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K-Word #675: Neues aus der Lesbenwelt

Kendall Jenner: Lief da was mit Cara Delevingne? Netflix-Serie „Monster“ über lesbische Mörderinnen, Leonie Fiebich, Ulrike Folkerts, neues Fußballerinnen-Baby auf dem Weg, Lena Stoehrfaktor, Frauentanzpaar bei „Dancing With The Stars“ - und mehr.

Netflix Vicky Krieps (l.) und Ella Beatty (r.) in „Monster: The Lizzie Borden Story“

Von Karin Schupp

18.9.2026 - Jetzt bei Netflix: In Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden, Staffel 4 von Ryan Murphys True-Crime-Anthologieserie, geht‘s erstmals um mordende Frauen. Die mutmaßliche Axtmörderin ist in den USA legendär: Lizzie Borden (Ella Beatty) soll 1892 ihre Eltern getötet haben, wurde vor Gericht aber freigesprochen – auch weil einer Frau eine solch brutale Tat nicht zugetraut wurde. Als Entlastungszeugin trat auch ihre Dienstmagd Bridget (Vicky Krieps, Hot Milk) auf, mit der sie liiert gewesen sein soll. Die Miniserie zeigt den Mord als ihre gemeinsame Tat und schlägt außerdem einen Bogen zur Gegenwart: Auch die Serienkillerin Aileen Wuornos (Sarah Paulson) spielt eine Rolle. Die lesbische Prostituierte tötete innerhalb eines Jahres sieben Männer und wurde 2002 hingerichtet. Beide Stoffe wurden schon mehrmals verfilmt: Zuletzt spielten Chloë Sevigny und Kristen Stewart in Lizzie (2018) das heimliche Paar (L-MAG-Filmkritik) und Charlize Theron bekam für ihre Rolle als Wuornos in Monster (2002) einen Oscar.

Am letzten Sonntag ging in Berlin die Basketball-WM zu Ende und Deutschland - erst zum zweiten Mal bei einer WM dabei! - erreichte einen respektablen vierten Platz. Und es gibt - nach Alexis Peterson-Smalls (K-Word #674) und Emily Bessoir (K-Word #673) - eine weitere queere Spielerin im Team Germany nachzureichen: Im offiziellen WM-Porträt des Weltverbands FIBA zeigte sich Leonie Fiebich beim Grillen mit ihrer Partnerin, der spanischen Ex-3x3-Spielerin Vega Gimeno (Olympia-Silber 2024, zweifache Europameisterin), und deren Familie. Fiebich, die zwei Jahre im spanischen Saragossa spielte, bevor sie 2024 nach New York wechselte, verbringt regelmäßig noch die Sommer in ihrer zweiten Heimat: Während der US-Ligapause ist sie bei Valencia Basket unter Vertrag. (Ein Dank für den Hinweis geht an K-Word-Leserin Norgepatur!)

FIBA Basketball/Screenshot YoutubeLeonie Fiebich (l.) und ihre Lebensgefährtin Verga Gimeno

Die US-Basketballerinnen verteidigten im WM-Finale erfolgreich ihren Titel gegen Frrankreich und ihre Kapitänin Breanna Stewart wurde zum MVP, also zur besten Spielerin des Turniers, gekrönt. Für die 32-Jährige ist es der vierte Weltmeister-Titel, auch an den letzten drei Olympiasiegen von Team USA war sie beteiligt. Nach Berlin brachte sie ihre Familie - ihre Frau, die spanische Ex-Nationalspielerin Marta Xargay, und ihre zwei Kinder - mit:

Instagram/breannastewartHatte auch Zeit für Sightseeing in Berlin: Breanna Stewart (hinten rechts) mit ihrer Familie

Die Emmy-Verleihung 2026 war kein starkes Jahr für die queeren Nominierten (K-Word #666): Lediglich Rhea Seehorn wurde für ihre lesbische Rolle („Carol“) in Pluribus (Apple TV) mit dem begehrten TV-Preis ausgezeichnet. Auf der Bühne dankte sie auch „my pirate lady Karolina Wydra“, die ihren Love Interest spielt. Die war ebenso nominiert wie Miriam Shor für ihre Gastrolle als Carols Lebensgefährtin (die vor allem in Rückblenden auftaucht) – beide gingen jedoch leer aus.

Television Academy/Screenshot YoutubeRhea Seehorn mit ihrem Emmy für „Pluribus“

Das nächste Fußballerinnen-Baby ist auf dem Weg: Die englische Nationalspielerin Rachel Daly (Aston Villa) und ihre Verlobte Sarah Mayling (Leicester City) verkündeten auf Instagram, dass sie im März 2027 Eltern werden. Daly war zuvor mit US-Profi Kristie Mewis und ihrer Nationalteamkollegin Millie Turner liiert. Erstere gründete mit ihrer Frau Sam Kerr bereits im letzten Jahr eine Familie (K-Word #608), letztere ist mit der norwegischen Nationspielerin Lisa Naalsund verlobt (K-Word #664).

