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K-Word #448: Neues aus der Lesbenwelt

Neues Paar in „Grey's Anatomy“, neue Lesbe in „Killing Eve“ und weitere Serientipps, Brittney Griner, queere Stars bei der Oscar-Verleihung, Annette Bening spielt lesbische Langstreckenschwimmerin, Tamy Glauser, Melissa Etheridge, King Princess und mehr!

Von Karin Schupp

25.3.2022 - Ab 28. März bei ProSieben oder schon jetzt bei Disney+ gibt‘s die neuen Staffeln von Grey’s Anatomy und ihrer Spin-off-Serie Seattle Firefighters, die ersten beiden Folgen sind als Crossover-Event miteinander verknüpft. In Staffel 18 der Krankenhausserie gibt‘s jetzt die erste nichtbinäre Figur: Dr. Kai Bartley (E.R. Fightmaster) arbeitet mit Dr. Amelia Shepherd (Caterina Scorsone) an einem Forschungsprojekt - und unser Gaydar schlägt schnell an, auch wenn Amelia bis vor kurzem nur hetero unterwegs war! Die Story nimmt aber erst in Folge 8 Fahrt auf - und wer’s gar nicht abwarten kann: in Folge 12 wird’s dann richtig spannend!

ABC Bis hierhin dauert's noch ein bisschen: Amelia (l.) und Kai in „Grey's Anatomy“

In Staffel 5 der Seattle Firefighters sind Feuerwehrfrau Maya Bishop (Danielle Savre) und Dr. Carina Deluca (Stefania Spampinato), die nur noch gelegentlich in der Schwesterserie auftaucht, inzwischen verlobt und streiten sich über weite Strecken der Staffel hinweg darüber, ob sie Kinder haben werden: Carina wünscht sich nämlich welche, Maya nicht.

ABC Carina (l.) und Maya in „Seattle Firefighters“: Das Regenbogenfamilien-Thema hat in Serien die klassische Coming Out-Story ersetzt

A propos nichtbinäre Seriencharaktere: Die Sex and the City-Fortsetzung And Just Like That bekommt eine zweite Staffel. Ob auch die Lovestory (K-Word #441) zwischen Miranda (Cynthia Nixon) und dem nichtbinären Comedian Che Diaz, gespielt vom Ex-Grey’s Anatomy-Star Sara Ramirez, weitergeht, ist noch nicht bekannt.

Netflix verfilmt die Geschichte der lesbische Langstreckenschwimmerin Diana Nyad, die 2013 als erster Mensch ohne Haikäfig, Schwimmflossen und Neoprenanzug die 166 km von Kuba nach Florida schwomm – und das im Alter von 64 Jahren. Annette Bening (The Kids Are All Right) übernimmt die Hauptrolle, und noch ein zweiter Besetzungscoup ist zu vermelden: Jodie Foster spielt Nyads Trainerin und beste Freundin Bonnie Stoll.

Gage Skidmore, CC-BY-SA/ UGC Ph Diana Nyad (l.) 2016, Annette Bening in „The Kids Are All Right“ (2010)

Update: US-Basketball-Star Brittney Griner (Phoenix Mercury), die mutmaßlich seit dem 17. Februar wegen angeblichen Drogenbesitzes in einem Moskauer Gefängnis sitzt (K-Word #447), durfte am Mittwoch erstmals Besuch von einem Beamten des US-Konsulats bekommen. „Er konnte sich vergewissern, dass es ihr so gut geht, wie man es unter diesen sehr schwierigen Umständen erwarten kann“, sagte der Sprecher des Außenministeriums anschließend. „Wir werden weiterhin sehr eng mit ihrem Anwaltsteam und ihrem weiteren Netzwerk zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass sie fair behandelt wird und ihre Rechte respektiert werden.“ Die U-Haft von Griner, die außerhalb ihrer WBNA-Saison beim russischen Club UMMC Ekaterinburg spielt, wurde letzte Woche bis zum 19. Mai verlängert. Ob sie bis dahin weitere Besuche bekommen darf, ist noch offen.

