K-Word #661: Neues aus der Lesbenwelt
Cara Delevingne: „Ich bin eine sehr stolze Lesbe“, Nessi & Lara: Kuss im „Let's Dance“-Finale, Orden für Ricarda Hofmann und andere Queers in NRW, Hayley Kiyoko, Melissa Etheridge, Hella von Sinnen, Kinotipps - und mehr!
Instagram/minkeCara Delevingne (l.) auf einem seltenen Foto mit Minke: „Ich kann mir nicht vorstellen, den Rest meines Lebens mit jemand anderem zu verbringen. (...) Also ja: Ich bin eine sehr stolze Lesbe.“Von Karin Schupp
5.6.2026 - Seit sich Cara Delevingne, Schauspielerin, Topmodel und Sängerin (K-Word #660), Anfang Mai auf einer Londoner Bühne als „Lesbe“ bezeichnet hat (K-Word #658), kann sie gar nicht mehr damit aufhören. Im Interview mit dem US-Magazin Variety auf den Auftritt angesprochen, sagte sie: „Die Leute lieben es, ‚Sie ist nicht gay, sie ist pansexuell‘ oder ‚Sie hatte schon Boyfriends‘ zu kommentieren – ja, stimmt, aber jetzt bin ich an dem Punkt in meinem Leben, wo ich echt froh bin, sagen zu können: Ich bin lesbisch.“ Zwar hasse sie Labels, aber seit sie mit ihrer Lebensgefährtin, der Musikerin Minke, zusammen sei (K-Word #517), könne sie sich „nicht vorstellen, den Rest meines Lebens mit jemand anderem zu verbringen. Ich möchte mit dieser Frau eine Familie gründen. Also ja: Ich bin eine sehr stolze Lesbe.“ In Call Her Daddy (dem weltweit erfolgreichsten Podcast einer Frau) sprach die Britin über ihre erste „Victoria’s Secret“-Modenschau 2012: „Ich war nicht geoutet. Ich war gay und dachte: ‚Bin ich die einzige Lesbe, die je für Victoria’s Secret gelaufen ist?‘ (Anm. der Red.: Mit Sicherheit nicht!) Ich habe mich wie eine Undercover-Lesbe gefühlt.“ 2012 war das Liebesleben der Britin noch nicht öffentlich, aber es kursierte das Gerücht, dass sie eine Affäre mit Harry Styles habe - und auch bereits, dass sie bi sei.
In Let's Dance kam Vanessa Borck zwar nicht weit (K-Word #651), aber im Finale der RTL-Tanzshow sorgte die Influencerin und Princess Charming-Prinzessin noch mal für einen Hingucker: Sie zeigte sich frisch verliebt mit ihrer neuen Freundin Lara, die sie kurz zuvor auf ihren Social Media-Kanälen vorgestellt hatte (K-Word #660). Auf die Frage von Moderatorin Victoria Swarovski, was sie mit der Show verbinde, antwortete Nessi denn auch wie aus der Pistole geschossen: „Natürlich, dass ich mich verliebt habe, während der Let’s Dance-Zeit.“ Die beiden lernten sich Anfang Januar in Köln kennen und kamen im März zusammen.
RTL/Stefan Gregorowius Kuss im „Let's Dance“-Finale: Vanessa Borck (l.) und ihre neue Freundin Lara (rechts: Nessis Mutter)In NRW verlieh Ministerpräsident Hendrik Wüst am Dienstag den Verdienstorden seines Bundeslandes „an 15 Menschen, die sich in besonderer Weise für ein offenes, vielfältiges und respektvolles Miteinander in Nordrhein-Westfalen einsetzen und damit auch die Gleichberechtigung queerer Menschen stärken“, wie es im Pressetext heißt. Zu den Geehrten gehörten - leider nur - drei Frauen: Die in zahlreichen LGBTQ-Vereinen engagierte Heike Kivelitz, die Liedermacherin und Aktivistin Carolina Brauckmann und die Podcasterin Ricarda Hofmann (auf dem Foto von links nach rechts). Ausgezeichnet wurden unter anderem auch der Moderator Ralph Morgenstern, der Grünen-Politiker Volker Beck, die Lindenstraßen-Schauspieler Georg Uecker und Claus Vinçon sowie – als einziger Hetero – der frühere Lindenstraße-Produzent Hans W. Geißendörfer: Ihm verdanken wir - 1990 war's - den ersten schwulen Kuss (zwischen Uecker und Martin Armknecht) in einer deutschen Fernsehserie.
