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K-Word #531: Neues aus der Lesbenwelt

Happy End(s) bei „Princess Charming“? Kate Moennig & Leisha Hailey wollen lesbische Datingshow moderieren, Bella Ramsey stellt was klar, Kristen Stewart über ihre Hochzeitspläne, Lea DeLaria, „Nyad“ und weitere Film- und Serientipps - und mehr!

RTL+/ Screenshot Madleen (r.) hatte am Ende die Wahl zwischen „Harmonie und Feuer“ (wie es Finalistin Nina ausdrückte) und entschied sich für Feuer - aber hat's zwischen ihr und Elsa (l.) gehalten?

Von Karin Schupp

3.11.2023 - Happy End bei Princess Charming? Das war die große Frage der Wiedersehensshow von Staffel (jetzt bei RTL+): Sind Princess Madleen und Elsa noch ein Paar? *** Achtung, Spoiler! Wer’s noch nicht wissen will: Augen zu und weiter runterscrollen! ***

Tja, wie sich herausstellte, hat ihre aufkeimende Liebe nicht den Alltagstest bestanden – und offenbar war's auch schnell vorbei. „Es ging halt nicht so schön weiter“, sagte Madleen (eher emotional), dieses „märchenhafte Bilderbuch-Ding“ sei halt „nicht unbedingt Alltag“, und Elsa (eher cool) ergänzte, dass man nach der „vielleicht nicht da anknüpfen konnte, wo man aufgehört hat.“ Konkreter wurden beide nicht, aber Madleen deutete an, dass ihr Urlaubs-Ich und ihr Alltags-Ich nicht deckungsgleich sind (das kennen wohl viele, deren Strandflirt nicht den Rückflug überlebte!): „Die Person, die ihr im Fernsehen gesehen habt, die bin ich zwar, aber in meinem echten Leben ist es nicht unbedingt immer der Fall, dass ich funktioniere.“ Aber ein zweites glückliches Paar - neben Maria und Rahel (K-Word #526) – gibt’s dennoch: Auch Desi und Aleyna sind inzwischen glücklich liiert! Die beiden hatten sich bereits in Folge 3 geküsst, woraufhin Desi – bis dahin Madleens Favoritin – in emotionaler Verwirrung freiwillig auszog, während Aleyna es ins Halbfinale schaffte (unsere Folgen-Rückblicke stehen hier).

RTL+/ Screenshot Aleyna (l.) und Desi in Love: Ein weiteres Argument für „Charming Girls“

Das einzige bestehende Prinzessinnen-Paar, Hanna und Jessi aus Staffel 2, hat’s ins Sommerhaus der Stars verschlagen. Und nach ihrer Erfahrung im Ponyhof Princess Charming konnten sie sich nach ihrem Einzug in dieser Woche einen angemessen schockierten Eindruck vom Streit und den Intrigen in der RTL-Trash-Hölle machen. Und besser wird’s wohl nicht.

RTL Allein unter Heteros: Hanna (mit Megan Rapinoe-Haarfarbe) und Jessi im „Sommerhaus der Stars“

Die Ex-The L Word-Stars Kate Moennig und Leisha Hailey brachten sich in dieser Woche als neue Moderatorinnen der Netflix-Realityshow The Ultimatum: Queer Love ins Spiel. Sie seien dafür geeigneter als die heterosexuelle Moderatorin, sagten sie in ihrem Podcast Pants (Anm. d. Red.: da haben sie Recht!), würden außerdem in der Sendung viel präsenter sein und die richtigen Fragen stellen. Zur Bekräftigung ihrer Bewerbung posteten sie gestern auf Instagram ein Video und riefen dazu auf, ihren Trailer zu The Ultimatum: Puppy Love (mit ihren Hunden!) weiterzuverbreiten. In The Ultimatum: Queer Love wechseln fünf Paare für drei Wochen die Partnerinnen, um sich während dieser „Probe-Ehe“ darüber klar zu werden, ob ihre Beziehung eine Zukunft hat – am Ende heißt es: Hochzeit oder Schluss (wir berichteten).

Jetzt bei Netflix: Nyad erzählt die Geschichte der Langstreckenschwimmerin Diana Nyad (Annette Bening), die 2013 im Alter von 64 Jahren als erster Mensch ohne Haikäfig, Schwimmflossen und Neoprenanzug von Kuba nach Florida schwomm. Immer an ihrer Seite: ihre beste Freundin (und - typisch Lesben - auch Ex) Bonnie Stoll (Jodie Foster). Nyad ist aber viel mehr als ein Sportfilm der einen Extremsport-Rekord nacherzählt: Vor allem ist es ein (viel zu selten gezeigtes) Porträt einer tiefen Freundschaft zwischen zwei Frauen über 60. Lest hier unsere Filmkritik.

Netflix Die besten lesbischen, platonischen Freundinnen seit Alice und Shane: Diana (Annette Bening, die bereits als Oscar-Kandidatin gehandelt wird) und Bonnie (Jodie Foster, l.)

Im September haben wir sie schon angekündigt (K-Word #526), jetzt läuft die Dokuserie bei Disney+: In Living For The Dead reisen queere Geisterjäger:innen  an Orte, an denen es spukt, etwa ein Clown-Motel oder ein leer stehendes Sanatorium. Das Konzept der Grusel-Version von Queer Eye dachten sich Kristen Stewart und ihr bester Freund, Promifriseur CJ Romero, aus; es ist das erste Projekt ihrer neuen Produktionsfirma, die sie mit ihrer Verlobten Dylan Meyer gründete. Vor der Kamera taucht die Oscar-nominierte Schauspielerin nicht auf, spricht aber den Off-Kommentar.

