K-Word #658: Neues aus der Lesbenwelt
Hayden Panettiere outet sich als bi, Lola Young kehrt zu den Frauen zurück, Cara Delevingne: „Meine Schwäche waren Hetero-Frauen“, queere Filme in Cannes, „First Dates Hotel“, lesbischer Fußballfilm angekündigt und mehr!
Von Karin Schupp
8.5.2026 - „Besser später als nie“, sagte die Schauspielerin Hayden Panettiere (Heroes, Nashville) in einem Interview mit Us Weekly und outete sich als bisexuell. Bisher sei nie der richtige Zeitpunkt dafür gewesen, erklärte die 36-Jährige, und man habe sie auch „nicht dazu ermutigt, einfach ich selbst zu sein. Dann kam die Zeit, in der es so wirkte, als wäre es nur ein Modetrend, wenn sich Personen, insbesondere Frauen, als bi outeten oder sagten, sie stünden auf Frauen. Ich hatte Angst, dass es so aussehen würde, als würde ich auf den Zug aufspringen.“ Jetzt aber, anlässlich des Erscheinens ihrer Autobiografie This I Me: A Reckoning im Mai, spricht sie es zum ersten Mal laut aus! Sie habe schon Frauen gedatet, verriet Panettiere, die mit dem Ex-Boxer Wladimir Klitschko eine Tochter (11) hat und in ihrer letzten Beziehung mit einem Businessmanager (endete 2020) Gewalt erlebte. Bisher habe sie aber nie den Mut gehabt, sich „voll darauf einzulassen. Denn wenn ich mich verlieben würde, wäre das nichts, was ich verstecken wollte.“ Dafür ist der Weg ja nun frei!
Us Weekly „Ich kehre zu den Frauen zurück“, verkündete Shootingstar Lola Young („Messy“) auf einer Bühne in London. Bei einem Konzert der spanischen Sängerin Rosalía war die Grammy-Gewinnerin in deren „Confession Box“ zu Gast und erzählte, dass sie vier Monate mit einem Mann zusammen war - und dann entdeckte, dass er verheiratet ist und Kinder hat. Das fand sie raus, als sie aus ihrem Bluetooth-Lautsprecher am Bett plötzlich ein Telefonat mit seiner Frau ertönte. Die 25-Jährige, die sich vor einem Jahr als bi outete (K-Word #628), hatte sich nach einem Zusammenbruch auf der Bühne im September für einige Monate von der Öffentlichkeit zurückgezogen.
Beim zweiten Rosalía-Konzert in London betrat Model/Schauspielerin Cara Delevingne (jetzt auch als Musikerin unterwegs, K-Word #657) deren „Beichstuhl“ und erzählte: „Falls du’s noch nicht wusstest: Ich bin eine Lesbe. Meine Schwäche waren Hetero-Frauen.“ Der Grund sei wohl „die Herausforderung“ gewesen, „aber auch, weil ich wirklich denke, dass niemand ganz hetero ist. Außerdem glaube ich, dass Männer nicht richtig wissen, wie sie ihre Freundinnen befriedigen sollten, also habe ich das für sie übernommen.“ Die Zeiten sind aber vorbei: „Jetzt bin ich einer festen Beziehung.“ Die Britin ist seit vier Jahren mit der Londoner Musikerin Minke zusammen (K-Word #497).
Am 12. Mai startet das Filmfestival in Cannes, bei dem schon viele hochgelobte Lesbenfilme Premiere feierten, zuletzt Die jüngste Tochter (L-MAG- Filmkritik; jetzt neu im Streaming). In diesem Jahr sind 21 Filme mit LGBTQ-Hauptfiguren im Programm, darunter Vaterland mit Sandra Hüller als bisexuelle Schriftstellerin (und Thomas Manns Tochter) Erika Mann und Teenage Sex and Death at Camp Miasma der trans Regisseur:in Jane Schoenbrun (I Saw The TV Glow). In dem Horrorfilm gerät eine queere Filmemacherin (Hannah Einbinder, Hacks) in eine obsessive Beziehung mit dem Star des Slasher-Franchises Camp Miasma, gespielt von Gillian Anderson (Kinostart: 20. August). In Club Kid, dem Regiedebüt des schwulen Comedians Jordan Firstman, spielt Cara Delevingne eine der Hauptrollen. In dem Film geht‘s um einen erfolglosen Partyveranstalter in New York, der erfährt, dass er Vater ist.
