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K-Word #666: Neues aus der Lesbenwelt

Ann-Katrin Berger und weitere lesbische Promis bei der Fußball-WM, Björk: mit einer Musikerin liiert? Queere Emmy-Nominierungen, LP, deutsches TV: mehr LGBTQ-Content als je zuvor (aber immer noch viel zu wenig), Filmtipps – und mehr!

Instagram/_jesslcarterMal nicht selbst auf dem Platz: Jess Carter und Ann-Katrin Berger bei der Männer-WM

Von Karin Schupp

10.7.2026 - Lesbische und queere Promis bei der Männer-WM: Ann-Katrin Berger und ihre Verlobte Jess Carter (K-Word #652) waren beim Gruppenspiel England gegen Panama dabei (Foto oben). Beim Sechzehntel-Finale Spanien gegen Österreich saßen Spaniens Fußballstar Alexia Putellas, Rosalía (K-Word #664) und Penelope Cruz (hetero - nicht dass noch Gerüchte aufkommen!) im Publikum. Und Comedian Fortune Feimster traf beim Achtelfinale Frankreich gegen Paraguay das Powercouple Sophia Bush und Ashlyn Harris (K-Word #632).

Instagram Linkes Foto: Alexia Putellas, Penelope Cruz und Rosalía in L.A.,rechtes Foto: Fortune Feimster, Pennsylvanias Gouverneur Josh Shapiro, Sophia Bush und Ashlyn Harris (v.l.n.r.) in Philadelphia

Ist Björk mit der Musikerin und Produzentin Monace aka Yara Polana liiert? Das zumindest schien die queere Wahl-Isländerin aus Mozambique in einer Instagram-Story zu bestätigen: Sie teilte im Juni ein Foto, das sie mit dem isländischen Superstar zeigt (siehe unten)und schrieb dazu: „Könnte mir keine bessere Freundin wünschen“ und „amo-te“ (= „Ich liebe dich“ auf Portugiesisch). Björk, von der bisher nur männliche Partner bekannt waren, hat die Beziehung bisher nicht bestätigt, outete sich aber schon 2004 als bisexuell: „In meinem Leben gab es schon immer genauso viele starke, kreative Frauen wie Männer und man könnte einige dieser Beziehungen wohl als romantisch bezeichnen“, sagte sie damals der britischen Lesbenzeitschrift DIVA. „Ich glaube, jeder ist bis zu einem gewissen Grad bisexuell.“ Sie persönlich finde „die Wahl zwischen Männern und Frauen ist wie die Wahl zwischen Kuchen und Eis. Man wäre doch verrückt, nicht beides zu probieren, wenn es so viele verschiedene Geschmacksrichtungen gibt.“

Um queeres Coming-of-Age, Gefühlschaos, Erwachsenwerden und die Beziehung zwischen zwei besten Freundinnen geht’s in Ninja Motherf*cking Destruction von Lotta Schwerk. Das Besondere: Die Berliner Regisseurin drehte ihren Spielfilm über einen Zeitraum von acht Jahren. Anfangs sind Leonie (Emma Suthe) und Marlene (Merle von Mach) 18 Jahre alt und unzertrennlich. Doch als sich Leonie in Naomi (Marie Tragousti) verliebt, driften ihre Wege auseinander, bis sie sich mit Mitte 20 wiederfinden. Der Film startet am 16. Juli im Kino, in Wien, Berlin, Köln und Karlsruhe gibt’s Special Screenings mit der Regisseurin und den Schauspielerinnen (Termine)

Die Emmy-Nominierungen 2026 sind da und Hacks und Pluribus, zwei Serien mit queeren Hauptfiguren, stehen weit oben auf der Liste für den renommierten US-Fernsehpreis: Die finale Staffel von Hacks (leider noch nicht bei RTL+) bekam 24 Nominierungen, darunter auch für die Vorjahresgewinnerin Hannah Einbinder (K-Word #626), die die bisexuelle Hauptfigur Ava spielt, und ihr Ko-Star Meg Stalter (K-Word #663). Zu den 18 Nominierten für den Apple TV-Hit Pluribus gehören auch Rhea Seehorn für ihre lesbische Hauptrolle und Karolina Wydra, die ihren Love Interest spielt. Auch Claire Danes ist für ihre lesbische Hauptrolle in The Beast In Me nominiert (lest auch unseren Artikel über „Wütende Lesben in Serien“). Weitere queere Nominierte neben Einbinder und Stalter sind Ayo Edebiri für The Bear und Kristen Kish für die Moderation der Kochshow Top Chef; Ehrenlesbe Sepideh Moafi (Gigi in The L Word: Generation Q) erhielt für The Pitt ihre erste Emmy-Nominierung. Die Verleihung findet am 14. September statt.

