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K-Word #648: Neues aus der Lesbenwelt

Princess auf dem Parkett: „Let’s Dance“ mit Vanessa Borck startet, Malou Lovis beim ESC-Vorentscheid, Berlinale: Awards an queere Filme, lesbische Reality-Darstellerin Chika: Rassismus im Trash-TV, Shanice van de Sanden, „Scream 7“ – und mehr!

Von Karin Schupp

27.2.2026 - Auch wenn einige Trolle schon Schnappatmung haben (K-Word #647): Endlich gibt's in Let’s Dance mal wieder ein Frauenpaar! Vanessa „Nessi“ Borck geht in der 19. Staffel der RTL-Tanzshow mit einem weiblichen Tanzprofi ins Rennen. In der Kennenlernshow (27. Feb., 20:15 Uhr) tanzt die Influencerin und letzte „Princess Charming“ einen Cha-Cha mit Malika Dzumaev (die 2024 mit Gabriel Kelly die Show gewann). Ob die beiden auch weiterhin als Tanzpaar zusammenbleiben, wird erst in der Sendung bekannt gegeben. Nessi ist die vierte offen lesbische Let’s Dance-Kandidatin nach Manuela Wisbeck (2013, K-Word #25), Kerstin Ott (2019, K-Word #300) und Steffi Jones (2020, K-Word #342). Und nach Ott ist sie erst die zweite, die mit einer Frau antritt.

RTL/Jörn Strojny Für Nessi liegt die „Let's Dance“-Latte mit Kerstin Otts und Regina Lucas zehntem Platz nicht sehr hoch

Das erste weibliche Tanzpaar gab’s übrigens 2010 in der israelischen Ausgabe von Let's Dance. Mit einer Frau tanzten auch in Österreich die Sängerin Virginia Ernst (2019) und in den USA Teenie-Star JoJo Siwa (2021). In der polnischen Version kam im vergangenen Herbst die Olympia-Rudererin Katarzyna Zillmann mit ihrer Profipartnerin ins Halbfinale (K-Word #634). Und noch mal Nessi: In ihrem Youtube-Kanal startete am letzten Sonntag ihre neue Datingshow Nessi in Love.

Schicken wir in diesem Jahr einen queeren Act zum Eurovision Song Contest? Beim ESC-Vorentscheid (ARD, 28. Feb., 20:15 Uhr) bewerben sich Malou Lovis, die lesbische Gewinnerin von The Voice of Germany 2023 (K-Word #537) mit „When I’m with you“, einem Liebeslied an eine Frau, und der nichtbinäre Sänger:in Wavvyboi mit „black glitter“. Der diesjährige ESC ist wegen der Teilnahme Israels umstritten; fünf Länder - Irland, Island, Niederlande, Slowenien und Spanien - haben deswegen bereits ihren Boykott angekündigt.

Bei den olympischen Winterspiele holten 15 der 39 offen lesbischen, bisexuellen und queeren Sportlerinnen eine Medaille, allein zehn davon im Eishockey, wo die USA, Kanada und die Schweiz auf dem Treppchen standen. Olympiasiegerinnen wurden außerdem Breezy Johnson (USA) in der Abfahrt, Mathilde Gremaud (SUI) im Slopestyle und die Eiskunstläuferin Amber Glenn (USA) in der Teamwertung. Bronze holten Sandra Naeslund (SWE) im Skicross und die Shorttrackerin Tineke den Dulk (BEL) in der Mixed Team-Staffel.

Zu den 38 Athletinnen auf unserer Liste hat sich nach den Spielen noch die polnische Bobpilotin Linda Weiszewski gesellt. Sie wurde quasi durch ihre Freundin Isabelle geoutet, die auf Instagram zu Pärchenfotos vor den olympischen Ringen in Cortina schrieb: „POV: your girlfriend is an Olympian & you get to watch her live her dream.”

Instagram/isabelle_mckellarLinda Weiszewski (l.) und ihre Freundin Isabelle in Cortina

Zum Abschluss der Berlinale am letzten Wochenende wurde Sandra Hüller mit dem Silbernen Bär für die „beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle“ ausgezeichnet: In Rose spielt sie eine Frau im 17. Jahrhundert, die sich als Mann ausgibt (10 lesbische Filmtipps zur Berlinale). Staatsschutz, ein Justizdrama mit lesbischer Hauptfigur, erhielt den Panorama-Publikumspreis und den Heiner Carow-Preis für den besten Nachwuchsfilm. Der LGBTQ-Award Teddy für die beste Dokumentation ging an Barbara Forever über die lesbische Filmemacherin Barbara Hammer. Den Spielfilm-Teddy gewann Iván & Hadoum aus Spanien, der eine Lovestory zwischen einem trans Mann und einer cis Frau erzählt.

Schubert/ROW Pictures/Walker Worm Film/Gerald Kerklet Ja, Sandra Hüller (r.) hat in „Rose“ auch eine Ehefrau (Caro Braun)

Im März beginnt die Fußball-WM-Qualifikation der Frauen. Das DFB-Team spielt am 3. März gegen Slowenien (ARD, 17:45 Uhr) und am 7. März gegen Norwegen (ZDF Mediathek, 18:00 Uhr). Im Kader sind auch die queeren Spielerinnen Lea Schüller,  Laura Freigang und Torfrau Ann-Katrin Berger.

