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K-Word #671: Neues aus der Lesbenwelt

Gillian Anderson über ihre Frauenbeziehungen, Hayden Panettiere: Tod mit 36, Juliette Schoppmann über ihre große Liebe Tahnee, Kristen Stewart, Hazel Brugger, Ali Krieger, Cara Delevingne, Filmtipps – und mehr!

Screenshot YT/@movietvnewsofficialGillian Anderson (l.) und Hannah Einbinder

Von Karin Schupp

21.8.2026 - Anlässlich des Kinostarts ihres hochgelobten queeren Horrorfilms Teenage Sex and Death at Camp Miasma (unsere Filmkritik) sprach Gillian Anderson über eine Beziehung, die sie an der Highschool mit einer älteren Schülerin hatte. „Es fühlte sich geheimnisvoll und verboten und falsch an und wir mussten uns verstecken“, erzählte sie der The Sunday Times. Als LGBTQ habe sie sich aber nicht verstanden: „Ich hatte definitiv das Gefühl, dass mir die richtigen Worte dafür fehlten. Selbst später, als ich andere Beziehungen [mit Frauen] hatte, bin ich mir nicht sicher, ob ich jemals dachte, dass eine davon vielleicht für immer sein könnte.“ Das war aber längst nicht das erste Mal, dass Anderson über ihre sexuelle Identität sprach. Die Schauspielerin, die durch Akte X (1993-2022) zum frühen Lesbenschwarm wurde, sprach 2012 erstmals von ihrer Highschool-Liebe und weiteren Frauenbeziehungen. Dennoch bezeichnete sie sich immer als hetero und sagte erst 2024 im New Yorker: „Jetzt, mit fünfundfünfzig, frage ich mich: Oh, bin ich pansexuell? Bin ich bisexuell?‘“ (Zusammen ist sie allerdings seit zehn Jahren mit dem Drehbuchautoren Peter Morgan.) Die Chemie mit ihrem Ko-Star, der bisexuellen Schauspielerin Hannah Einbinder (Hacks), ist auf jeden Fall da, wie nicht nur der Film, sondern auch ihre PR-Auftritte beweisen:

She’s just like us: Kristen Stewart machte auf der L.A.-Premiere von Teenage Sex and Death… Selfies mit Gillian Anderson.

Kristen Stewart ist selbst gerade auf PR-Tour für ihren neuen Film, die Kifferkomödie The Wrong Girls (noch ohne deutschen Starttermin), bei der ihre Frau Dylan Meyer (K-Word #606) Regie führte. Mit ihrem bisexuellen Ko-Star Alia Shawkat (Duck Butter) reagierte sie unter anderem auf die Frage, wie es sich anfühlt, bei so vielen Menschen ihr „queeres Erwachen“ ausgelöst zu haben.

Am 16. August starb die US-Schauspielerin Hayden Panettiere (Heroes) kurz vor ihrem 37. Geburtstag, der heute gewesen wäre. Die Todesursache ist nicht bekannt, aber Fremdeinwirkung wurde ausgeschlossen. Panettieres On-Off-Boyfriend Brian Hickerson, der die Rettungskräfte rief, soll der Polizei ihre zuletzt eingenommenen Medikamente mitgegeben haben. Panettiere hinterlässt ihre Tochter Kaya (11), die bei ihrem Vater Wladimir Klitschko lebt. Erst im Mai hatte sie ihre Autobiografie This I Me: A Reckoning veröffentlicht und sich darin als bisexuell geoutet (K-Word #658). Sie habe schon Frauen gedatet, sagte sie der Zeitschrift Us Weekly, aber nie den Mut gehabt, sich „voll darauf einzulassen. Denn wenn ich mich verlieben würde, wäre das nichts, was ich verstecken wollte.“

DaveyCasey/CC-BY Hayden Panettiere (1989-2026)

Staatsschutz von Faraz Shariat (Futur Drei) startet am 27. August im Kino. Das Justizdrama, das den Panorama-Publikumspreis der Berlinale 2026 bekam, hat eine lesbische Hauptfigur: Die junge Staatsanwältin Seyo Kim (Chen Emilie Yan) wurde Opfer eines rassistischen Anschlags und entscheidet sich trotz aller Warnungen dafür, in ihrem eigenen Fall zu ermitteln und die Täter vor Gericht zu bringen. Dabei muss sie auch gegen ein Rechtssystem ankämpfen, das rechte Gewalt verharmlost und manchmal sogar deckt.

