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Australien sagt laut und deutlich: Ja!

In Australien wird heute gefeiert: Knapp 62 Prozent der Wählenden stimmten in einer Volksbefragung für die Ehe-Öffnung - die Abstimmung im Parlament erscheint jetzt nur noch als Formsache. Konservative Politiker feilen aber bereits an Ausnahmeregelungen.

Von Michael Lenz

15.11.2017 - „Australien hat abgestimmt: Es ist lautes und deutliches JA. Danke“, bejubelt die Equality Campaign der Befürworter der Ehe-Öffnung das historische Abstimmungsergebnis der Volksbefragung (wir berichteten).

61,6 Prozent haben sich in der Briefumfrage der Regierung für die Ehe-Gleichstellung ausgesprochen, gab das Amt für Statistik „Australian Bureau of Statistics“ (ABS) heute bekannt. Über 12,7 Mio. Australier und damit 79,5 Prozent der Stimmberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben.

Nun ist das Parlament gefordert

Da die Umfrage aber rechtlich nicht bindend ist, ist nun das Parlament gefordert, die gesetzliche Grundlage für die Ehegleichstellung zu schaffen. Australiens Premierminister Malcolm Turnbull und Oppositionschef Bill Shorten von der Labor Partei versicherten, innerhalb der nächsten zwei Wochen das Parlament über die Ehereform abstimmen lassen zu wollen.

Von Perth bis Brisbane feierten Lesben und Schwule das Abstimmungsergebnis, das eine lange, zuletzt reichlich absurd geführten Debatte über das Für und Wieder der Ehe-Öffnung beendet. Die offen lesbische Senatorin Penny Wong brach bei der Bekanntgabe des Siegs der Ja-Kampagne vor laufender TV-Kamera in Freudentränen aus. Wong hatte 2007 als Australiens erste Klimaministerin, erste offen lesbische Ministerin und erste asiatischstämmige Ministerin Geschichte geschrieben. Zu der Frage von Reportern, ob sie jetzt ihre Lebenspartnerin Sophie Allouache, mit der die 55 Jahre alte Politikerin zwei Kinder hat, heiraten wird, sagte Wong: „Das werden wir unter uns besprechen.“

Twitter "Sophie und ich haben abgestimmt", schrieb Senatorin Penny Wong (l.) im Oktober auf Twitter. "Nicht nur, weil wir uns lieben. Sondern weil wir ein gleichberechtigteres Australien wollen. Für unsere Kinder. Für alle."

In den Jubel stimmten auch australische und internationale Promis ein. „Liebe ist Liebe, war immer Liebe, wird immer Liebe sein“, twitterte Australiens Homoikone Kylie Minogue. Die australische Sängerin Sia twitterte ein Regenbogenherz. Hollywoodstar Ellen DeGeneres twitterte: „It’s a g’day“ („Das ist ein guter Tag“). Auf Instagram verkündete Miley Cyrus, sie sei „stolz, durch ihre Beziehung [mit dem australischen Schauspieler Liam Hemsworth] Australierin zu sein.“

Widerstand in den Reihen der Regierungspartei

Politische Beobachter gehen davon aus, dass in beiden Häuser des Parlaments eine Mehrheit für die Ehe-Öffnung vorhanden ist.

Mit der umgerechnet 81 Millionen Euro teuren postalischen Umfrage wollte Premierminister Malcolm Turnbull den strikten Widerstand des mächtigen konservativen Flügels seiner Liberalen Partei gegen die Homoehe umgehen. Auf Druck des konservativen Flügels hatten die Liberalen eine Aufhebung des Fraktionszwangs bei einer parlamentarischen Abstimmung über die Homoehe strikt abgelehnt.

Ausnahmeregelungen sind bereits auf dem Weg...

Voraussichtlich bereits am Donnerstag dieser Woche werden Vertreter dieses Flügels dem Parlament zwei Gesetzentwürfe vorlegen. Senator Dean Smith möchte es den Geistlichen aller Religionen sowie Standesbeamten erlauben, die Verheiratung homosexueller Paare aus Gewissensgründen abzulehnen. Dieser Gesetzentwurf genießt die Unterstützung der Labor Partei, der Grünen und Teilen der konservativen Regierungskoalition aus Liberaler und Nationaler Partei.

Der Gesetzentwurf von Senator James Patterson, ebenfalls von der regierenden Liberalen Partei, geht bei den Ausnahmeregelungen sehr viel weiter. Demnach soll jeder Berufsstand das Recht haben, Aufträge im Zusammenhang mit schwul-lesbischen Hochzeiten abzulehnen. Ein Bäcker, der auf Grund seiner Religion die Ehe für alle ablehnt, könnte dann zum Beispiel das Backen einer Hochzeitstorte verweigern.

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