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K-Word #540: Neues aus der Lesbenwelt

Ramona Bachmann: Hochzeit auf La Réunion, Manuela Zinsberger wird Mutter, Lucy Diakovska geht ins Dschungelcamp, ZDF verteidigt Absetzung von „Hotel Mondial“, Maren Kroymann, Tahnee, neue lesbische Rolle für „The L Word: Gen Q“-Star - und mehr!

Von Karin Schupp

5.1.2024 - Das Ja-Wort gaben sich der Schweizer Fußballstar Ramona Bachmann und die Tänzerin Charlotte Baret bereits im Juni 2023 auf einem Pariser Standesamt (K-Word #511). Weil Bachmann aber kurz danach zur WM nach Australien fuhr, fand die große Hochzeit erst jetzt - über Weihnachten und Neujahr - auf der Insel La Réunion statt, wo Barets Eltern wohnen. Zu den 100 Gästen gehörten auch die (Ex-)Nationalspielerinnen wie die schweizerisch-deutsche Ex-Fußballerin und TV-Expertin Rachel Rinast. Gegenüber dem Schweizer Sender SRF kündigte Bachmann an, „dass wir zusammen eine Familie gründen wollen. Vielleicht sogar in der Schweiz.“ Bis 2025 steht die Ex-Wolfsburgerin jedoch noch beim Pariser Club PSG unter Vertrag.

Bachmann/ Instagram, Foto: Maxeen KingPartystress für Ramona Bachmann (l.) und Charlotte Baret: Neben ihrer Hochzeit feierten sie auf La Réunion auch Weihnachten, Neujahr und Bachmanns 33. Geburtstag am 25. Dezember

Und noch mal Fußball: Österreichs Nationaltorhüterin Manuela Zinsberger und ihre Frau Madeleine werden Eltern. Das gab das Paar, das im letzten Jahr heiratete (K-Word #511), an Weihnachten auf Instagram bekannt. Der Nachwuchs wird im Juni erwartet. 

Zinsberger/ InstagramManuela (l.) und Madeleine Zinsberger

Da muss ich wohl doch mal wieder reinschauen: Lucy Diakovska zieht ins Dschungelcamp! „Ich freue mich auf alles!“, sagt die lesbische No Angels-Sängerin und Teilnehmerin an zahlreichen Reality-Shows wie Wok-WM, Turmspringen oder Promi Big Brother in der RTL-Pressemitteilung und erklärt mit Blick auf die (Ekel-)Herausforderungen im australischen Unterholz. „Ich hab noch nie zu etwas Nein gesagt.“ Zur Vorbereitung mache sie Sport und esse nur eine Mahlzeit am Tag, um ihren Magen an die karge Kost im Camp zu gewöhnen. Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! startet am 19. Januar.

Kein Happy End für die Hoteldirektorin Eva (Gesine Cukrowski) und Küchenchefin Uli (Agnes Mann): Vor Weihnachten gab das ZDF bekannt, Hotel Mondial nach zwei Staffeln einzustellen – da half auch eine Fan-Petition nichts (K-Word #536). Und so endete die Hotelserie am 27. Dezember mit dem Worst Case-Ende: einem handfesten Streit zwischen dem eben noch verliebten Paar und einem Cliffhanger: Ulis Mann (von dem sie sich immer noch nicht getrennt hat) tauchte mit ihrem gemeinsamen Kind unter. Die Absetzung sei „in sorgsamer Abwägung“ erfolgt, sagte das ZDF der Webseite Ruhr24 und verwies auf weitere Serien im Programm, „die das breite Spektrum queeren Lebens repräsentieren.“ Darunter hat allerdings nur eine - Loving Her (ZDF-Mediathek, L-MAG-Serienkritik) - eine lesbische Handlung, und sie dauert insgesamt nur knapp drei Stunden. Im Mittelpunkt der anderen genannten ZDF-Serien, Ready.Daddy.Go!, Blutige Anfänger und We Are Family (kommt 2024) stehen nur schwule Charaktere – soo breit ist das Spektrum des Senders eben doch nicht.

ZDF/ Screenshot Ein seltener Moment der Zweisamkeit für Eva (l.) und Uli in „Hotel Mondial“ - und ein selten gesehenes Frauenpaar 40+ im deutschen Fernsehen

A propos ältere Lesben: Ohne Maren Kroymann sehe es im deutschen Fernsehen noch düsterer aus! In der aktuellen Folge ihrer Comedysendung Kroymann thematisiert sie, dass Frauen nach der Menopause dort – zugespitzt - nur noch als besorgte Oma oder böse Hexe zu sehen sind. Sie habe mit über 70 nur  deswegen noch eine TV-Karriere, weil sie lesbisch sei, denn „bei Lesben ist das anders“, muss sie sich anhören (ARD-Mediathek). Wie gut die 74-Jährige als Entertainerin nach wie vor ist, beweist Kroymann auch in ihrem Solo-Programm In My Sixties, das ebenfalls in der ARD-Mediathek steht.