MUBI Queerer Horrorfilm: Hannah Einbinder (l.) und Gillian Anderson in „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“Sieben Jahren nach dem Ende von Orange is the New Black (Netflix) gab’s ein Wiedersehen mit Taylor Schilling und Laura Prepon,die in der legendären Frauenknastserie das On-Off-Paar Piper und Alex spielten: Die beiden waren (mit Daya-Darstellerin Dascha Polanco) zu Gast bei der ComicCon in Liverpool. Schilling, die 2020 ihre Beziehung mit der Künstlerin Emily Ritz öffentlich machte (K-Word #359, ein Jahr später trennten sie sich), hat gerade die Hauptrolle in der Krimiserie What The Dead Know ergattert, die der Sender NBC ankündigte. Prepon, aktuell alleinerziehende Mutter, war zuletzt in der Sitcom Die wilden Neunziger (Netflix) zu sehen; in der Vorgängerserie Die wilden Siebziger (1998-2006) hatte sie ihre erste TV-Rolle.
Ein queeres Liebesdreieck gibt’s gerade in First Dates Hotel. In Folge 3 der Datingshow, die am Montag bei Vox lief, reiste die lesbische Hamburgerin Melis (28) mit ihrem besten schwulen Freund Joel nach Mallorca, um dort die Liebe zu finden, und flirtete gleich mal übern Zaun mit ihrer bisexuellen Hotelnachbarin Sarah. Die wird aber in Folge 4 zunächst ein Date mit einem Mann haben, während Melis einen Abend mit der Studentin Gena verbringt (beide Folgen auch bei RTL+).Wer sich für wen entscheidet, erfahren wir frühestens in Folge 5.
RTL Joel und Melis in „First Dates Hotel“Gina Yashere, die in Star Trek: Starfleet Academy die queere Commanderin Lura Thok spielte, hat geheiratet. Die Hochzeit mit der College-Professorin Dr. Nina Rose Fischer fand an ihrem Zweitwohnsitz in Costa Rica statt. Die Britin war in der Weltraumserie mit Jett Reno (Tig Notaro) zusammen und wusste sich gut gegen den homophoben und frauenfeindlichen Hass zur Wehr zu setzen, der sich aus der Kloake des Internets über die Produktion ergoss. „Wenn man sich seine Sexualität aussuchen könnte, warum sollten wir uns dann für Männer entscheiden?“, schrieb sie (unter anderem) auf Instagram (K-Word #644).
Instagram/ginayashere„Star Trek: Starfleet Academy“-Schauspielerin Gina Yashere (l.) und ihre Frau Dr. Nina Rose FischerPromis und ihre Promi-Fans: Nach der Premiere des Konzertfilms Billie Eilish — Hit Me Hard and Soft: The Tour (jetzt im Kino) posteten Ellen DeGeneres und ihre Frau Portia de Rossi ein Selfie mit der bisexuellen Popsängerin (K-Word #579).
Der queere Ex-Fußballstar Kelley O’Hara (K-Word #492), Olympiasiegerin und zweifache Weltmeisterin, produziert den Spielfilm Ripe!, eine lesbische Fußballerinnen-Lovestory. Die Hauptrollen spielen Lola Tung (Hauptdarstellerin der Amazon-Serie Der Sommer, in dem ich schön wurde) und Rita Roca. Letzere war auch schon im Cast des gleichnamigen Kurzfilms (2024), den O’Hara ebenfalls produzierte. Darin geht’s um eine amerikanische Austauschstudentin in Spanien, die sich beim Kicken in eine einheimische Spielerin verliebt. Einen Teaser gibt’s schon:
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