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Sonne, Herzklopfen und Gefühlschaos

Klassischer Stoff, zeitgemäß interpretiert: „First Girl I Loved“ erzählt eine Coming-Out Geschichte und könnte damit ein prägender Filme der jungen Lesbengeneration werden. Jetzt bei Streamingdiensten.

Filmstill Anne (Dylan Gelula) und Sasha (Brianna Hildebrand)

Von Isabel Lerch

l-mag.de, 19.3.2017 - Die erste Liebe. Es gibt viele Filme, die versuchen, sie nachzuzeichnen: Diese ersten großen Gefühle, die wir in unserer Brust spüren, die uns überwältigen. Aber auch das große Beben unter unseren Füßen, das unsere heteronormativ geprägte Welt ins Wanken bringt – denn wir lieben eine Frau. Es gibt viele dieser lesbischen Coming Out-Filme. First Girl I Loved reiht sich in dieses Genre ein.

Er erzählt die Geschichte von Anne (Dylan Gelula), einem etwas nerdigem Teenager, der in der heilen Welt eines wohlhabenden Vororts von Los Angeles aufwächst. Sie schreibt für das Jahrbuch ihrer High School und liebt es, mit ihrem besten Kumpel Clifton (Mateo Arias) abzuhängen.

Erste große Liebe an der High School im sonnigen Kalifornien

Als sie bei einem Softball-Spiel die hübsche Sasha (Brianna Hildebrand) trifft, bebt ihr kleine Welt heftig. Plötzlich spürt sie Gefühle, die sie vorher nicht kannte. Die beliebte Sasha ist nicht nur eine super Athletin, sondern auch eine Einserschülerin aus scheinbar perfektem Hause. Die beiden kommen sich auf magische Weise schnell näher. Doch Clifton, der heimlich für Anne schwärmt, kommt mit ihren Gefühlen für jemand anderen nicht klar.

(Der deutsche Trailer des Films liegt noch nicht vor, kommt aber in Kürze.) 

Jede neue Generation braucht ihre eigenen Coming Out-Filme

Regisseur Kerem Sanga mischt alle bewährten Zutaten eines guten Coming Out-Films souverän zusammen. Bestechend klare und kraftvolle Bilder, zwei tolle Hauptdarstellerinnen und viel Gefühlschaos. Oben drauf gibt es einen Soundtrack, der einfach nur locker dahin schwebt. Bloß die furchtbare Perücke, die Brianna Hildebrands Kurzhaarfrisur versteckt, hätte Sanga sich sparen können.

Ansonsten gelingt ihm die Neuinterpretation eines alten Rezepts erstaunlich gut. Und sie ist notwendig. Denn jede neue lesbische Generation hat ihren eigenen Charakter und braucht ihre eigenen Romanzen auf großer Leinwand. First Girl I Loved hat das Potenzial einer der prägenden Coming Out Filme der Generation Z zu werden. Erstes Zeichen: Beim Sundance Filmfestival gewann der Film den begehrten Publikumspreis.

Instagram Brianna Hildebrand (l.) und ihre Freundin, die sie am Set von "First Girl I Loved" kennen lernte

Hauptdarstellerin Brianna Hildebrand ist selbst queer

Brianna Hildebrand (Deadpool) könnte zudem eine der Ikonen dieser Generation werden. Die 20-jährige Kalifornierin definiert sich als queer und geht offen mit der Beziehung zu ihrer Freundin um. Hildebrand verkörpert die Unaufgeregtheit der Generation der jungen Digital Natives, für die die überwältigende und vergängliche Flut an Infohäppchen, Bildern und Gerüchten im Netz ganz natürlich ist. Wie sehr sie das tut, zeigt ihr lässiges Coming Out: Mal eben, quasi nebenbei, teilte sie der Netzgemeinde mit, dass sie eine Freundin hat – in einem kurzen Tweet.

So sieht sie heute aus, die erste Liebe.

First Girl I Loved, USA 2016, Buch/ Regie: Kerem Sanga, mit Dylan Gelula, Brianna Hildebrand u.a., 90 min., OmU, ab 20. März bei iTunes, Google Play, Vimeo und demnächst bei Amazon Prime

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