Coule-Preis für couragierte Lesben geht an „Anders Amen“
Das Pfarrerinnen-Ehepaar Ellen und Stefanie Radtke erhält den lesbischen CouLe-Preis 2026 des Queeren Netzwerks NRW. Mit ihrem YouTube-Kanal „Anders Amen“ setzten sie sechs Jahre lang ein Zeichen gegen Hass und Queerfeindlichkeit christlicher Hardliner.
andersamen.de CouLe-Preisträgerinnen 2026: Steffi und Ellen Radtike17.9.2026, nis/ksch - Die Pastorinnen und Betreiberinnen des YouTube-Kanals Anders Amen, Ellen und Stefanie Radtke, erhalten in diesem Jahr den Preis für Couragierte Lesben (CouLe). Die Auszeichnung wird jährlich vom Queeren Netzwerk NRW verliehen und ehrt Personen und Initiativen, die sich um die lesbische und queere Community besonders verdient gemacht haben. Die Verleihung findet am 19. Sept. im Schloss Münster statt.
Selbstbestimmung, Akzeptanz und Respekt in der Kirche
Das Ehepaar Radtke kehrten nach einigen Jahren in Osnabrück kürzlich mit seinen beiden Kindern zurück in den Raum Hannover. Schon lange engagieren sie sich für die Sichtbarkeit lesbischen Lebens und queerer Familien in religiösem Kontext. Auf ihrem Kanal besprachen sie seit Anfang 2020 sechs Jahre lang „queere, kirchliche Themen unaufgeregt“, wie es auf der Website des Queeren Netzwerks NRW lobend heißt. „Sie vertreten Werte wie Selbstbestimmung, Akzeptanz und Respekt innerhalb der evangelischen Kirche und setzen damit auch ein Zeichen gegen jene, die den Glauben missbrauchen, um Hass und Queerfeindlichkeit zu legitimieren.“
„Bleibt behütet!“
Ellen und Stefanie Radtke starteten Anders Amen, weil sie den religiös-konservativen Hardlinern auf YouTube nicht das Feld überlassen wollten. In Kooperation mit dem Evangelischen Kirchenfunk Niedersachen-Bremen entstanden über 200 Folgen – bis zum Finale am 1. Juli, in dem sich die beiden lesbischen Pfarrerinnen von ihrer digitalen Gemeinde mit ihrem Catchphrase verabschiedeten: „Bleibt behütet!“ Für beide folgte auch eine berufliche Neuorientierung: Ellen Radtke wechselte in die Fachstelle Prävention sexualisierter Gewalt der hannoverschen Landeskirche, Steffi Radtke ist nun Schulpfarrerin in Wunstorf.
Der CouLe-Preis ist ein würdigen Schlusspunkt für Anders Amen, ihr Engagement setzen die beiden sicherlich fort.
Webseite des CouLe-Preises 2026
Ellen und Stefanie Radtke sind auch in der zweiteiligen ZDF-Doku Feindbild Queer zu sehen (ab 21. Sep. auf zdf.de)
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