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K-Word #652: Neues aus der Lesbenwelt

„Bridgerton“: Lesbische Lovestory wird Hauptplot, Ex-„Grey’s Anatomy“-Paar jetzt privat liiert, Nessi Borck: Was ihr bei „Let’s Dance“ besonders zu schaffen machte, Jess Carter: Online-Hater bestraft, Kristen Stewart, Beatrice Egli - und mehr.

Liam Daniel/Netflix Rücken bald näher zusammen: Michaela (l.) und Francesca in „Bridgerton“

Von Karin Schupp

27.3.2026 - In Staffel 4 von Bridgerton gab’s noch nicht die versprochene lesbische Liebesgeschichte (K-Word #643), aber in Staffel 5 kommt sie und rückt sogar in den Mittelpunkt, wie Netflix in dieser Woche bekannt gab: Francesca (Hannah Dodd) und Michaela (Masali Baduza) spielen darin die Hauptrollen. Zwei Jahre nach dem Tod ihres Ehemanns John will Francesca eine Vernunftsehe schließen - verliebt sich dann aber in dessen Cousine Michaela. Damit entfernt sich die historische Serie von der Romanvorlage, in der die junge Witwe mit Johns Cousin zusammenkommt. Auch wenn die Produktion gerade erst begonnen hat die neuen Folgen wohl erst 2027 kommen, stellte die lesbische Showrunnerin Jess Brownell auf der Netflix-Webseite Tudum schon mal klar: „In der Welt von Bridgerton ist kein Platz für Homophobie, Rassismus oder irgendeine Form von Intoleranz. Bei Bridgerton geht es um Liebe und Inklusion. Masali und Hannah sowie unsere gesamte Besetzung und Crew verdienen nichts als positive Unterstützung und Liebe.“ Womöglich stand sie dabei unter dem Eindruck der Hasskommentare, die die Darsteller der Schwulenserie Heated Rivalry kürzlich anprangerten

Ging diese Grey’s Anatomy-Liebe jenseits der Kameras weiter? Caterina Scorsone und E.R. Fightmaster, deren Charaktere sich in Staffel 18 verliebten (K-Word #430), scheinen auch privat ein Paar zu sein. Das Gerücht kochte hoch, als die beiden im März zusammen Elton Johns Oscar-Party besuchten. Als indirekte Bestätigung wird ein Paparazzi-Foto gewertet, das eine Woche in L.A. später entstand: Auf dem Bild halten sie Händchen und Scorsone trägt ein T-Shirt mit dem Wort „Oui“, also dem französischen Wort für „Ja“. Dr. Amelia Shepherd (Scorsone), die in der Krankenhausserie aktuell mit einer neuen Ärztin techtelt (K-Word #649), erlebte seinerzeit dank der nichtbinären Kolleg:in Dr. Kai Bartley ihr pansexuelles Coming-out, in Staffel 19 war aber schon wieder Schluss. Privat ist Scorsone seit 2020 von ihrem Mann geschieden und hat drei Töchter. Über das Beziehungsleben von Fightmaster, derzeit als Musiker:in auf Tour, ist nichts bekannt. Dass die Chemie zwischen den beiden stimmt, war auch bisher nicht zu übersehen:

Liliane Lathan/ABC Sind wohl schon näher zusammengerückt: Caterina Scorsone (l.) und E.R. Fightmaster in Staffel 18 von „Grey's Anatomy“

Vanessa Borck sprach am letzten Wochenende auf Youtube über ihre Zeit bei Let’s Dance und beklagte darin, wie sehr ihr als „sehr, sehr zarte Seele“ die gehässigen Online-Kommentare zu ihren glücklosen Auftritten zusetzten. Als Kandidatin der RTL-Tanzshow war sie mit ihrer Profipartnerin Vica Sauerwald nach drei Folgen mit den durchweg schlechtesten Jury-Noten ausgeschieden (K-Word #651). Sie habe beim Tanzen bei Null angefangen und sich über ihre kleinen Fortschritte gefreut, erzählt die lesbische Influencerin (@nessiontour) und Ex-„Princess Charming“. Aber nach dem harten Urteil der Jury („Wie ein Storch im Salat“) – das sie durchaus nachvollziehen konnte - sie sie immer unsicherer geworden. Was Nessi aber letztlich so runterzog, „dass irgendwann mein Selbstbewusstsein hier unten war“, war nicht die Show an sich, „denn „Let’s Dance wollte ich machen. Mir ging es um die Kommentare da draußen, dieses ‚Oh Gott, wie schlecht sie ist.‘“ Am Ende habe sie sich über ihr Ausscheiden gefreut, weil sie „niemand Besserem den Platz“ wegnahm und nicht noch mehr Online-Hate zu bekommen wollte.

nessiontour/YoutubeVanessa Borck über ihre Zeit bei „Let's Dance“: „Irgendwann war mein Selbstbewusstsein hier unten.“

Ein 60-jähriger Mann, der die englische Fußball-Nationalspielerin Jess Carter (Gotham FC) während der EM 2025 rassistisch beleidigt hatte, wurde von einem Gericht in Blackburn verurteilt: Der Engländer, der geständig war, erhielt sechs Wochen Haft auf Bewährung, ein vierjähriges Stadionverbot und eine dreimonatige Ausgangssperre. Außerdem muss er 10 Tage gemeinnützige Arbeit leisten und eine Strafe von 239 Pfund zahlen. „Sie haben sie aus keinem anderen Grund ins Visier genommen, als dass sie eine prominente Fußballerin ist“, sagte der Richter. „Das hat bei Ihrem Opfer erheblichen Stress und Angst verursacht.“ Carter, die mit DFB-Torfrau Ann-Katrin Berger verlobt ist, (K-Word #561), hatte den Online-Hate nach dem EM-Viertelfinale öffentlich gemacht und sich danach vorübergehend aus den sozialen Medien zurückgezogen (K-Word #619).