Jünglinge Film/Lotta Kilian Chen Emilie Yan (r.) und Julia Jentsch in „Staatsschutz“

Österreich schickt Rose ins Oscar-Rennen für die Kategorie „Bester internationaler Film“. In dem historischen Drama (startete am 30. April im Kino) spielt Sandra Hüller eine Frau, die sich im 17. Jahrhundert als Mann ausgibt, in einem Dorf niederlässt und eine arrangierte Ehe mit einer Bauerstochter eingeht – bis die argwöhnische Dorfgemeinschaft Roses Identität mehr und mehr in Frage stellt. Die Oscar-Nominierungen werden am 21. Januar 2027 bekannt gegeben, die Verleihung der Academy Awards ist am 14. März 2027.

Piffl Medien Sandra Hüller in „Rose“

Das Vorschaubild unten täuscht: Juliette Schoppmann wurde richtig emotional, als sie im Podcast Recall der Ex-Monrose-Sängerinnen Senna und Bahar von ihrer Ehe mit Comedia Tahnee (K-Word #492) schwärmte:

Ex-Fußballstar Ali Krieger ging 2023 durch eine sehr öffentliche Trennung von ihrer Frau Ashlyn Harris (K-Word #529), mit der sie zwei Kinder hat – und wirbt jetzt passnderweise für „Hello Divorce“: Die Online-Plattform für Scheidungswillige erstellt die nötigen Unterlagen, vermittelt juristische und finanzielle Beratung und Trennungs-Coaches. Krieger hat’s hinter sich und ist inzwischen mit der schottischen Ex-Fußballnationalspielerin Jen Beattie liiert (K-Word #587), Harris mit der Schauspielerin Sophia Bush (K-Word #556).

Hello Divorce/Screenshot YoutubeAli Krieger über ihre Scheidung: „Da war das, was die Welt sah. Und dann war da das, was ich tatsächlich durchgemacht habe.“

Lesbischer Lovesong mit Twist: Heute erschien das Video zu Cara Delevingnes (K-Word #661) Song „Crazy, Baby“ mit Samara Weaving (Nine Perfect Strangers) als ihrem Love Interest. Das lesbische Multitalent, bereits als Schauspielerin und Model erfolgreich, kündigte Ende Mai den Start ihrer musikalischen Karriere an (K-Word #656), ihr Debütalbum erscheint in Kürze.

Beim Pop-Kultur Festival in Berlin (24.-30. Aug.) treten wie immer zahlreiche queere Künstler:innen auf (häufig bei freiem Eintritt). Interessant sind vor allem die Programme Çaystube und Full Court Femme in der Kulturbrauerei sowie Talks, etwa zu queerfeministischem Rap und Hyperpop. Im Line-up sind unter anderem Rosa Anschütz, Deutsche Laichen, Avalon Emerson & The Charm, die lesbische Performance-Künstlerin Eva Bottega, die iranisch-amerikanische Berlinerin Dornika the Poet, DisFig aus New York und das US-amerikanisch-kanadische Frauen-Duo deBasement.

Pünktlich, nicht nervig optimisch und technisch begabt: Hazel Brugger sprach bei einem englischsprachigen Auftritt in Schweden lobend über ihre lesbischen Fans.

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Weiterlesen: K-Word #670: Neues aus der Lesbenwelt

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