„Prout Performer“: Queere Vorbilder am Arbeitsplatz ausgezeichnet
Mit ihrer Auszeichnung „Prout Performer“ würdigte die Stiftung „Prout at Work“ am 6. Februar in München neun queere Menschen und Allys, die sich für LGBTQ-Chancengleichheit in der Berufswelt engagieren - vom Executive bis zur Nachwuchskraft.
privat Besdegül Ünsal von der Wirtschaftskanzlei Freshfields, hier beim CSD, wurde als eine von drei „Prout Voices“ ausgezeichnetVon Paula Lochte
9.2.2026 - Die Stiftung Prout at Work hat neun „Prout Performer“ 2025 ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt Engagement für queere Chancengleichheit am Arbeitsplatz. Verliehen wurden die Preise am 6. Februar im Rahmen einer Gala in der deutschen Microsoft-Zentrale in München.
„Frau in einer Führungsposition zu sein, ist schon schwer genug“, sagt Manja Greimeier vom Autozulieferer Continental in ihrer Dankesrede. So habe sie noch vor ein paar Jahren gedacht. Aber dann sei ihr klar geworden, was für einen Unterschied es macht, wenn sie als Führungskraft offen und lautstark queer ist: „Queere Mitarbeitende brauchen eine Stimme im Vorstand, die sie auch auf der Führungsebene vertritt und sichtbar macht.“
Eine Regenbogenfahne am Gebäude reicht nicht aus
Seit zwei Jahren setzt sich Greimeier nun als Teil der internen Community-Organisation ihres Unternehmens für die Belange queerer Mitarbeitender ein, organisiert Netzwerktreffen und sorgt dafür, dass sich der Reifenhersteller an CSDs beteiligt. Das mache sich auch im Recruiting bemerkbar: „Es trauen sich ganz andere Leute, sich zu bewerben“, sagt sie L-MAG. Eine Regenbogenfahne am Gebäude reiche nicht aus. „Die Menschen brauchen ein Gesicht.“
Für ihr Engagement wurde Manja Greimeier nun als eine von neun „Prout Performern 2025“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung der gemeinnützigen Stiftung Prout at Work würdigt den Einsatz für queere Chancengleichheit am Arbeitsplatz, sei es auf der Führungsebene als „Prout Executive“ oder „Ally“ – oder am Karriereanfang stehend als „Prout Voice“.
privat Manja Greimeier, Leiterin der Business Area Industrial Solutions EMEA bei Continental, wurde als „Prout Executive“ ausgezeichnetEigentlich war geplant, in jeder der drei Kategorien nur einen sogenannten „Medalist“ zu küren. Stattdessen gingen die Medaillen beziehungsweise Glaspokale an drei Gewinner:innen je Kategorie. „Die Auswahl war einfach zu stark“, so die Jury, in der Vertreter:innen aus Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft saßen.
„Ey, dann lasst uns das doch gemeinsam machen!“
„Ich empfinde es als Privileg, Teil der queeren Community zu sein“, sagt die junge Anwältin Besdegül Ünsal, nachdem sie strahlend ihre Auszeichnung als „Prout Voice“ entgegengenommen hat. „Wir bewegen so viel – und ich freue mich, dabei zu helfen.“
Die lesbische Mitarbeiterin der globalen Wirtschaftskanzlei Freshfields wollte nicht hinnehmen, dass führende Kanzleien mit Verweis auf knappe Budgets bei Pride-Paraden fehlen. „Ey, dann lasst uns doch unsere Budgets zusammentun und das gemeinsam machen!“ Sie vernetzte erstmals unterschiedliche Kanzleien, die zwar wirtschaftliche Konkurrenten sind, nun aber an einem Strang zogen. Das Ergebnis: ein gemeinsamer Truck auf dem CSD Frankfurt 2025. „Wir machen das dieses Jahr wieder – diesmal in Frankfurt und München“, erzählt sie L-MAG. Denn gemeinsam ließen sich Ziele besser und schneller erreichen: „Ich wünsche mir, dass wir den Mut auch in schwierigen Zeiten nicht verlieren und laut, sichtbar und intersektional für eine bessere Zukunft kämpfen.“
Auch Microsoft-Führungskraft Florian Deter machte im Rahmen der Preisverleihung klar, warum es ihm ein Anliegen ist, sich gerade jetzt für queere Belange einzusetzen, obwohl er nicht selbst Teil der Community ist: „Neutralität ist keine Option, wenn sich Leute aufgrund ihrer Identität weniger sicher fühlen.“
Alle Preisträger*innen und Nominierten stehen hier.

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