Instagram/jesslcarterJess Carter (r.) und Ann-Katrin Berger sind mit dem Gotham FC amtierenden US-Meisterinnen

Die schon vor zwei Jahren angekündigte Astronaut:innen-Serie The Challenger mit Kristen Stewart wird nun endlich gedreht, wie Amazon Prime letzte Woche bekannt gab. In der Miniserie geht es um den legendären NASA-Jahrgang 1978, in dem die Weltraumbehörde erstmals auch Frauen, Schwarze und asiatischstämmische US-Amerikaner ausbildete. Stewart spielt - in ihrer ersten Serien-Rolle - die lesbische Astronautin Sally Ride († 2012). Über die Pionierin, die als dritte Frau und erste Amerikanerin ins Weltall flog, steht bei Disney+ auch die sehenswerte Doku Sally (L-MAG-Filmkritik).

NASA/PD, Elena Ternovaja/CC-BY-SA Kristen Stewart: bald als lesbische Astronautin Sally Ride (l.) zu sehen

Eine andere Weltraumserie geht zu Ende: Star Trek: Starfleet Academy (Paramount+) wird nach der - bereits gedrehten - zweiten Staffel nicht fortgesetzt, wie Variety nach dem Staffel 1-Finale berichtete. Da kommt der Gedanke auf, dass die Entscheidung mit der Übernahme von Paramount durch das Trump-nahe Medienunternehmen Skydance zu tun haben könnte: MAGA-Fans, darunter auch Trumps Vizestabschef Stephen Miller, hatten die Serie wegen ihres diversen Casts als „zu woke“ verurteilt (K-Word #643) und auf Filmbewertungsseiten systematisch runtergevotet – und das war noch, bevor sich die klingonische Kommandeurin Lura Thok und die Ingenieurin Jett Reno als Paar entpuppten… Neben Gina Yashere und Tig Notaro in diesen beiden Rollen sind im Cast auch Tricia Black (Lt. Rork) und Kerrice Brooks (SAM) offen queer.

Paramount+ Jett Reno (r.) und ihre Freundin Lura Thok, die erste queere Klingonin im „Star Trek“-Universum

Das Reality-Ehepaar Chika Ojiudo-Ambrose und Carina Nagel landete im Finale der RTLII-Show #CoupleChallenge auf Platz 4, ging aber durch cleveres Taktieren mit 30.000 Euro nach Hause - nur 3.500 Euro weniger, als das Siegerpaar bekam. „Das geht nicht für Party und Drogen drauf, sondern wird in die Zukunft investiert, in Kinder, in Auswandern...“, freute sich Carina direkt nach dem Auszug. Chika, die im Februar von rassistischen Erfahrungen während der Dreharbeiten berichtete (K-Word #648), will sich aber nicht alleine auf den Gewinn verlassen: Sie veröffentlichte gerade ihren ersten Song „Big Gyal Energy“.

RTLII Chika (l.) und Carina verlassen die „#CoupleChallenge“ mit 30.000 Euro (in Holzklötzen??)

In der letzten Woche wurde publik, dass Collien Fernandes ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vorwirft, in ihrem Namen Fake-Nacktfotos und -Sexvideos von ihr verbreitet zu haben. In Solidarität mit der Schauspielerin stellten nun über 250 Promis aus Politik, Wirtschaft und Kultur „10 Forderungen an die Bundesregierung“, darunter die Strafbarkeit von sexualisierten Deepfakes, die Verankerung von „Ja heißt Ja“ im Sexualstrafrecht und eine nationale Strategie zur Bekämpfung männlicher Gewalt. Zu den Unterzeichnerinnen gehören Carolin Kebekus, Cathy Hummels, Ikkimel, Nina Chuba, Veronica Ferres und die queeren Promis Maren Kroymann, Jasna Fritzi Bauer und Ricarda Lang.

Nun hat auch die Schlagersängerin Beatrice Egli ihren queeren Song: Im Video zu „Alibi“ flirtet sie mit einer Frau, während ihr „Alibi“ für die Nacht ein Mann ist: Tony Eberhardt, Mr. Gay Germany 2025 und aktuell GNTM-Kandidat. „Liebe kennt kein Geschlecht“, sagte die Schweizerin in der MDR-Talkshow Riverboat zu ihrem Song. Anziehung werde in ihren Augen „nicht definiert über ein Geschlecht oder Sonstiges. Und dafür stehe ich auch.“

„I Thought I’d Never Write a Love Song“, heißt der neue Track von Malou Lovis. Die lesbische The Voice of Germany-Gewinnerin (2023), die im Februar beim ESC-Vorentscheid antrat (K-Word #649), geht Ende September auf Deutschland-Tour.

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