Instagram/racheldaly3Bald zu dritt: Rachel Daly (l.) und Sarah Mayling

Ein gelungener Marketing-Coup: Der österreichische Fußballclub Austria Wien bewarb ein neues Trikot mit einem küssenden Frauenpaar, bekam dafür Schlagzeilen und verkaufte die ersten 1000 Exemplare trotz des stolzen Preises von 129,90 Euro binnen Stunden. „Wir wussten, dass wir mit dem Thema Reaktionen auslösen und ein bisschen provozieren können“, sagte Julian Uhlig, Kommunikationschef des Männer-Erstligisten, über das rote Ausweich-Trikot des Teams. „Unsere Kernbotschaft ist: Lieb doch, wen du willst, küss doch, wen du willst. Bei uns ist jeder willkommen.“ Auf die Frage des Standard, ob ein Männerpaar nicht ein stärkeres Zeichen gewesen wäre, gab Uhlig eine Nicht-Antwort: „Zwei Männer zu zeigen, wäre genauso möglich gewesen. Aber wir haben uns schnell auf die bestehenden Paare festgelegt.“

Daniel Shaked Austria Wien: „Unsere Kernbotschaft ist: Lieb doch, wen du willst, küss doch, wen du willst“

Vor zwei Wochen erwähnte ich, dass die pansexuelle Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Amber Glenn (K-Word #646) bei der US-Promitanzshow Dancing With The Stars leider mit einem männlichen Partner antritt. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass es in dieser Staffel bereits ein Frauen-Tanzpaar gab – und ZWEI gleichgeschlechtliche Duos wären für diese Show sicherlich undenkbar (P.S. Bei Let’s Dance bestimmt auch!). Ich schreibe „gab“, weil Sarah Jane Nader, bisexuelles Model und Star der Realityserie Love Thy Nader (Disney+), schon in der Auftaktshow am Mittwoch rausflog. Für ihren Jive bekamen sie und Profitänzerin Hailey Bills nur 14 Jury-Punkte, aber auch bei Glenn ist noch Luft nach oben: Ihr Cha Cha wurde mit 18 Punkten bewertet.

Kendall Jenner (K-Word #243) räumte mit dem hartnäckigen Gerücht auf, dass sie mal was mit Cara Delevingne hatte. „Das stimmt nicht“, sagt das Model im Trailer zur neuen Staffel von The Kardashians (Disney+, ab 8. Okt.). „Aber ich hätte nichts gegen Sex mit Cara. Sag niemals nie, stimmt’s?“, ergänzte sie in deren Anwesenheit und löste bei ihrer lesbischen Freundin zuerst einen ungläubigen Blick und dann Gelächter aus. Wahrscheinlich erinnerte sie sich daran, dass Jenner 2018 sagte: „Ich glaube, ich habe keinen bisexuellen oder homosexuellen Knochen in meinem Körper, aber wer weiß?!“ (K-Word #243) Aktuell soll die 30-Jährige mit Jacob Elordi (Euphoria) liiert sein, Delevingne (K-Word #661) ist seit 2022 mit der Londoner Musikerin Minke glücklich.

Disney+/Screenshot TrailerKendall Jenner bi? Cara Delevingnes (r.) Blick sagt alles, was es zu diesem Thema zu sagen gibt

Die ZDF-Doku Feindbild Queer beschäftigt sich in zwei Folgen mit der gewachsenen LGBTQ-Feindlichkeit in Deutschland, zeigt aber auch die queere Vielfalt des Landes. Begleitet werden etwa das Pfarrerinnen-Ehepaar Steffi und Ellen Radtke (die in den lesbischen Coule-Preises 2026 erhalten – mehr dazu hier), der schwule Handball-Bundesligaspieler Lucas Krzikalla und der queere Muslim Tugay Saraç. „Der Anschlag auf dem CSD in Berlin in diesem Sommer hat die Dimension von Queerfeindlichkeit komplett verschärft“, sagte die Off-Sprecherin Ulrike Folkerts (K-Word #541) in einem Statement. „Grund genug diesem Projekt, das aufzeigt wie nah Islamismus und Rechtsradikalismus in der Verurteilung von anders Lebenden ist, meine Stimme zu geben. Ich verurteile das eingeschränkte Weltbild von radikalen, ausgrenzenden und inhumanen Einstellungen. Mord ist Mord. Wie wäre es mit zusammen leben und leben lassen?“ Feindbild Queer steht ab dem 21. Sept. auf zdf.de und läuft am 28. Sept. (20:15 Uhr) bei ZDFinfo.

ZDF/Manuel Gogos Das Pfarrerinnen-Ehepaar Steffi und Ellen Radtike, bekannt aus ihrem Podcast „Anders Amen“, in der ZDF-Doku „Feindbild Queer“

„Wedding“ von Lena Stoehrfaktor hat mit dem gleichnamigen Berliner Stadtteil nur eins gemeinsam: „Sex mit ihm ist wie der Wedding/ Der kommt nicht“, heißt es in dem Text, der das Lesbischsein („Lesbians to the front, bitch“) und die Butch-Lesben „Walter, Big Boo, Kerstin“ feiert, also die Knackis aus Hinter Gittern und Orange is the New Black und Kerstin Ott (K-Word #668). Der Song sei eine Hommage an sie und Hella von Sinnen, schrieb die Berliner Rapperin auf Instagram und schildert ihren ersten Eindruck von der Schlagersängerin: „Ich dachte so: ‚Ich kenne die Musik nicht, is mir auch egal aber ich liebe dich für das, was du bist, Schwester, wie hast du das geschafft als Terrorlesbe im Musikbusiness? Wieso bist du berühmt?‘ Full support an die Schwestern und Vorkämpferinnen. Sie sind immer noch an einer Hand abzuzählen. Whenever u see a terror lesbian be kind and give respect.“ Lenas neues Album „Golden Shower“ erscheint am 22. Oktober.

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