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K-Word #512: Neues aus der Lesbenwelt

Ex-Bayern-Star Viki Schnaderbeck hat geheiratet, Tahnee & Juliette Schoppmann: Podcast ja, „Kölner Treff“ nein, Gillian Anderson, LP, Mina Richman, Filmtipps und mehr!

Von Karin Schupp

23.6.2023 - Die Hochzeits-Saison ist in vollem Gange, vor allem bei den Fußballerinnen: Nach den Nationalspielerinnen Ramona Bachmann (Schweiz) und Manuela Zinsberger (Österreich) – siehe K-Word #511 – gab im Juni auch Viktoria Schnaderbeck, Ex-Kapitänin des österreichischen Nationalteams, ihrer Freundin Anna das Ja-Wort. Das verriet sie mit Foto und Video auf Instagram, wo sie Ende 2016 auch ihre Beziehung mit der Norwegerin outete (K-Word #331). Die 32-Jährige, die lange bei Bayern München spielte, beendete nach der EM 2022 ihre Karriere und gründete mit ihrer Frau eine Beratungsagentur, die Sportler:innen hilft, sich auf die Zeit nach ihrem Rücktritt vorzubereiten.

V. Schnaderbeck/ InstagramWo die Hochzeit stattfand, haben Anna (l.) und Viki Schnaderbeck nicht verraten

Ein neuer Pärchen-Podcast: Anfangs wollten Comedian Tahnee und Vocal Coach Juliette Schoppmann, bekannt aus DSDS, ihre Beziehung nicht öffenlich machen, jetzt aber sprechen sie in Fühl Vergnügen über ihre große Liebe füreinander, träge Tage im Bett und Coming-outs an der Supermarktkasse, über den richtigen Umgang mit Männern und Tahnees Warzenentfernung. Bei dieser neuen Offenheit ist es überraschend, dass das Ehepaar (K-Word #492) nach seinem Auftritt bei Bettina Böttinger im Kölner Treff am letzten Freitag Teile des Interviews nicht online in der ARD-Mediathek sehen wollte, worauf der WDR kurzerhand die kompletten 14 Minuten sperrte. Eigentlich sind sich die Moderatorin und Tahnee, die zwei Mal in deren queeren Podcast Wohnung 17 zu Gast war, ja freundlich gesonnen, aber laut der Medienseite DWDL kamen im Gespräch „zwei Details zur Sprache, die die beiden eigentlich nicht öffentlich erwähnen wollten.“ In weiteren TV-Wiederholungen der Talkshow soll das Interview aber zu sehen sein, und wer auf die Kennenlerngeschichte der beiden neugierig ist, kann sie sich auch Folge 1 von Fühl Vergnügen anhören. Noch mehr lesbische und queere Podcasts stellen wir hier und hier vor.

Ab 29. Juni zeigen die ARD-Regionalsender BR und RBB wieder ihre Reihen BR QUEER (29. Juni – 27. Juli) und rbb QUEER (4. Juli bis 15. Aug.) mit siebzehn schwulen, lesbischen und trans Spielfilmen. Den Anfang macht das Biopic Tove über das Leben der queeren, freigeistigen Mumins-Schöpferin Tove Jansson (BR, 29. Juni, 23:15 Uhr, unsere Filmkritik), im Programm stehen außerdem zwei Ferienromanzen zwischen Teenagerinnen: die britische Feelgood-Komödie Sweetheart und der sinnlich-märchenhafte Film Der Sommer von Sangailé aus Litauen. Ab 3. August steigt erstmals auch der WDR ein und präsentiert alle fünf Filme der lesbischen Regisseurin Céline Sciamma, darunter natürlich auch ihr lesbisches Liebesdrama Porträt einer Frau in Flammen (unsere Filmkritik). Alle Filme und Termine stehen hier.

