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8 Filme mit L-Faktor, auf die wir uns schon freuen

Queere Happy End-Garantie, das Remake eines Lesbenklassikers, Gender Disguise im 17. Jahrhundert, queere Märchen aus 1001 Nacht, zwei Biopics, ein Sorgerechtsdrama und eine lesbische Horrorkomödie - da dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein!

Tandem Films Vicky Krieps (l.) und Monia Chokri in „ Love Me Tender“: Das französische Sorgerechtsdrama basiert auf einer wahren Geschichte

Von Karin Schupp, 2.2.2026

1. Love Me Tender (F 2025), Regie/Buch: Anna Cazenave Cambet

Sorgerechtsdrama: Das Leben der Pariser Anwältin Clémence (Vicky Krieps) gerät aus den Fugen, als ihr Ex-Mann (Antoine Reinartz) erfährt, dass sie jetzt queer lebt: Er fordert das alleinige Sorgerecht für ihr gemeinsames Kind. In einem langen Gerichtsstreit kämpft Clémence darum, am Leben ihres Sohnes teilzuhaben, aber auch ihre sexuelle Identität frei leben zu dürfen. Der Film basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman der französischen Autorin Constance Debré.

Bekannt aus queeren Rollen: Krieps kennen wir aus Hot Milk (L-MAG-Filmkritik) und der Serie Das Boot, Monia Chokri (als spätere Beziehung von Clémence) aus dem lesbischen Film 15 Liebesbeweise (L-MAG-Filmkritik).

Wann? Kinostart: 7. Mai 2026

Den Trailer gibt's bisher leider nur im französischen Original:

2. Rose (D/AUT 2026), Regie: Marcus Schleinzer, Buch: M. Schleinzer, Alexander Brom

Gender Disguise im 17. Jahrhundert: Sandra Hüller, Oscar-nominiert für ihre bisexuelle Rolle in Der Fall (2023), spielt eine Frau, die sich nach Ende des 30-jährigen Kriegs als Soldat ausgibt und in einem kleinen Dorf niederlässt. Während er/sie versucht, sich in die Dorfgemeinschaft zu integrieren, und über eine arrangierte Ehe mit der Bauerstochter Suzanna (Caro Braun) nachdenkt, wird Roses wahre Identität mehr und mehr in Frage gestellt.

Gut zu wissen: Hüllers Figur ist fiktiv, basiert aber den zahlreichen Beispielen von Frauen in der europäischen Geschichte, die sich als Männer ausgaben.

Wann? Weltpremiere auf der Berlinale 2026, Kinostart: 30. April 2026

Piffl Medien „Rose“: Sandra Hüller versucht, nach dem 30-jährigen Krieg als Mann durchzukommen

3. 100 Nights of Hero (USA/GB 2025), Regie/Buch: Julia Jackman

Märchen aus 1001 Nacht - feministisch und queer: In dieser Verfilmung einer Graphic Novel (von Isabel Greenberg) setzen sich zwei verliebte Frauen, die Adelige Cherry (Maika Monroe) und ihre Magd Hero (Emma Corrin), gegen die perfide Wette zwischen Cherrys Mann und seinem Hausgast Manfred (Nicolas Galitzine) zur Wehr: Der soll Cherry „bekommen“, wenn er sie innerhalb von 100 Nächten verführt. Das weiß Hero jedoch zu verhindern, indem sie ihn Nacht für Nacht mit fesselnden Geschichten ablenkt.

Aah, daher kennen wir die: Die queere, nichtbinäre Schauspieler:in Emma Corrin wurde als Prinzessin Diana aus The Crown bekannt, Galitzine mit der schwulen Liebeskomödie Royal Blue (Prime Video). Maika Monroe war zuletzt im November in dem Thriller Die Hand an der Wiege zu sehen. Und: Popstar Charli XCX spielt auch mit.

Wann? Voraussichtlich 2026 im Kino

4. Heartstopper Forever (GB 2026, Regie: Wash Westmoreland, Buch: Alice Oseman)

Queerpositive Happy End-Garantie: Die erfolgreiche Netflix-Serie über LGBTQ-Jugendliche an einer englischen Highschool endet mit einem Spielfilm, der direkt an Staffel 3 anknüpft. Im Mittelpunkt stehen neben dem Dream Couple Nick (Kit Connor) und Charlie (Joe Locke) unter anderen auch wieder das Paar Tara (Corinna Brown) und Darcy (Kizzy Edgell) sowie Imogen (Rhea Norwood), die zuletzt ihr queeres Coming-out hatte.

