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K-Word #322: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Marvel-Stars Tessa Thompson und Brie Larson erfreuen ihre lesbischen Fans, Stars aus „The L Word“ und anderswo gegen Mobbing von LGBTQ-Teenagern, Inka Grings schreibt Fußballgeschichte, Nadine Angerer, Hayley Kiyoko, Serientipps - und mehr!

ScreenshotTessa Thompson (l.) und Brie Larson

Von Karin Schupp

18.10.2019 - Tessa Thompson (Thor) und Brie Larson (Captain Marvel) wissen, wie sie ihre lesbischen Fans bei Laune halten. Als die zwei Marvel-Stars auf der ACE Comic Con in Chicago am letzten Wochenende gebeten wurden, etwas über ihre kommenden Marvel-Filme zu verraten, rief eine Frau aus dem Publikum: „Ich will einfach nur Lesben sehen!“ Was die Unterstützung von Thompson, die selbst bisexuell ist (K-Word #257), fand: „Ich auch, boo!“ Den endgültigen Abräumer gab’s aber danach (im Clip ab 4'30''), als Oscar-Gewinnerin Larson auf die Frage nach ihrem Schlusswort sagte: „Wie kann ich denn Lesben toppen?“ Thompsons hilfsbereite Entgegnung: „Äh, die Lesben können es dir bestimmt gleich zeigen!“ Zuvor hatten die beiden auch die Idee unterstützt, dass Larsons Carol Danvers/ Captain Marvel (die viele Fans für queer halten) und Thompsons Valkyrie (die in Thor 4 – Kinostart 2021 – endlich ihre Bisexualität ausleben darf, K-Word #311) ein Paar werden sollten.

Gestern war vielleicht auch euer Instagram lila gefärbt: Es war nämlich Spirit Day, der mit dieser Farbe auf das Mobbing gegenüber LGBTQ-Jugendlichen aufmerksam machen will. In den USA zeigten auch viele Promis ihre Solidarität, darunter die bisexuelle Schauspielerin Amber Heard (Aquaman), Isabella Gomez (bekannt als lesbischer Teenie in One Day at at Time), Katrina Law (bekannt als lesbische Nyssa in Arrow), Cobie Smulders (How I Met Your Mother), die in The L Word (Staffel 2) mit Bette und Helena flirtete und in ihrer neuen Serie Stumptown eine bisexuelle Privatdetektivin spielt (was in den ersten Folgen aber leider noch nicht zur Sprache kam), sowie die The L Word-Stars Jennifer Beals, Leisha Hailey, Kate Moennig und die Newbies  Jacqueline Toboni, Leo Sheng und Rosanny Zayas.

Instagram Gegen „Bullying“, wie die Amis Mobbing nennen (ab links oben im Uhrzeigersinn): Amber Heard, Isabella Gomez, Katrina Law, Leisha Hailey, Jennifer Beals, Kate Moennig, Cobie Smulders

A propos Lila: Die englische Schauspielerin Seyi Omooba will ein Theater in Leicester und ihre früheren Agenten wegen Vertragsbruch und religiöser Diskriminierung verklagen: Ersteres nahm ihr im Frühjahr die Hauptrolle im Musical The Color Purple weg, letztere warfen sie daraufhin ebenfalls raus. Begründung: Omooba hatte sich 2014 auf Facebook homophob geäußert und Homosexualität unter anderem als „Sünde“ bezeichnet – was sich nicht mit ihrer Hauptrolle als „Celie“ hätte: Immerhin verliebt die sich darin in eine Frau. Omooba, die Tochter eines Pfarrers und Anti-LGBT-Aktivisten, ließ allerdings wissen, dass sie Celie keineswegs für lesbisch halte. Nun schaltete sich auch Alice Walker (75), die bisexuelle Autorin der Romanvorlage Die Farbe Lila, ein. Die Figur basiere auf ihrer Großmutter, schrieb sie in einem offenen Brief, den The Color Purple-Produzent Scott Sanders auf Facebook veröffentlichte, „und man kann davon ausgehen, dass sie sich, wie Celie, nicht von Männern angezogen fühlte.” Wenn jemand also diese Rolle spiele, „ohne an ihr Recht zu glauben, geliebt zu werden oder ihre Liebe so auszudrücken, wie sie das möchte, wäre das ein Betrug an dem Recht der Frauen auf Freiheit.”

