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Rettungsaktion für Lesbenbars

Mit dem „Lesbian Bar Project“ sollen die letzten 15 Lesbenbars in den USA gerettet werden - in Deutschland ist es dafür fast zu spät

Lesbian Bar Project Ausschnitt aus dem Trailer zur Rettung der Lesbenbars

Von Manuela Kay

18.11.2020 - „Sehen wir uns heute Abend im Pour Elle oder im Die 2, gehen wir danach noch ins Paramount oder treffen wir die anderen lieber im Pelze?“ So hätte sich eine lesbische Abendplanung im Berlin der 80er oder 90er Jahre anhören können. Doch das ist längst Geschichte, denn in ganz Deutschland gibt es derzeit nur noch eine einzige, sich selbst als solche definierende, Lesbenbar – das La Gata in Frankfurt am Main, das 2021 übrigens sein 50-jähriges Jubiläum feiert.

„Wir glauben, was eine Lesbenbar so einzigartig macht, ist ihre Priorisierung darauf einen Raum für Angehörige von marginalisierten Geschlechtern zu schaffen. Dazu gehören Frauen, nicht-binäre Menschen und Trans-Männer. Da diese Orte sich als als inklusiv für alle in der LGBTQIA+ Community verstehen, gehört das Label ,Lesbisch' all jenen, die sich dadurch empowert fühlen.“ So liest sich ein Statement des neuen „Lesbian Bar Project“ in den USA, dass derzeit die letzten noch bestehenden 15 Lesbenbars in den USA retten möchte.

Von einst 200 auf nur noch 15 Lesbenbars

Kaum zu glauben: In den 80er Jahren soll es circa 200 Lesbenbars in den USA gegeben haben. Für die etwas älteren US-Reisenden werden bei den klangvollen Namen Sahara, Meow Mix, Ariel, Lexington, The Palms oder Bum Bum Bar Erinnerungen der ganz besonderen Art erwachen.

Heute sind es wie bereits erwähnt noch 15 Bars, darunter eher bekannte wie Henrietta Hudson's (New York) oder das A League of her Own (Washington), aber auch eher unbekanntere Treffpunkte wie das Walkers' Pint in Milwaukee.

Sie alle sollen in einem einzigartigen Rettungsprojekt während der Corona-Krise am Leben erhalten werden. Unterstützt von keiner geringeren Alkoholmarke als ausgerechnet Jägermeister, läuft noch bis zum 25. November eine Spendenkampagne. Unterstützt wird diese durch einen 100-Sekunden-Spot mit viel wunderbarem Archivmaterial und einer Lea DeLaria („Orange is the new Black“) die darin von den besseren Zeiten der Lesbenszene erzählt.

 

Außerdem wird es am 22. November einen Runden Tisch online geben, an dem so illustre Gäste wie die schon erwähnten Lea DeLaria, Rosie O'Donnell und Roxane Gay Platz nehmen werden um über die Wichtigkeit von lesbischen Bars als Treffpunkte und Orte der Sichtbarkeit zu debattieren.

Am 24. November wird es zudem eine lange Online-Nacht der lesbisch/queeren Comedy und TV-Stars geben, deren Ticketerlöse auch zugunsten des Bar-Projekts gehen.

Wünschen wir dem Projekt viel Erfolg, damit es in den USA nicht ganz so düster aussieht wie schon jetzt in Deutschland. Zumindest wird durch dieses Rettungsprojekt einmal mehr klar gemacht: eine lesbische Infrastruktur und Szene kann nur überleben, wenn ihre Gäste und ihre Zielgruppe sie auch aktiv unterstützt.

 

Die letzten 15 Lesbenbars in den USA, die gerettet werden sollen:

 

1. A League of Her Own in Washington, DC

2. Blush & Blu in Denver, Colorado

3. Cubbyhole in New York, New York

4. Henrietta Hudson in New York, NY

5. Herz in Mobile, Alabama

6. Ginger’s in Brooklyn, New York

7. Gossip Grill in San Diego, California

8. Lipstick Lounge in Nashville, Tennessee

9. My Sister’s Room in Atlanta, Georgia

10. Pearl Bar in Houston, Texas

11. Slammers in Columbus, Ohio

12. Toasted Walnut in Philadelphia, Pennsylvania

13. Walker’s Pint in Milwaukee, Wisconsin

14. Wildrose in Seattle, Washington

15. Sue Ellen’s in Dallas, Texas

 

Mehr Info hier: www.lesbianbarproject.com

 

 

 

 

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