Mark Hermenau Carolina Brauckmann, Georg Uecker, Ricarda Hofmann (5. bis 7. v.l.) und weitere queere Ordensträger:innen aus NRWSeit 4. Juni im Kino: In Ein Sommer in Paris von Valentine Cadic reist Blandine (Blandine Madec) nach der Trennung von ihrer Freundin eben alleine aus der Normandie nach Paris, um dort die Olympischen Spiele zu erleben. Bei dieser Gelegenheit trifft sie auch ihre Halbschwester Julie (India Hair) wieder, die sie seit Jahren nicht gesehen hat. Schüchtern und immer ein bisschen überwältigt und verloren wirkend, bahnt sich Blandine durch den Großstadttrubel, aber am Ende weiß sie, was sie vom Leben will – und erblickt sogar ihren Schwarm, die Olympiaschwimmerin Béryl Gastaldello. Ein Filmtipp für alle, die die leichte, melancholische Sommerstimmung und die unaufgeregte Authentizität in der Tradition von Éric Rohmer mögen.
In der Queerfilmnacht läuft im Juni Donkey Days von Rosanne Pel (in über 40 Städten: Orte/Termine). Im Mittelpunkt der schwarzen Komödie stehen zwei ungleiche Schwestern, die impulsive lesbische Lehrerin Anne (Jil Krammer) und die kühle Karrierefrau Charlotte (Susanne Wolff, Sisi & Ich). Seit ihrer Kindheit kämpfen sie um die Gunst ihrer manipulativen Mutter (Hildegard Schmahl) und werden von ihr gegeneinander ausgespielt. Als sie gemeinsam in das Haus ihrer Kindheit zurückkehren, brechen alte Konflikte auf, bizarre Geheimnisse kommen ans Licht und die beiden müssen lernen, sich endlich zusammenzuraufen.
Die lesbische TV-Ikone Hella von Sinnen geht jetzt auch unter die Podcaster:innen: Heute startete ihr neuer Video-Podcast Gestatten, von Sinnen!, in dem sie künftig alle zwei Wochen illustre Promi-Gäste wie Mike Krüger (in der Premierenfolge), Guido Cantz, Joey Kelly, Evelyn Burdecki, Ingo Appelt und Grünen-Politikerin Claudia Roth. Das Format, hinter dem Stefan Raabs Produktionsfirma Raab Entertainment steht, steht auf RTL+ und Spotify (und sicherlich auch auf anderen Plattformen).
Willi Weber Fotografie „Gestatten, von Sinnen!“: Hella von Sinnen ist jetzt auch PodcasterinNormalerweise lässt sich eine Serie ja keine Hochzeit entgehen – wieso denn sonst sollten die Autor:innen eine Verlobung ins Drehbuch schreiben? Anders jedoch in Criminal Minds: Die 18. Staffel der langlaufenden Krimiserie über ein FBI-Profilerteam endete für Tara (Aisha Tyler) damit, dass sie ihrer Freundin Rebecca (Nicole Pacent) einen Antrag machte – doch die Hochzeit, auf die sich die Fans nun freuten, fand ohne Publikum statt: Zu Beginn von Staffel 19 (neu bei Paramount+/Disney+) macht Criminal Minds einen Zeitsprung von einem Jahr - und das Paar ist mittlerweile verheiratet. Wieso die Programmverantwortlichen auf dieses Event verzichtete, erklärten sie bisher nicht.
Paramount+ Rebecca (l.) & Tara (und ein Mann) in „Criminal Minds“Die lesbische Popsängerin Hayley Kiyoko (K-Word #640) machte aus ihrem Song und Video „Girls Like Girls“ (2015) zunächst einen Jugendroman (dtv Verlag, 2023) und jetzt auch einen Kinofilm, bei dem sie selbst Regie führte. Eine Vorschau darauf bietet das neue Musikvideo zu ihrem Song mit Bildern aus dem Film. In Girls Like Girls zieht Coley (Maya Da Costa) in eine neue Stadt und verliebt sich in ihre neue beste Freundin Sonya (Myra Molloy). Die hat allerdings – zunächst - einen Boyfriend… In den USA feiert der Film Mitte Juni Premiere, der deutsche Starttermin ist noch nicht bekannt.
„Es macht Spaß, lange verheiratet zu sein“: Melissa Etheridge (L-MAG-Interview) und ihre Frau Linda Wallem feierten am letzten Sonntag ihren 12. Hochzeitstag und ließen uns auf Instagram daran teilhaben:
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