K-Word #646: Neues aus der Lesbenwelt
Olympiasiegerin Amber Glenn kritisiert US-Regierung, Medaillen und weitere queere News von den Winterspielen, lesbische „GNTM“-Kandidatin: Angie aus Köln, „Tatort“ mit hoher Lesbendichte, Doechii, Gianna Nannini - und mehr!
Von Karin Schupp
13.2.2026 - Germany’s Next Top Model ist nicht gerade ein lesbischer Hotspot - aber in Staffel 21 (seit Mittwoch auf ProSieben) gibt’s eine queere Kandidatin: Angie aus Köln, Filialleiterin einer Telekommunikationsfirma, erwähnt in der Folge und im offiziellen Joyn-Interview mehrfach ihre Frau - und wer im Kölner Raum feiern geht, wird sie erkennen: Es handelt sich um die Techno-DJane Babicin (die beiden haben auch einen Couple-Account auf Instagram). Zu den aktuellen GNTM-Kandidat:innen gehören in diesem Jahr auch der schwule Lukas und trans Mann Jill Deimel, der mal mit der queeren RTL-Moderatorin Bella Lesnik (K-Word #460) zusammen war. Die letzte offen lesbische Kandidatin gab's 2021: Samantha aus Hamburg schied aber schon in der ersten Folge aus.
Instagram/bymielenzHofft auf ein Foto von Heidi: „GNTM“-Kandidatin Angie mit ihrer Frau, die als DJ Babicin bekannt ist Für Team L läuft’s gut bei den Olympischen Winterspielen: Bisher gab’s drei Gold- und eine Bronzemedaille (unsere Liste mit 38 lesbischen, bisexuellen und queeren Teilnehmerinnen): Die bisexuelle Abfahrtsweltmeisterin Breezy Johnson (USA, K-Word #480) wurde Olympiasiegerin in der Abfahrt und verlobte sich nach dem Super G-Wettbewerb mit ihrem Freund. Die Schweizer Freestylerin Mathilde Gremaud holte in ihren dritten olympischen Spielen ihre vierte Medaille: Gold im Slopestyle. Zum Gratulieren vor Ort war auch ihre Freundin Vali Höll, österreichische Mountainbikerin und mehrfache Weltmeisterin im Downhill.
Die pansexuelle US-Eiskunstläuferin Amber Glenn (K-Word #544) ließ es sich vor ihrem Olympiasieg in der Teamwertung nicht nehmen, die Trump-Regierung zu kritisieren. „Es ist nicht das erste Mal, dass wir als [LGBTQ-]Community für unsere Menschenrechte kämpfen müssen“, sagte die dreifache US-Meisterin in einer Pressekonferenz in Mailand. „Und gerade jetzt betrifft das nicht nur die queere Community, sondern auch viele andere Communities.“ Sie hoffe, ihre Stimme während der Spiele nutzen zu können, „um die Menschen zu ermutigen, in diesen schwierigen Zeiten stark zu bleiben“, sagte sie und versprach: „Ich weiß, dass viele Leute sagen, du bist nur eine Sportlerin, halt die Klappe, wenn es um Politik geht. Aber Politik betrifft uns alle. Ich werde dazu nicht einfach schweigen, weil es unser tägliches Leben beeinflusst.“ Im Einzel-Wettbewerb am 19. Februar gehört die Texanerin zum erweiterten Favoritinnenkreis.
“Politics affect us all. It is something that I will not just be quiet about.”
— Amber Glenn Updates (@AmberGlennDaily) February 4, 2026
͢ Ahead of The Olympic Games, Amber discusses the importance of using her platform to support the LGBTQ community under the Trump administration.
: Kyodo News
pic.twitter.com/gA7JXzBlcQ
Die bisexuelle Shorttrackerin Tineke den Dulk holte Bronze in der Mixed Team-Staffel. Die gebürtige Niederländerin, die seit 2021 für Belgien antritt, kam seit Erscheinen unserer Liste neu dazu: Sie meldete sich selbst bei der US-Webseite Outsports, die auch eine Liste führt. Außerdem neu dabei: Skilangläuferin Kristrún Guðnadóttir (ISL), die bei der Eröffnungsfeier die Fahne ihres Landes tragen durfte. Die isländische Meisterin im Sprint ist mit ihrer Freundin Nanna glücklich, wie sie auf Instagram zeigt.