Eine echtes Finale: Die gleichnamige Webcomic/Graphic Novel-Reihe von Alice Oseman, auf dem Heartstopper basiert, endet ebenfalls mit dem sechsten Band, angekündigt für 2. Juli 2026.

Wann? 2026 bei Netflix, sicherlich zeitnah zum Erscheinen der Graphic Novel 

Happy und queer: Der Netflix-Hit „Heartstopper“ endet mit einem Spielfilm

5. Christy (USA 2025), Regie: David Michôd, Buch: D. Michôd u.a.

Sport-Biopic: Christy Martin (Sydney Sweeney, Euphoria), die erfolgreichste US-Boxerin der 90er Jahre, unterdrückte während ihrer Karriere ihre lesbische Identität und wurde von ihrem Ehemann/Coach (Ben Foster) beinahe umgebracht, als sie ihn verlassen wollte. Jess Gabor spielt Christys Highschool-Liebe Rosie, Katy O’Brian (Love Lies Bleeding) ihre Box-Konkurrentin Lisa Holeywine, mit der Christy heute – Plottwist! - verheiratet ist.

Kritik an der Hauptdarstellerin: Sweeney galt in den USA vielen als Fehlbesetzung, weil sie hetero ist und Gerüchten zufolge Trump-Wählerin sein soll (was sie nie kommentierte). Christy Martin selbst verteidigte die Schauspielerin öffentlich.

Wann? Noch nicht bekannt.

6. Mädchen in Uniform (D 2026), Regie/Buch: Justina Jürgensen

Neuverfilmung eines Lesbenklassikers: Die Geschichte um Internatsschülerin Manuela (Derya Akyol, Euphorie), die sich in ihre Lehrerin Elisabeth von Bernburg (Josefine König) verliebt, basiert auf einem Theaterstück der lesbischen Autorin Christa Winsloe und wurde 1931 als einer der ersten Lesbenfilme weltweit verfilmt (und 1958 noch einmal – viel braver - mit Romy Schneider und Lili Palmer).

Hoffentlich denkt sich die Regie- und Drehbuchdebütantin Justina Jürgensen ein anderes Ende aus: Im Original will sich Manuela nämlich am Ende umbringen (und wird in letzter Sekunde davon abgehalten).

Wann? 2026 im Kino

Julia Terjung/Nordpolaris Verliebt in die Lehrerin: Der Lesbenklassiker „Mädchen in Uniform“ wurde neu verfilmt

7. Chronology of Water (USA 2025), Regie/Buch: Kristen Stewart

Biopic: Kristen Stewarts Spielfilm- und Drehbuchdebüt, das auf der Autobiografie der US-Autorin Lidia Yuknavitch basiert, ist keine leichte Kost: Die Hauptfigur, gespielt von Imogen Poots (Hedda) erlebt sexuellen Missbrauch durch ihren Vater, harten Leistungssport als Schwimmerin, Suchtprobleme, BDSM und ihr bisexuelles Erwachen, und Stewart filmte das Ganze kompromisslos in einem fast experimentellen Stil.

Interessant: Selbst ein Star wie Kristen Stewart benötigte lange für die Finanzierung des Films. 2025 sprach sie in einer Rede darüber, „wie knallhart es ist, sich Schritt für Schritt durchzukämpfen, wenn die Inhalte zu dunkel oder tabu sind. Wenn man sehr offen über Erfahrungen spricht, die Frauen regelmäßig machen, stößt das oft auf Ekel oder Ablehnung.“

Wann? Kinostart: 5. März 2026

8. Teenage Sex and Death at Camp Miasma (USA 2026), Regie/Buch: Jane Schoenbrun

Horrorkomödie: Eine queere Regisseurin (Hannah Einbinder, Hacks) soll einen neuen Teil der Slasherfilmreihe Camp Miasma drehen und möchte dafür unbedingt deren bekanntestes „Final Girl“ (Gillian Anderson) besetzen. Während sie mit der mysteriösen, zurückgezogenen Schauspielerin an dem neuen Film arbeitet, gerät sie mit ihr in eine obsessive psychosexuelle Beziehung.

Nichts für schwache Gemüter: Der von Brad Pitts Firma Plan B produzierte Slasherfilm wird „eine pestartige Sintflut aus Blut, Eingeweiden und allerlei anderen Flüssigkeiten über uns alle“ heraufbeschwören, wie die trans Regisseur:in Jane Schoenbrun (I Saw The TV Glow, L-MAG-Filmkritik)) genregerecht verspricht.

Wann? 2026 beim Streamingdienst Mubi, evt. zuvor im Kino

Deadline.comQueere Horrorkomödie: „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“

 

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