Griner/ InstagramIn schöneren Zeiten: Brittney Griner (im Vordergrund) mit ihrer Frau Cherelle, mit der sie seit 2019 verheiratet ist

Premiere bei den Academy Awards am Sonntag (live bei ProSieben): Zum ersten Mal sind zwei offen queere Schauspielerinnen für einen Oscar nominiert: Während Kristen Stewart (für Spencer, unsere Filmkritik) als Underdog gilt, geht Golden Globe-Gewinnerin Ariana DeBose für West Side Story als Favoritin ins Rennen. Und wir können uns hoffentlich darauf freuen, die beiden mit ihren Lebensgefährtinnen – Kristen mit der Drehbuchautorin Dylan Meyer (K-Word #428), Ariana mit der Designerin/ Kostümbildnerin Sue Makkoo – auf  dem roten Teppich zu sehen. Nominiert sind auch Penelope Cruz für ihre irgendwie queere Rolle in Parallele Mütter (unsere Filmkritik), der Animationsfilm Die Mitchells gegen die Maschinen (Netflix), dessen Hauptfigur Katie queer ist (was aber nur nebenbei erzählt wird), und die lesbische Kamerafrau Ari Wegner für das 12-fach nominierte Westerndrama The Power of Dog: Sie könnte die erste Frau sein, die den Oscar in dieser Kategorie gewinnt!

Jimmy Kimmel Live/ John Bauld, CC-BY/ Netflix Daumen drücken: Ariana DeBose, Kristen Stewart und Katie in „Die Mitchells gegen die Maschinen“

Die lesbische Comedienne Wanda Sykes (K-Word #443) moderiert die Oscar-Verleihung zusammen mit Amy Schumer und Regina Hall, als Präsentator:innen stehen unter anderem Elliot Page (K-Word #396) und der bisexuelle Brooklyn 99-Star Stephanie Beatriz (K-Word #164) auf der Bühne. Hier stellen wirAcademy Awards: Queere Oscar-Gewinnerinnen und –Nominierte von Marlene Dietrich bis Kristen Stewartalle lesbischen und bisexuellen Schauspielerinnen vor, die seit seit Beginn der Academy Awards einen Oscar gewonnen haben oder dafür nominiert waren – von Marlene Dietrich bis Queen Latifah.

Public Domain/ Instagram/ NBC V.l.n.r.: Marlene Dietrich, Wanda Sykes, Stephanie Beatriz

Melissa Etheridge grüßt von ihrer „One Way Out“-Tour, die letzte Woche in den USA startete. Ab 27. Juni gibt sie auch in Deutschland sieben Konzerte - alle Städte und Termine stehen hier.

Tamy Glauser wehrte sich in dieser Woche gegen Achselhaar-Kritik. Als ein weiblicher Fan den Post eines Urlaubsfotos aus Mexiko mit den Worten „Wunderschön. Alles. Bis auf die Achselhöhle mit den Haaren“ kommentierte, legte das Topmodel mit einem Bild nach, das - „extra für dich“ - nur die behaarte Achselhöhle zeigt. „Ich finde es nicht cool, dass man Menschen vorschreiben will, wie sie ihre Achselhaare zu pflegen haben“, sagte Tamy auf Nachfrage der Schweizer Zeitschrift Blick. Genauso wie Männer „können auch Frauen oder non-binäre Menschen mit einem Frauenkörper ihre Achselhaare stehenlassen.“ Glauser outete sich im letzten Jahr als nichtbinär, definiert sich aber dennoch als lesbisch: „Das passt zu mir. Biologisch gesehen bin ich ja auch immer noch eine Frau, und das finde ich nach wie vor gut.“ Die TV-Moderatorin Dominique Rinderknecht, mit der Glauser bis Ende 2020 zusammen war (K-Word #377), ist übrigens inzwischen mit einem südafrikanischen Piloten verlobt und lebt in Kapstadt.