Instagram 2 von 38 offen lesbischen, bisexuellen und queeren Olympionikinnen: Tineke den Dulk (l.) und Kristrún Guðnadóttir Gestern starteten das Filmfestival Berlinale und der Wettbewerb um den LGBTQ-Filmpreis Teddy, der am 20. Februar zum 40. Mal vergeben wird. Die Preisträgerin des Special Teddy Awards ist bereits bekannt: Céline Sciamma (Porträt einer jungen Frau in Flammen) wird von der Teddy Foundation als „eine der produktivsten und offensten feministischen und queeren Filmemacherinnen des 21. Jahrhunderts“ geehrt. Sciammas Film Tomboy, der 2011 einen Teddy gewann, wird in der Sonderreihe TEDDY40 gezeigt. In der Sektion Panorama feiert The Education of Jane Cumming Weltpremiere; das Drama basiert auf derselben wahren Geschichte wie der Lesbenklassiker The Children's Hour (dt. Titel Infam, 1961). In der Berlinale Special Gala zeigt die legendäre lesbische Regisseurin Ulrike Ottinger ihre Vampirinnenkomödie Die Blutgräfin mit Isabelle Huppert – und weitere lesbische Filmtipps für die Berlinale geben wir hier.
P. Domenigg, Amour Fou Vienna/Luxembourg, Heimatfilm, Ottinger Filmproduktion Ulrike Ottingers „Die Blutgräfin“ mit Isabelle Huppert und Birgit MinichmayrDer SR-Tatort am letzten Sonntag spielte in einem Dorf mit überraschend hoher Lesbendichte: Kommissarin Esther Baumann (Brigitte Uhrhausen) kehrt wegen eines Mordfalls in ihrem Heimatkaff zurück und trifft dort ihre Jugendliebe Katja (Franziska Wulf) wieder, die sich seinerzeit gegen sie und für einen Mann (Fabian Stumm) entschied. Und die beiden waren nicht das einzige Frauenpaar ohne Happy End: Auch die Tochter des Ermordeten, die fünf Jahre zuvor auf tragische Weise ums Leben kam, war heimlich mit Claire (Carolin Wege) liiert… Die Tatort-Folge „Das Böse in dir“ steht in der ARD-Mediathek.
SR/Manuela Meyer „Tatort“-Kommissarin Baumann (Brigitte Uhrhausen, r.) mit ihrer Jugendliebe Katja (Franziska Wulf) Hat sich die US-Rapperin Doechii unauffällig als lesbisch geoutet? In der Bio ihres neuen Lifestyle-Accounts @gutsgritglamour auf Instagram ist jedenfalls in den Themen der Seite das Wort „lesbisch“ gelistet: „Home life… wellness… books/essays… clubbing… lesbian… luxury… travel… beauty… music… side quests… fashion… more…” Bisher hat sich die zweifache Grammy-Gewinnnerin immer als bisexuell bezeichnet, aber auch ein wenig verwirrend dazu geäußert. So sagte sie 2024 der Gay Times: „Ich wusste schon immer, dass ich gay bin. Derzeit bin ich bisexuell. Ich bin jetzt mit einer Frau zusammen und ich wusste schon immer, dass ich Frauen liebe.“
the CwE, CC-BY Die zweifache Grammy-Gewinnerin DoechiiGianna Nannini hat ihr „einziges großes Live-Event des Jahres 2026“ angekündigt: Am 19. September will sie in der Berliner Waldbühne „mit leidenschaftlicher Energie“ an ihr „legendäres Konzert im Jahr 1988“ anknüpfen, wie es auf Instagram heißt. Das Konzert ist der Auftakt zu einer zweijährigen „Jubiläumsreise“, mit der die pansexuelle Rock-Ikone den 50. Geburtstag ihres Debütalbums „Gianna Nannini“ feiern wird. Das letzte Album der Italienerin (71), die mit ihrer Frau Carla und Tochter Penelope in Mailand lebt, erschien 2024 („Sei nel l’anima“), zeitgleich erschien bei Netflix das Biopic Die schöne Rebellin (L-MAG-Filmkritik). Der Fanclub-Presale hat bereits begonnen, der offizielle Vorverkauf beginnt am Montag.
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