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K-Word #651 Neues aus der Lesbenwelt

Ausgetanzt: Vanessa Borck in „Let’s Dance“ (und ein Update ihres Beziehungsstatus), Abschied von Underground-Ikone Bettina Köster, „Buffy“-Reboot gecancelt, Megan Fox, was macht eigentlich Ruby Rose? Und mehr!

Von Karin Schupp

20.3.2026 - Ausgetanzt: Auch mit ihrem dritten Tanz in Let’s Dance, einem Tango zu Katy Perrys „I Kissed a Girl“, überzeugte Vanessa Borck am letzten Freitag nicht: Die Influencerin und Ex-Princess Charming bekam von der Jury nur 7 Punkte und musste mit den wenigsten Anrufen die Show verlassen. „Es ist einfach fair. Ich war nun mal die Schlechteste und dann ist das okay“, sagte sie danach in Frauke Ludowgs Aftershow und ergänzte später auf Instagram, dass die Dankbarkeit ihre Enttäuschung überwiege: „Ich bin hier über mich hinausgewachsen. Wirklich. Tanzen war für mich eine riesige Herausforderung…. körperlich, mental, emotional.“ Aber sie habe gelernt, „dass man so viel mehr schaffen kann, als man vorher glaubt.“ Was bleibt: Nessi war nach Kerstin Ott (2019) erst die zweite Kandidatin, die mit einer Frau tanzte – und die erste, die (mit Victoria Sauerwald) ein Femme-Femme-Tanzpaar mit Führungswechseln bildete. Und immerhin geht’s jetzt mit ihrer Datingshow Nessi In Love weiter, die während Let’s Dance auf Eis lag. Single ist die 29-Jährig jedenfalls weiterhin, wie sie Anfang März in einem Video verriet: Darin sagt sieauch, dass aus ihr und Jana, ihrem Date in Folge 1 (auf Youtube) nur eine Freundschaft wurde: „Auch durch die Entfernung ist der Funke nicht übergesprungen-“

RTL/Stefan Gregorius Last Dance in „Let's Dance“: Nessi und ihre Profi-Partnein Vica Sauerwald

Bei der Oscar-Verleihung am Sonntag ging Come See Me in the Good Light (Apple TV) über das Dichter:innen-Paar Andrea Gibson (✝ 2025) und Megan Falley zwar leer aus, aber das Team des Dokumentarfilms um Regisseur Ryan White, Falley und die lesbischen Produzentinnen Brandi Carlile, Tig Notaro, Abby Wambach und ihre Ehefrauen hatte trotzdem viel Spaß. „Die Oscars waren magisch.“, schrieb Carlile auf Instagram. „Die Party des Jahres zu crashen, nicht zu gewinnen, aber gemeinsam zu beschließen, das Ganze zu etwas Witzigem, Menschlichem und irgendwie Besserem als dem Siegen zu machen… das war ein herrlich chaotischer Spaß, den ich jedem wünsche. Wir haben die Nacht damit verbracht zu lachen, uns cool zu fühlen und uns aufrichtig für andere zu freuen, deren Träume wahr wurden… Ich bin mir, ehrlich gesagt, nicht sicher, ob es noch besser werden kann.“

Instagram/stephanieallynne„Magisch“: Brandi Carlile (6.v.l.) und das queere Team hinter dem Oscar-nominierten Dokumentafilm „Come See Me in the Good Light“

Die Musikerin Bettina Köster starb am 16. März im Alter von nur 66 Jahren im italienischen Städtchen Capaccio Peastum. Dies bestätigte ihre frühere Bandkollegin Gudrun Gut der Nachrichtenagentur dpa: „Ich war sehr froh, dass ich mit Freunden noch bei ihr sein konnte.“ Die queere Underground-Ikone, die zuvor lange in New York gelebt hatte, war Medienberichten zufolge an Krebs erkrankt. „Bettina Köster war in West-Berlin der 80er-Jahre der Inbegriff der coolen Lesbe, die Rock 'n' Roll und Unabhängigkeit verkörperte“, schreibt unser Schwestermagazin Siegesssäule in seinem Nachruf. Köster war Mitglied dreier legendärer Frauen-Bands: Mania D., Malaria! (die 1982 mit „Kaltes klares Wasser einen Hit hatte) und Matador. In einem Interview mit L-MAG sprach sie 2021 darüber, warum sie nur in Frauen-Bands spielte, wie es in der Berliner Avantgarde-Szene zuging und dass sie wohl damals schon nichtbinär war: „Stell dir mal vor, wir hätten damals schon gewusst, dass so etwas existiert.“