Warner Bros./ Screenshot Steven Spielbergs Kinofilm „Die Farbe Lila“ (1985) war nicht besonders lesbisch, aber immerhin gab es einen Kuss zwischen Celie (Whoopi Goldberg) und Shug (Margaret Avery)

Hayley Kiyoko (K-Word #319) wird vom Trevor Project geehrt, einer US-Organisation, die sich um selbstmordgefährdete LGBTQ-Jugendliche kümmert. Bei der diesjährigen TrevorLIVE-Gala in Los Angeles bekommt die lesbische Popsängerin den „Youth Innovator Award“ für ihre Vorbildfunktion und ihr Engagement – so sammelte sie Geld für obdachlose LGBTQ-Teenager und thematisierte in ihrem Video „One Bad Night“ Gewalt gegen trans Frauen. Die Verleihung findet am 17. November statt und wird per Livestream übertragen.

Kiyoko/ InstagramHayley Kiyoko auf dem Cover ihrer neuen Single „Demons“

Im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund wurde am letzten Samstag die Ruhmeshalle der Frauen eröffnet. In die „Gründungself“ wurden aufgenommen: Silvia Neid, Tina Theune, Silke Rottenberg, Renate Lingor, Steffi Jones, Inka Grings, Bettina Wiegmann, Nia Künzer (auf dem Foto v.l.n.r.) sowie Birgit Prinz, Martina Voss-Tecklenburg, Doris Fitschen und die im Februar verstorbene Heidi Mohr.

Inka Grings, neben Steffi Jones die einzige offen lesbische Fußballerin dieser Runde und seit April Trainerin des Männer-Teams SV Straelen (K-Word #298), schrieb am selben Abend noch mal Geschichte: Beim Torwandschießen im Aktuellen Sportstudio (ZDF) gelangen ihr fünf Treffer! Das gelang seit 1963 nur acht weiteren - männlichen - Spielern, sechs Treffer gab’s noch nie.

Deutsches FußballmuseumDie Gründungself der Hall of Fame wurde von einer Fachjury - 27 Männer und 2 Frauen - ausgewählt und soll jährlich ergänzt werden

Aktuell in der Queerfilmnacht (Orte/ Termine) und ab 24. Oktober im Kino: Der deutsche Spielfilm Bonnie & Bonnie erzählt von einer verbotenen Liebe zwischen der 17-jährige Yara (Emma Drogunova), die von ihrem Vater bald verheiratet werden soll, und der kleinkriminellen Kiki (Sarah Mahita) – die natürlich schneller als erhofft auffliegt... Unsere L-MAG-Filmkritikerin meint: Zwei überzeugende Hauptdarstellerinnen, für die man so einige Klischees und den unbefriedigenden Schluss in Kauf nimmt – lest hier ihre Rezension.

Bonnie & Bonnie läuft auch beim Queer Film Fest Weiterstadt, das am 23. Oktober beginnt. Weitere queere Filmfestivals finden zurzeit bzw. nächste Woche in Hamburg, Karlsruhe, München, Regensburg, Hannover und Berlin statt: Checkt hier unsere Liste.

Edition Salzgeber Kiki (Sarah Mahita, l.) und Yara (Emma Drogunova) in „Bonnie & Bonnie“

Nadine Angerer, die Ex-Kapitänin des Fußballnationalteams, macht bei der Promi-Show Dancing On Ice (SAT1., ab 15. Nov.) mit und schickte aus Portland, wo sie mit ihrer Frau Magda (K-Word #175) lebt, die ersten Bilder vom Eis. Damit beantwortete sie auch eine andere Frage: Nein, anders als die glücklose Kerstin Ott bei Let's Dance und Sängerin Virginia Ernst im österreichischen Dancing Stars (K-Word #300), wird sie mit einem männlichen Partner antreten: dem tschechischen Eistänzer David Vincour.

