Filmtipp „Lesbian Space Princess“: Intergaylaktisch, urkomisch, empowernd
In „Lesbian Space Princess“ (Kinostart: 22. Jan.) muss eine schüchterne Weltraumprinzessin ihre Ängste überwinden und ihre Ex aus den Fängen der „Straight White Maliens“ befreien. Ein knallbunter, ultralesbischer Spaß voller queerer Insider-Gags.
Salzgeber Von Annabelle Georgen
20.1.2026 - Bei der letzten Berlinale hatte Lesbian Space Princess einen glänzenden Auftritt. Der Animationsfilm brachte prall gefüllte Kinosäle zu kollektivem Gelächter und heimste den „Teddy Award“ für den besten queeren Spielfilm ein.
Die Australierinnen Leela Varghese und Emma Hough Hobbs – die ein Paar sind – haben mit ihrem Debüt „den Film, von dem (sie sich) wünschten, dass es ihn gäbe“, gemacht: einen ultralesbischen Science-Fiction-Zeichentrick-Streifen, empowernd und witzig zugleich.
Die Geschichte beginnt auf einem Planeten in einer fernen Galaxie, die schwer zu finden ist: auf dem Planeten Clitopolis. Saira ist hier die Kronprinzessin. Allerdings ist sie ein Mauerblümchen, schüchternd, unsicher und lesbisch (wie übrigens alle Einwohnerinnen von Clitopolis).
Saira geht auf intergaylaktische Reise, um ihre Ex zu retten
Die junge Prinzessin ist in die narzisstische, abscheuliche Kiki verliebt, die Saira am Anfang des Films für eine andere verlässt. Bald aber erfährt Saira, dass Kiki von der Maskulinisten-Gruppe „Straight White Maliens“, entführt wurde, die die Labrys – die Doppeläxte – des Königinnenpaars von Clitopolis haben wollen. Damit erhofft die Clique von Incels, die als plumpe weiße Rechtecke gezeichnet sind, endlich Frauen verführen zu können.
Trotz Liebeskummers und Angststörungen beschließt Saira, ihre Ex zu retten und begibt sich auf eine intergaylaktische Reise.
Der Film wird zum Space-Road-Movie in einem in schrillem Rosa, Lila und Blau gezeichneten All – die Farben der lesbischen und der trans* Flaggen. Während ihrer Suche wird Saira auf eine ganze Reihe exzentrischer Charaktere treffen, darunter die Dragqueen Blade.
Romantisch wird es, als Saira die nichtbinäre Musiker:in Willow kennenlernt. Und komisch ist es, wenn sie sich mit ihrem Raumschiff streitet, das zu mansplainen beginnt und sexistische Bemerkungen ausspuckt.
Voller Anspielungen auf die lesbische Subkultur
Als Plot mag das vielleicht ein wenig flach sein, der Film aber lebt von seinen urkomischen Dialogen, voller Anspielungen auf die lesbische Subkultur. In der Originalversion werden alle Charaktere übrigens von der Crème de la Crème queerer (australischer) Comedians gesprochen. Zu den deutschen Synchronstimmen gehören Lena Urzendowsky, Katy Karrenbauer, Jasmin Tabatabai und Lana Cooper.
Mit dieser Geschichte tragen Leela Varghese und Emma Hough Hobbs nicht nur ihren Teil zum lesbischen Kino bei. Sie brechen auch mit den gängigen Narrativen der Mainstream-Animationsfilme und erzählen die Geschichte einer jungen Prinzessin, die nicht gerettet wird, sondern die selbst die Retterin ist.
Ebenfalls ungewöhnlich: das Mauerblümchen rettet eine negative Figur. Am Ende ist es nicht die romantische Liebe, die zählt, sondern die Selbstliebe. Saira lernt, sich selbst zu retten. Das alles macht Lesbian Space Princess zu einem erfrischenden, bunten Genuss.
Lesbian Space Princess, Australien 2025, Regie/Buch: Leela Varghese und Emma Hough Hobbs, 86 Minuten, deutsche Synchronfassung & englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln, Kinostart: 22. Januar 2026

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