Was macht eigentlich Ruby Rose? Um die Schauspielerin mit Supermodel-Hintergrund, die heute 40 Jahre alt wird, war es nach ihrem Ausstieg aus der lesbischen Serie Batwoman 2020 (K-Word #426) ruhiger geworden: Seitdem zog sie sich stark aus der Öffentlichkeit zurück und lebt wieder in ihrer australischen Heimat; ihr letzter Film, Dirty Angels (2024), steht bei Prime Video. Jetzt taucht Ruby in der australischen Dokuserie The Hospital in the Deep End auf, in der Promis ein „Praktikum“ in einem Krankenhaus machen. Darin spricht sie auch über die traumatische Rückenmarksverletzung am Set von Batwoman, die sie mit der erschreckenden Aussicht auf eine Lähmung konfrontierte. In einem Interview mit TV Week gab Ruby auch ein Update zu ihrer Autobiografie, die sie vor drei Jahren angekündigt hat (K-Word #497) Daran arbeite sie noch immer: „Was glauben Sie, wo ich die letzten Jahre war? Außerdem habe ich ein Dokumentarfilm-Projekt gestartet, das dieses Buch begleiten soll.“

Ein Jahr lang freuten sich die Buffy-Fans auf das angekündigte Reboot der Kultserie (K-Word #595) – aber am letzten Wochenende verkündete Sarah Michelle Gellar, die im Reboot wieder die titelgebende Vampirjägerin gespielt hätte, dass der Streaminganbieter Hulu die neue Serie Buffy New Sunnydale nun doch nicht produziere. In einem Interview mit People kritisierte Gellar die Entscheidung und beklagte, dass einer der Sender-Manager ständig betont habe, nichts mit der Serie anfangen zu können. Andere Medien berichteten, dass die (von Oscar-Gewinnerin Chloé Zhao gedrehte) Pilotfolge einfach nicht gut genug gewesen sei. Nicht bekannt ist, ob es auch queere Charaktere gegeben hätte – im Original war die Hexe Willow (Alyson Hannigan) einer der ersten lesbischen Serienhauptfiguren im US-Fernsehen.

UPN/Screenshot Willow und Tara in „Buffy“ waren das erste feste Frauenpaar im US-Fernsehen - ob es im nun gecancelten Reboot queere Charaktere gegeben hätte, ist nicht bekannt

Die zweite Staffel der australischen Krimikomödie Deadloch steht jetzt bei Prime Video. Diesmal ziehen die Polizistin Dulcie (Kate Box) und die dauerfluchende Kommissarin Eddie (Madeleine Sami) los, um den Mord an deren Ex-Kollegin aufzuklären, bekommen es aber zunächst mit Leichenteilen in einem toten Krokodil zu tun. Wieder mit dabei sind auch Dulcies Ehefrau Cath (Alicia Gardiner) – sie chauffiert den Campervan (und trifft überall, wohin sie auch kommt, auf Lesben) - und die eifrige Nachwuchspolizistin Abby (Nina Oyama). Fun Fact: Abgesehen von Gardiner sind alle Hauptdarstellerinnen queer, ebenso die Ko-Serienschöpferin Kate McCartney. Hier stehen weitere Serien mit L-Faktor, auf die wir uns schon freuen.

Prime Video Lesbische Krimiserie mit derbem Humor: Dulcie (l.) und Eddie in „Deadloch“

Transformers-Star Megan Fox outete sich schon 2008 als bisexuell und ruft diesen Fakt über sich alle zwei, drei Jahre in Erinnerung (K-Word #488). So (mutmaßlich) auch in dieser Woche, als sie auf Instagram postete: „I go both ways“, also: Ich stehe auf beides. Vielleicht wär’s mal an der Zeit, eine Partnerin in Erwägung zu ziehen - öffentlich bekannt sind von ihr bisher nach wie vor nur Beziehungen mit Männern. Mit ihrem letzten Freund, dem Musiker Machine Gun Kelly, hat sie ein Kind (1), das nach ihrer Trennung zur Welt kam.

Instagram/meganfox„Alle Menschen werden mit der Fähigkeit geboren, sich zu beiden Geschlechtern hingezogen zu fühlen", sagte Megan Fox schon 2008

 

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