Neu bei Sky Atlantic: Drogen, Sextapes, Penisse – die Highschool-Serie Euphoria ist für US-Maßstäbe außergewöhnlich krass inszeniert und erinnert damit eher an die britische Serie Skins als an Glee oder 90210 . Für meinen Geschmack gibt’s darin zu viel sexualisierte Gewalte und zu viele Jungs, die ihre Mitschülerinnen in „Nutte“, „Bitch“ und „prüde Tussi“ unterteilen. Interessant ist aber die Storyline um die Hauptfigur: Die drogenabhängige Rue (Ex-Disneystar Zendaya) verliebt sich in ihre neue beste Freundin, die ähnlich selbstzerstörerische Jules (gespielt von trans Model Hunter Schafer), die Sex mit älteren, verheirateten Männern hat und sich - zunächst - mehr für ihren männlichen Online-Flirt interessiert.

HBO Jules (Hunter Schafer, l.) und Rue (Zendaya) in „Euphoria“

The Handmaid’s Tale kommt ins Free-TV: Die erste Staffel der preisgekrönten Serie läuft von heute (18. Okt.) bis Dienstag jeweils in Doppelfolgen (ab 22 Uhr) bei Tele 5. In der Verfilmung von Margaret Atwoods dystopischem Zukunftsroman (dt. Titel: Der Report der Magd) geht es um Frauen in einem totalitären Männerregime. Neben Hauptdarstellerin Elisabeth Moss sind in lesbischen Rollen Alexis Bledel (Gilmore Girls) und Samira Wiley (Orange is the New Black) zu sehen. Tele 5 wird auch die weiteren Staffeln zeigen, aber wer nicht warten will: Die ersten beiden Staffeln gibt's auch bei Streaminganbietern, Staffel 3 steht exklusiv bei MagentaTV.

Hulu/ Screenshot Alexis Bledel (l.) und Elisabeth Moss in „The Handmaid's Tale“

Dass es in der RTL-Verkupplungsshow Bauer sucht Frau (aktuell läuft Staffel 15) seit Jahren keine homosexuellen Heiratskandidat:innen mehr gab, liegt „am ländlichen Charakter“ und an einer „neuen Spießbürgerlichkeit“, glaubt Moderatorin Inka Gause. „Wir haben vor einigen Jahren einige Bewerbungen von Homosexuellen und Lesben gehabt, die aber schon vor dem Scheunenfest ihre Bewerbung wieder zurückgezogen haben. Da kommt so viel aus dem Umfeld oder der Familie, die sagt: ‚Du willst dich vor einem Sechs-Millionen-Publikum outen? Brauchst du das?‘“, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland und äußerte das Gefühl, „dass die Leute vor 20 Jahren moderner und aufgeschlossener waren als jetzt. Heute scheinen sich viele in eine neue Spießbürgerlichkeit zu retten.“ Nun eignet sich eine Hetero-Moderatorin, die von „Homosexuellen und Lesben“ spricht, nicht gerade als Expertin, aber hat sie Recht? Haben wir in Sachen Akzeptanz Rückschritte gemacht? Bei Bauer sucht Frau gab es bisher nur drei schwule Teilnehmer und – 2013 - die lesbische Bäuerin Lena (K-Word #24); eine zweite lesbische Kandidatin stieg 2014 kurzfristig aus, nachdem sie sich jenseits der Kameras verliebt hatte (K-Word #62). 

Facebook Bäuerin Lena (vorne) und Modedesignerin Janine fanden sich 2013 bei „Bauer sucht Frau“ und zogen gemeinsam in Janines Schweizer Heimat, trennten sich aber im Jahr darauf schon wieder

Am letzten Freitag war der „Internationale Coming Out Day“, und aus diesem Anlass stellte der The L Word-Sender einen neuen Clip ins Netz - nein, kein neuer Trailer fürs Reboot The L Word: Generation Q (den aktuellsten findet ihr in K-Word #321), sondern ein Video, in dem Fans der Serie darüber sprechen, wie wichtig die Lesbenserie für ihr Coming Out war:

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