ARD/ Radio Bremen Maren Kroymann (l.) mit Hazel Brugger in der „Kroymann“-Folge „Ist die noch gut - oder kann die weg?“

An Neujahr mussten wir uns von einem weiteren bisexuellen TV-Charakter verabschieden: Kommissarin Julia Grosz (K-Word #459) ermittelte im Hamburger Tatort zum letzten Mal an der Seite ihres Kollegen Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) – und musste dann einen tragischen Tod sterben, was bei den wenigen queeren Charakteren im Fernsehen ganz besonders weh tut. Grosz-Darstellerin Franziska Weisz hörte wohl nicht ganz freiwillig auf: „Die Rolle hat über sieben Jahre eine spannende Entwicklung durchlaufen und ist nun auserzählt“, sagte NDR-Fiction Chef Christian Granderath zu ihrem Aus nach dreizehn Einsätzen. Weisz selbst hält sich bedeckt. „Es gibt immer Gründe, Dinge zu tun oder nicht zu tun – bei allen Beteiligten“, sagte sie im Herbst nebulös der Bild.

NDR/ Georges Pauly Verabschiedete sich mit einem Gesangsauftritt: Franziska Weisz in der „Tatort“-Folge „Was bleibt“

Zum Glück haben wir noch Tahnee, die das Fernsehprogramm im Dezember bereicherte: Zunächst sang sie in der RTL-Jubiläumsshow Disney100 einen Mashup-Song im Stil ihrer Lieblings-Disneyfiguren (hier in voller Länge), und am ersten Weihnachtstag trat sie in der Helene Fischer Show  als KI-Helene neben dem Schlagerstar auf. Dank des Coachings ihrer Frau Juliette Schoppmann (sie feierten übrigens gerade ihren ersten Hochzeitstag, K-Word #492) konnte sie auch gesanglich voll und ganz überzeugen und sollte sich allmählich Gedanken über ein zweites Standbein neben ihrer Comedy-Karriere machen. Im Herbst startet Tahnees neue Tour „Blütezeit“, der Vorverkauf hat bereits begonnen.

Fußballerinnen-News Nr. 3: Die Nationalspielerinnen Ellie Carpenter (Australien) und Daniëlle van de Donk (Niederlande) haben sich während ihres Malediven-Urlaubs verlobt. Mehr über den Alltag der beiden Olympique Lyonnais-Stars, die zu den Paaren der Fußball-WM 2023 gehörten, zeigt die (auch sonst sehr lesbische) Dokuserie Matildas – Die Welt liegt uns zu Füßen über das australische Nationalteam (Disney+).

Carpenter/ InstagramVerlobung auf den Malediven: Ellie Carpenter (l.) und Daniëlle van de Donk

Dass es eine neue Liebe im Leben von Mae Martin gibt, wissen Hörer:innen von Martins Podcast Handsome (mit den lesbischen Comedians Fortune Feimster und Tig Notaro) schon länger. Und jetzt ist auch raus, um wen es sich handelt: Zum Jahreswechsel machten der nichtbinäre Comedian aus Kanada (bekannt aus der queeren Serie Feel Good - L-MAG-Serienkritik – und dem Comedy-Special SAP, beide: Netflix) und US-Reality-Star Parvati Shallow ihre Beziehung öffentlich. Für die Gewinnerin der Überleben-auf-einer-Insel-Show Survivor, die mit ihrem Ex-Mann eine Tochter hat, war es zugleich ihr queeres Coming-out.

Martin/ InstagramMae Martin (r.) und Parvati Shallow

In The L Word: Generation Q wurde sie als Gigi zum Fan-Liebling, jetzt ist Sepideh Moafi in einer neuen lesbischen Rolle zu sehen: In Class of 09, einer Thrillerserie mit Science Fiction-Anteilen, spielt sie die FBI-Agentin Hour, die sich mit einigen Mitschüler:innen ihrer damaligen FBI-Klasse gegen eine zu mächtig gewordene künstliche Intelligenz stemmt (an der sie selbst mitgearbeitet hat). Im Verlauf der Handlung, die sich über drei Zeitperioden – 2009, Gegenwart und 2034 – erstreckt, erleben wir auch ihr lesbisches Coming-out und wie sie damit umgeht,  in ihre Kollegin und beste Freundin Poet (Kate Mara, My Days of Mercy) verliebt zu sein – hier seien die Folgen 3 und 6 empfohlen. Alle acht Folgen der abgeschlossenen Miniserie stehen jetzt neu bei Disney+.

FX on Hulu/ Screenshot „Class of 09“: Wer wissen will, ob und was genau zwischen Hour (l.) und Poet (r.) gelaufen ist, muss bis Folge 6 warten

In der Nacht von Sonntag auf Montag werden in Los Angeles die Golden Globes verliehen. Die Nominierungen von lesbischen und queeren Schauspielerinnen und Rollen, darunter Jodie Foster (Nyad) und Bella Ramsey (The Last of Us) stehen in K-Word #537. Der Film- und Fernsehpreis wird in diesem Jahr leider nicht in Deutschland übertragen.

Im Dezember wurde Malou Lovis zur Voice of Germany 2023 gekürt (K-Word #537), und jetzt veröffentlichte die lesbische Kölnerin das offizielle Video zu ihrem Gewinnerinnen-Song „Glacier Rivers“:

Falls das Video hier nicht angezeigt werden sollte, schaut es euch direkt auf Youtube an.

K-Word: Jeden Freitag neu auf l-mag.de!

Weiterlesen: K-Word #539: Das lesbische Familienalbum 2023

 

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