Shanice van de Sanden wurde im Februar zum zweiten Mal Mutter. Die niederländische Fußballnationalspielerin und Ex-Wolfsburgerin (2020-2022) hat mit ihrer Frau Tattjana Jempormiasse bereits eine Tochter, die im November 2023 zur Welt kam (K-Word #534).

Instagram/svandesandenJetzt zu viert: Shanice van de Sanden (r.) mit ihrer Frau Tattjana und ihrer Tochter (2)

Derzeit ist Chika Ojiudo-Ambrose (K-Word #596) mit ihrer Frau Carina Nagel in #CoupleChallenge (RTLII und RTL+) zu sehen, und nun berichtete die Realitydarstellerin von rassistischen Erfahrungen während der Dreharbeiten. „Es gab die eine oder andere Situation, wo ich mich rassistisch sehr beleidigt gefühlt habe“, sagte sie in ihrer Instagram-Story. So habe ein Kandidat sie aufgefordert, „das Schwarzen-Geräusch“ zu machen und seinen Spruch damit verteidigt, dass seine Ex „doch auch Schwarz“ sei. Chikas Appell an alle: „Immer den Mund aufmachen, immer sofort was dagegen sagen, niemals schlucken!“ Ihre Mitkandidatin Emmy Russ bestätigte in ihrer Instagram-Story: „Ich muss wirklich leider sagen, es stimmt, weil es einfach unfassbar traurig ist, was da alles gesagt wurde.“ Namen nannten beide nicht, der beim Publikum in Verdacht geratene Aleks Petrovic bezeichnete die Vorwürfe aber schon mal als „erstunken und erlogen.“

RTLII Rassismus im Trash-TV - keine große Überraschung: Chika (r.) und Carina in der „#CoupleChallenge“

Seit 30 Jahren treibt Ghostface seit Unwesen und seit Teil 5 der legendären Filmreihe Scream hält mit Horrorfilm-Nerd Mindy die erste queere Figur im Cast dagegen. Deren Darstellerin Jasmin Savoy Brown verkündete vor der Premiere von Teil 7 (Kinostart: 26. Feb.) Mindys nichtbinäres Coming-out. „Ich habe Mindy offiziell zu she/they gemacht“, schrieb die lesbische Schauspielerin in ihrer Instagram-Story. „Bei all der Hässlichkeit in der Welt – ICE ist dabei ein besonders offensichtlicher Albtraum – erleben wir einen gezielten Angriff auf unsere queere und trans Community… Ich hoffe, es bedeutet euch etwas, Mindys she/they-Anstecker auf der Leinwand zu sehen.“

Instagram

Die US-Schauspielerin Catherine „Cat“ Missal hat sich als lesbisch geoutet: In einem Interview zu ihrer Serie Tell Me Lies (Disney+), die jetzt nach drei Staffeln endete, antwortete sie auf eine Frage nach manipulativen Männern: „Also, ich bin gay, Gottseidank.“ Ihre langjährige Partnerin ist Jess Panneton, DJ und Ko-Veranstalterin der Lesbenparty „Futch Night“ in L.A. In der Serie über eine toxische Heterobeziehung spielte Missal die beste Freundinnen der Hauptfigur. Eine weitere Freundin, die queere Pippa (gespielt von der queeren, nichtbinären Sonia Mena), bekommt ***Spoiler*** im Finale ein Happy End mit Diana (Alicia Crowder).

Instagram/jesspannetonCat Missal (r.) und ihre Freundin Jess Panneton, auf deren Instagram-Account ihre Beziehung schon lange kein Geheimnis mehr ist

Die neue L-MAG liegt am Kiosk! Auf dem Cover: Die queere, Oscar-nominierte Schauspielerin Cynthia Erivo. Mit großem Outdoor-Special: Wandern, Biken, Zelten, Neuentdeckung der Labels Butch und Femme, Interview mit der queeren Ikone Peaches, trans Frauen in Syrien, was ist eigentlich „Gay Panic“? Nicht jetzt, Schatz: wenn die eine morgens Lust hat und die andere abends, wütende lesbische Film- und Serienheldinnen, wie immer Film-, Musik-, Buch- und Serientipps und vieles mehr! Natürlich auch im Abo und als E-Paper.

Jim Jarmuschs Episodenfilm Father Mother Sister Brother (Kinostart: 26. Feb.) ist zwar nur minimal lesbisch, erfreut aber mit starken Hauptdarstellerinnen: In der zweiten der drei Episoden sind Charlotte Rampling, Ehrenlesbe Cate Blanchett (Carol) und Vicky Krieps, bekannt aus diversen lesbischen Rollen (Das Boot, Hot Milk und – Kinostart: 7. Mai - Love Me Tender) zu sehen, in Episode 3 spielt die trans, nichtbinäre Schauspielerin Indya Moore mit (L-MAG-Filmkritik).

Weltkino Vicky Krieps, Cate Blanchett und Charlotte Rampling (v.l.n.r.) in „Father Mother Brother Sister“

Der erste lange Trailer von Teenage Sex and Death at Camp Miasma ist da. In der Horrorkomödie der trans Regisseur:in Jane Schoenbrun (I Saw The TV Glow, L-MAG-Filmkritik) wird eine queere Filmemacherin (Hannah Einbinder, Hacks) für die Regie eines neuen Teils des Horror-Franchise Camp Miasma angeheuert. Bei den Vorbereitungen gerät sie in eine obsessive psychosexuelle Beziehung mit dem bekanntesten „Final Girl“ (Gillian Anderson) der Slasherfilm-Reihe. Kinostart ist im August 2026.

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