Max/Kenny Laubacher Beide für einen Emmy nominiert: Hannah Einbinder (l.) und Meg Stalter in „Hacks“

Das deutsche Fernsehen hängt immer noch meilenweit zurück, wenn es um LGBTQ- Seriencharaktere geht, aber immerhin gab‘s dort im letzten Jahr mehr Spiel- und Dokumentarfilme mit (mindestens) einer relevanten queeren Figur als je zuvor: nämlich in 6,5 % aller 15.240 Filme und Dokus, die 2025 im linearen Fernsehen liefen – 2024 waren’s nur 4,9 %, wie die jährliche Studie LGBTVscan der Webseite QUEERmdb ergab (Serien werten sie nicht aus). Die Anzahl der deutschen Eigenproduktionen lässt sich dabei aber wahrscheinlich an höchstens zwei Händen abzählen. Zudem handelt es sich bei drei Viertel der Filme um - zum Teil mehrfache - Wiederholungen (Spitzenreiter sind die Komödien Charleys Tante und Oh Tannenbaum, die 11x bzw. 9x liefen!), nur 29 Produktionen waren Erstausstrahlungen. Die Streamingdienste schneiden da besser ab: Bei Netflix und Amazon Prime betrug der LGBTQ-Anteil im Langfilmangebot 2025 jeweils 11 %.

SuperRTL Das deutsche TV zeigte 2025 in jedem vierzehnten Film mindestens eine queere Figur - dazu zählt auch die Liebeskomödie „Verliebt unterm Weihnachtsbaum“, die insgesamt 3x lief

À propos queere Erstausstrahlungen: In den dritten ARD-Programmen läuft gerade wieder die sommerliche QUEER-Reihe mit LGBTQ-Spielfilmen, und viele davon sind TV-Premieren, darunter: die Coming-of-Age-Film Little Trouble Girls (MDR, 10. Juli um Mitternacht), das französische Regenbogenfamiliendrama 15 Liebesbeweise (rbb, 14. Juli, 22:15 Uhr), die Late Bloomer-Komödie What a Feeling mit Caroline Peters (Mord mit Aussicht) und Proschat Madani (BR, 16. Juli, 23:15 Uhr) und die Musical-Liebeskomödie Chuck Chuck Baby (rbb, 11. Aug., 22:15 Uhr). Außerdem im Programm: der sexy Erotikfilm Below Her Mouth (rbb, 21. Juli, 22:15 Uhr). Hier stellen wir die Filme ausführlicher vor.

Salzgeber Eine Wiederholung, gegen die wir nichts einzuwenden haben: „Below Her Mouth“ mit Erika Linder und Natalie Krill

Seit 9. Juli im Kino: In Mit leiser Stimme kehrt Lilia (Eya Bouteraa) zur Beerdigung ihres Onkels aus Frankreich in ihre tunesische Heimat zurück, wo ihre Familie nicht weiß, dass ihre Reisebegleitung Alice (Marion Barbeau) auch ihre Lebensgefährtin ist. Während sie dieses Geheimnis bewahren will, macht sie sich daran, andere Rätsel aufzudecken, etwa das um die Homosexualität ihres Onkels. Lest hier unsere Filmrezension.

Neue Visionen (Versteckt) queer in Tunesien: „Mit leiser Stimme“ - jetzt im Kino

LP („Lost on You“), aktuell auf Europa-Tour, kündigte ein neues Album namens „Room 12“ für den 2. September an und veröffentlichte den Song „Love Is All I Have“. Zu den Lyrics sagte die nichtbinäre Musiker:in: „Eigentlich setzt er sich aus mehreren unterschiedlichen Trennungen zusammen. Da ich beide Seiten erlebt habe, hatte ich das Gefühl, sowohl die verzweifelte Sehnsucht danach, jemanden zum Bleiben zu bewegen, als auch die Erleichterung einfangen zu können, die mit dem Gehen einhergehen kann – bevor schließlich die Reue einsetzt.“ Trennung ist aktuell aber kein Thema: Seit 2023 ist LP mit dem Model Iveta Maurerová (K-Word #659), Miss Tschechien 2018, zusammen.

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Weiterlesen: K-Word #665: Neues aus der Lesbenwelt

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