Hulu The Scary Five vor dem Clown-Motel in Folge 1

Kristen Stewarts Hochzeitsplanungen sind seit ihrer Verlobung vor zwei Jahren noch nicht vorangeschritten. „Ich bin schlecht im Planen“, sagte sie letzte Woche in der Talkshow Watch What Happens Live, es gebe auch noch keinen Termin: „Ich weiß nicht, ich glaube, wir werden uns einfach überraschen.“ Immerhin steht schon fest, dass der Fernsehkoch Guy Fieri, mit dem sie den „Modestil und die Haare“ teilt, höchstens „im Geiste“ dabei sein wird, auch wenn er offenbar verlauten ließ, dass er ihre Trauung durchführen würde – diesen Wunsch hatte sie vor zwei Jahren im Spaß geäußert (K-Word #428) - Fieri hat 2012 zu Ehren seiner verstorbenen lesbischen Schwester 101 gleichgeschlechtliche Paare getraut.

Bella Ramsey, bekannt aus Game of Thrones und der lesbischen Hauptrolle in The Last of Us (K-Word #493), identifiziert sich als nichtbinär, stellte aber letzte Woche etwas klar: „Es ist mir egal, welche Pronomen ihr für mich verwendet, ich wollte nie, dass es eine große Sache wird“, schrieb die 20-Jährige in einer Instagram Story. „Ich glaube, ich habe in dem Interview mit der britischen Vogue spontan gesagt (was natürlich zur Schlagzeile wurde), dass ‚they/ them‘ sich am wahrhaftigsten anfühlt, was bedeutet, dass die neutralen Pronomen mich am genauesten beschreiben. Aber ich fühle mich mit jedem [Pronomen] wohl. Nennt mich ‚sie‘, nennt mich ‚they‘, nennt mich ‚er‘, nennt mich so, wie ihr mich seht. Ihr könnt nichts falsch machen! Es ist unmöglich, mich zu misgendern. Dies ist vorerst das letzte Mal, dass ich über Genderkram spreche.“ Ramseys Gender-Identität wurde im Januar nach einem Porträt in der New York Times zum Thema, im erwähnten Vogue-Interview erklärte Ramsey auch, „nicht 100 Prozent heterosexuell“ zu sein.

Ramsey/ Instagram Ganz neu ist das allerdings nicht: Schon in dem New York Times-Interview hatte Ramsey gesagt: „Was die Pronomen angeht, ist mir das völlig egal.“

Glückwunsch: Ex-Orange is the New Black-Star Lea DeLaria (K-Word #516) gewann am letzten Wochenende einen NY Emmy Award. Ausgezeichnet wurde sie für die von ihr produzierte Dokuserie Lesbian Bar Project (2022) über die letzten Lesbenbars in den USA. Der 3-Teiler ging aus einer (von Jägermeister gesponserten) Initiative hervor, die die wenigen verbliebenen Lesbenkneipen im Land retten will (wir berichteten); bei einer Crowdfunding-Kampagne 2020 wurden bereits 260.000 $ gesammelt. Damals war von 15 Bars die Rede, heute  listet die Webseite 29 Läden (ob die sich später gemeldet haben oder neu eröffnet wurden, geht daraus nicht hervor).

DeLaria/ InstagramLea DeLaria feierte ihren Gewinn allerdings nicht in einer Lesbenkneipe, sondern im Restaurant „The Palm“

Küsse im Korsett: Nach dem Erfolg von Dickinson startet bei Apple TV+ am 8. November eine neue historische Serie mit modernem Touch und weiblichem Fokus: In The Buccaneers mischen drei junge Frauen aus der amerikanischen High Society das steife, aristokratische London des 19. Jahrhunderts auf. Die Geschichte, die lose auf dem unvollendeten Roman von Edith Wharton basiert, ist eher hetero, aber ein Kuss zwischen Hauptdarstellerin Josie Totah (ein Ex-Kinderstar, der sich mit 17 als trans outete) und Mia Threapleton (Kate Winslets Tochter) im Trailer - siehe unten - lässt auf eine queere Story hoffen, und zumindest der Soundtrack klingt mit Songs von boygenius, Bikini Kill und Brandi Carlile sehr queer.

Ab heute bei Netflix: In Staffel 7 der Luxus-Trash-Realityserie Selling Sunset werden die hypergestylten Maklerinnen wieder lästern, streiten und nebenbei Millionenvillen in L.A. verkaufen. Wieder mit dabei: Chrishell Stause, die in der Wiedersehensshow zu Staffel 5 ihre Beziehung mit G Flip öffentlich machte (K-Word #455) und im Mai die nichtbinäre Rockmusiker:in heiratete (K-Word #506).

Als würde jemand von denen diese leckeren Muffins essen: Chrishell Stause (l.) und ihre Kollegin Mary Fitzgerald in „Selling Sunset“

Jetzt im Kino: Im Cannes-Gewinnerfilm Anatomie eines Falls von Justine Triet spielt Sandra Hüller eine erfolgreiche Schriftstellerin, die nach dem tödlichen Fenstersturz ihres Mannes vor Gericht steht und vom Staatsanwalt als untreue Bisexuelle, die zur Mörderin wurde, dargestellt wird. Neben Hüller (zuletzt in dem queeren Film  Sisi & Ich zu sehen) spielt auch Jehnny Beth (die bisexuelle Sängerin der Band Savages) mit.

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