA legalisiert hat. Aber ich war auch erleichtert, dass ich endlich zugeben konnte, eine echte Abneigung gegen diese Institution zu haben - vor allem gegen die Unterstellung, dass man von der Norm abweicht und nicht dieselben Werte wie die anderen teilt, wenn man sich an diesem Ritual nicht beteiligt.“ Das Video drehte – wie bereits den Clip zu „Boyfriend“ (K-Word #150) - die lesbische Schauspielerin/ Regisseurin Clea DuVall.

Und auch das neueste Tegan and Sara-Video, „Faint of Heart“, ist queer: LGBT-Teenager treten darin als Ikonen wie Prince, Madonna, Grace Jones, David Bowie und natürlich Tegan and Sara (im Publikum zu sehen), auf.

Ab heute exklusiv bei Netflix: In ihrem neuen Film Tallulah spielt Ellen Page eine ziellose Herumtreiberin, die in einer Kurzschlussreaktion ein Baby entführt und sich bei der Mutter (Allison Janney) ihres verschollenen Ex-Freunds einmietet, die sie dabei in dem Glauben lässt, sie sei Oma geworden. Das Drehbuch stammt von Sian Heder, die Drehbuchautorin bei Orange is the New Black war, auch Uzo Aduba (Suzanne in OITNB) und der schwule Schauspieler Zachary Quinto (Star Trek) spielen auch mit (Trailer).

David Newsom/ Netflix Ellen Page in "Tallulah"

Während sich Donald Trump schwer damit tut, prominente Unterstützer zu finden, scharten sich die Stars um Hillary Clinton, als sie in Philadelphia zur Präsidentschaftskandidatin 2016 gekürt wurde. Und in diesem Clip erklären weibliche Promis, was sie unter "Revolution" verstehen (Spoiler: President Hillary!), darunter auch die Orange Is the New Black-Stars Uzo Aduba, Lea DeLaria, Taylor Schilling und Natasha Lyonne, die lesbische Politik-Kommentatorin Sally Kohn und Lena Dunham:

Bei den Olympischen Spiele in Rio (3.-20. Aug.) treten für Deutschland (bisher nur) zwei lesbische Sportlerinnen an: Die Diskuswerferin Nadine Müller (WM-Bronze 2015, K-Word #25) und die Stabhochspringerin Martina Strutz (Deutsche Meisterin 2016, EM-Silber 2012), beide übrigens schon unter der Haube. Insgesamt nehmen mindestens 40 offen lesbische und schwule Athletinnen und Athleten teil, die meisten beim Frauenfußball und Frauenhockey, Schwule am häufigsten beim Dressurreiten. Die deutschen Fußballfrauen fliegen heute nach Brasilien und spielen schon am Mittwoch (23 Uhr) gegen Simbabwe. Lest nächste Woche auf l-mag.de mehr zum olympischen Fußballturnier und zu den lesbischen Sportlerinnen in Rio!

Twitter/ Anja Mittag Tragen leider 0, null, zero Namen zur Offen-lesbische-Sportlerinnen-in-Rio-Liste bei: die deutschen Frauen-Teams im Fußball und Feldhockey

Jetzt im Kino: Life is a Moment ist ein norwegisch-indischer, lesbisch-schwuler Bollywoodfilm mit der Performance Band The Hungry Hearts (L-Beach 2011) – und ist genauso schräg, wie sich das anhört. Die schwule Liebes- und Coming Out-Story mit Yuvraaj Parashar and Kapil Sharma (die in Dunno Y… Na Jaane Kyon… 2010 den ersten schwulen Kuss im indischen Kino zeigten) ist nur der Rahmen für Musik, schöne Bilder aus Norwegen und Culture Clash-Situationen zwischen lesbisch und schwul und zwei Kulturen. Und die gab’s auch hinter der Kamera, wie das Hungry Hearts-Ehepaar Tonje Gjevjon und Edith Roth Gjevjon erzählte: Die norwegische und die indische Seite, die sich beim LGBT-Filmfestival in Tel Aviv befreundet hatte, zerstritt sich bei den Dreharbeiten heillos - dem Film sieht man das aber nicht an.

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