Over A Cliff Ltd. „Sweetheart“: AJ (Nell Barlow, vorne) ist vom Familienurlaub am Meer schwer genervt - bis sie die sexy Rettungsschwimmerin Isla (Ella-Rae Smith) kennen lernt

Noch mal Kino: Besties von Marion Desseigne Ravel erzählt eine lesbische Julia & Julia-Geschichte in einem trostlosen Vorort von Paris: Nedjma (Lina El Arabi) zieht am liebsten mit ihrer Gang durch ihre Gegend - bis sie sich in Zina (Esther Bernet-Rollande) verliebt, die einer rivalisierenden Gang angehört (unsere Filmkritik). Der französische Spielfilm läuft noch in einigen Städten in der Queerfilmnacht (Orte/ Termine) und ab 29. Juni regulär im Kino.

The Five Devils  von Léa Mysius ist mystischer Thriller, Familiendrama und lesbische Liebesgeschichte – zwischen Adèle Exarchopoulos (Blau ist eine warme Farbe) und ihrer Schwägerin Swala Emati – zugleich. Der in einer Kleinstadt in den Bergen angesiedelte Film steht jetzt bei MUBI (Flatrate) und zum Kauf bei anderen Streamingdiensten. Lest hier unsere Filmkritik.

Mubi Julia (Swala Emati, l.) und Joanne (Adèle Exarchopoulos) in „The Five Devils“

In ihrer neuen Single „Nearly to the End“ singt Mina Richman von der Überwindung von Ängsten, sei es das Coming-out vor der Familie, das Beenden einer missbräuchlichen Beziehung oder der Sprung vom Sprungbrett. Die Berlinerin mit iranischem Hintergrund gab vor einem Jahr ihr Debüt mit „Bad Girls“ und trat schon im Support von Alice Merton und Maxim auf. Ihr erstes Album erscheint im nächsten Frühjahr.

Gillian Anderson freut sich, an queeren Coming-outs über mehrere Generationen hinweg beteiligt gewesen zu sein. „Immer begeistert, behilflich sein zu können“, kommentierte die US-Schauspielerin auf Twitter ein Meme mit dem Titel „Gillian Anderson made me gay“. Auch wenn nur eine ihrer Rollen - The Fall (2013-2016) – halbwegs queer war, lässt sie schon seit den Neunzigern mit Akte X die Lesbenherzen höher schlagen, zuletzt als sexpositive Therapeutin in der Netflix-Serie Sex Education. Die 54-Jährige identifiziert sich zwar selbst nicht als bisexuell, sagte aber 2012 dem LGBTQ-Magazin Out, dass sie in der Highschool „lange mit einem Mächen zusammen gewesen sei“, und erzählte 2016 in einem TV-Interview  von einer „Frau, mit der ich nach dem College ungefähr ein Jahr in New York zusammen war. Und das war dann wohl das letzte Mal. Soweit ich mich erinnere.“

Die Amis machen’s mal wieder glamouröser: Während Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ihren (erweiterten) WM-Kader in einer drögen Pressekonferenz vortrug, wurde Team USA am Mittwoch auf Twitter von prominenten Fans, darunter Megan Thee Stallion, Taylor Swift, Tina Fey, Lil Wayne, Blake Lively, Shaquille O‘Neal, Mariska Hargitay und dem lesbischen Basketball-Star Breanna Stewart (K-Word #417) vorgestellt. Im WM-Kader sind diesmal - nur - drei lesbische Spielerinnen: Megan Rapinoe, Kelley O’Hara und Kristie Mewis.

Für die DFB-Frauen gibt’s vor Beginn des Turniers (ab 20. Juli) noch zwei Testspiele: Am Samstag geht's in Offenbach gegen Vietnam an (ZDF, 24. Juni, 18:15 Uhr), am 7. Juli in Fürth gegen Sambia.

Im Video zu ihrem neuen Song „One Like You“ zockt LP am Spieltisch die Kerle ab und kriegt natürlich die schönste Frau im Club. Das neue Album der lesbischen Rockmusikerin, „Love Lines“ erscheint am 29. September.

K-Word: Jeden Freitag neu auf l-mag.de!

Weiterlesen: K-Word #511: Neues aus der Lesbenwelt

 

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