Glauser/ Instagram Alles eine Frage der Gewönung: Die Älteren unter uns erinnern sich noch an Zeiten, als man rasierte Achseln seltsam fand...

Im Toy Story-Prequel Lightyear (Kinostart: 16. Juni) wird es nicht nur eine lesbische Figur, sondern auch einen lesbischen Kuss geben! Wie letzte Woche bekannt wurde, hat Pixar einen zuvor rausgeschnittenen Kuss der Figur Hawthorne und ihrer Lebensgefährtin wieder in den Film eingebaut. Hintergrund ist wohl ein offener Brief, den Pixar-Mitarbeitende an den Mutterkonzern Disney geschrieben hatten. Darin warfen sie den dortigen Bossen vor zu verlangen, in ihren Filmen nichts allzu offensichtlich Homosexuelles zu zeigen. Zuvor war das Filmstudio schon in die Kritik geraten, weil es in Florida Spenden an Politiker:innen überwiesen hatte, die das „Don’t Say Gay-Gesetz“ (wir berichteten) unterstützten (allerdings auch welche, die dagegen protestierten). Für diese Spendenpraxis nach dem Gießkannenprinzip hat sich der CEO Bob Chapek inzwischen entschuldigt.

Pixar/ Screenshot „Lightyear“: Hawthorne wird im englischen Original von „Orange is the New Black“-Star Uzo Aduba (sie spielte Suzanne „Crazy Eyes“) gesprochen

Ab 28. März 2022 bei Starzplay: In der vierten Staffel von Killing Eve geht das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Jodie Comers freundlich-psychopathischer Auftragsmörderin Villanelle (die anfangs überlegt umzuschulen und eine gute Christin zu werden) und Sandra Ohs (inzwischen Ex-)Geheimdienstlerin Eve weiter. Und während man immer weniger versteht, wer hier eigentlich wem und warum auf den Fersen ist, gibt es mit der lesbischen Hélène, Mitglied der mysteriösen Mörder-Organisation The Twelve, eine neue Figur, die Eve umgarnt. Gespielt wird sie von Camille Cottin, die wir aus ihrer lesbischen Rolle in der französischen Serie Call My Agent (K-Word #301) kennen.

Anika Molnar/ BBC Eve (l.) und Hélène in „Killing Eve“

Seit Mittwoch läuft bei Sixx die erste Staffel von The Bold Type – Der Weg nach oben, eine Art Sex and the City für Millennials über drei beste Freundinnen, die bei einem Modemagazin Karriere machen wollen. Eine von ihnen ist die Online-Redakteurin Kat (Aisha Dee), die sich in die muslimische, lesbische Künstlerin Adena (Nikohl Boosheri) verliebt und fortan überwiegend lesbisch durch die fünf Staffeln der Serie zieht.

In Düsseldorf und Köln beginnt am 29. März das  Internationale Frauen* Film Festival, das auch wieder einige lesbische Produktionen zeigt, darunter die Doku Rebel Dykes (GB, 2021) über „Post-Punk“-Lesben im London der 1980er Jahre, oder der serbische Spielfilm Kelti , der während des Bürgerkiegs 1993 spielt. Weitere Tipps haben wir hier für euch zusammengestellt, viele Filme kann man auch online streamen.

Riot Productions „Rebel Dykes“ ist ab 29. März auch im Online-Stream verfügbar

King Princess‘ (K-Word #442) neuer Song „For My Friends“ ist eine Ode an ihre zwei besten Freundinnen seit der High School. „Sie sind mit mir durch die Hölle gegangen, und je mehr Zeit ich als Erwachsene mit ihnen verbringe, desto mehr werde ich daran erinnert, dass sie mein Zuhause sind“, schreibt die lesbische Musikerin im Begleitmaterial. „Ich liebe euch und kann es kaum erwarten, euch dieses Lied zu schenken.“ In diesem Jahr erscheint auch ihr zweites Album „Hold On Baby“.

 

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