K-Word #654: Neues aus der Lesbenwelt
Serie über das Leben der „The L Word“-Stars Kate Moennig und Leisha Hailey, King Princess über Fletcher und JoJo Siwa, „Traumschiff“-Schauspielerinnen über ihre lesbischen Rollen, „Princess Charming“ bei den Reality Awards und mehr!
Von Karin Schupp
10.4.2026 - The L Word und The L Word: Generation Q sind lange vorbei, und ob aus dem - 2023 in Aussicht gestellten - Re-Reboot The L Word: New York etwas wird, steht in den Sternen. Aber jetzt kommt ein mindestens ebenbürtiger Ersatz: Die gemeinsame Autobiografie der The L Word-Stars Kate Moennig (Shane) und Leisha Hailey (Alice) soll als Serie verfilmt werden, wie Deadline exklusiv berichtete – mit den beiden in den Hauptrollen. In ihrem Bestseller So Gay for You (L-MAG-Buchbesprechung) schreiben die zwei über ihre Kindheiten, ihr Coming-out, ihre Beziehungen, ihre enge Freundschaft und natürlich über die Lesbenserie, die sie berühmt machte. Die geplante Serie beschränkt sich laut Deadline aber auf den Teil, der in der Gegenwart spielt. Bis es soweit ist, kann es aber leider noch dauern: Autor:in Charlie Covell (Kaos, The End of the F**cking World), queer und nichtbinär, bekam von Amazon Prime zunächst einmal den Auftrag, den Stoff als Comedyserie zu entwickeln - das ist der allererste Schritt auf dem langen Weg zur Realisierung.
Instagram/thepantspodLeisha Hailey (l.) und Kate Moennig waren lange Alice und Shane - jetzt wollen sie in einer Comedyserie sich selbst spielen Charlie Covell ist aktuell auch Showrunner:in der neuen Serie Life Is Strange, die in diesem Jahr gedreht wird. Für die Adaption des erfolgreichen Adventure Games wurden im März die beiden Hauptrollen besetzt: Als bisexuelle Hauptfigur Max wurde die Newcomerin Tatum Grace Hopkins gecastet, als ihre lesbische Sandkastenfreundin Chloe die aus My Old Ass bekannte queere Schauspielerin und Sängerin Maisy Stella (K-Word #578). Die Serie kommt voraussichtlich 2027 zu Amazon Prime.
Instagram/amazonmgmstudios„Life Is Strange“: Dank queerer Showrunner:in geht der queere Aspekt in der Adventure Game-Verfilmung sicherlich nicht verlorenBald jährt sich das „Coming-in“ der - bis dahin als queer geltenden Popsängerinnen Fletcher (K-Word #613) und JoJo Siwa (K-Word #612): Beide machten damals öffentlich, dass sie jetzt Männer daten. Nun äußerte sich ihre lesbische Kollegin King Princess dazu: „Du kannst daten, wen du willst. Niemand sagt dir, dass du keinen Mann daten darfst“, sagte sie im holländischen Podcast De lesbische Liga. „Es geht nur darum, wie du darüber sprichst.“ Die New Yorker Musikerin erinnerte an Fälle in der Vergangenheit, „in denen Popstars Bisexualität oder Queerness als Marketinginstrument genutzt haben und sich dann davon distanziert haben, sobald es für sie ungünstig wurde. Deshalb sind viele verärgert – weil sie aus dieser Zeit noch verletzt sind.“ Wer über seine Erfahrungen sprechen wolle, sollte darauf Rücksicht nehmen, sagte sie und mahnte: „Wenn dann noch eine Art Gegenangriff auf die queere Community dazukommt, wirkt das schnell sehr egoistisch.“ Siwa, die sich inzwischen als „wahrscheinlich pansexuell“ identifiziert, spricht aktuell schon von Hochzeit mit ihrem Freund, dem britischen Realitystar Chris Hughes. Über Fletchers Liebesleben ist nichts bekannt. (L-MAG-Interview mit King Princess, Okt. 2025)
Ein neuer Podcast: In „Tourstop“ sprechen Yasi Hofer (K-Word #643) und Ariane Müller über ihren Alltag als tourende Musikerinnen, ihre Erlebnisse auf und hinter der Bühne und Backstage-Gossip. Müller ist gerade mit ihrem Frauen-Duo Suchtpotenzial auf Tour. Hofer, Gitarristin und Lebensgefährtin von Lucy Diakovska (K-Word #653), spielt in den Live-Bands von Helene Fischer und den No Angels, ist aber auch solo unterwegs; am 17. April erscheint ihr neuer Song „Who Are We“.
Am Ostersonntag zeigte das ZDF-Traumschiff eine wieder erwachte Liebe zwischen zwei älteren Frauen (K-Word #653), gespielt von Saskia Vester (66) und Michaela May (74). Allzu feurig wurde es dabei aber nicht direkt: Beim erlösenden Kuss entfernte sich die Kamera alsbald züchtig in die Totale… Die Schauspielerinnen zeigten sich stolz auf ihre Rollen: „Wenn man das Glück erleben darf, eine verlorene Liebe wiederzufinden, ist es letztendlich egal, ob es eine Frau oder ein Mann ist“, sagte May im Bild-Interview. „So etwas ist ein großes Geschenk. Beide Frauen trugen eine Sehnsucht in sich, die über viele Jahre in ihren Herzen geschmort hat.“ Und Vester, die schon in der Serie Kriminaldauerdienst (2007-2010) eine lesbische Rolle spielte, verglich die Storyline „ein bisschen“ mit dem Oscar-nominierten Schwulendrama Brokeback Mountain, das in den 1960er-Jahre angesiedelt ist. „Damals streng verboten und die Männer mussten verdrängen, wo ihre Begierde und ihre Liebe liegt. So ist es bei Evelyn und Toni ja auch.“ Die Folge „Island“ steht in der ZDF-Mediathek.
ZDF/Screenshot Ein Kuss im „Traumschiff“, bei dem sich die Kamera schnell züchtig entfernteAm 16. April verleiht die Sendergruppe RTL zum zweiten Mal die „Reality Awards” an die Shows und Protagonist:innen ihrer eigenen Sender (und als Feigenblatt ein paar Produktionen von Streamingdiensten). Auch Princess Charming ist drei Mal nominiert: Als „beliebteste Reality des Jahres“ (hier konkurrieren sie allerdings mit 24 Shows!), außerdem in den Kategorien „Emotionalster Moment des Jahres“ - zur Wahl steht Vanessa „Nessi“ Borcks vorzeitiges Beenden der Staffel – und „Beef des Jahres“: Hier könnten Kim und Fiona, die in Staffel 5 von Freundinnen zu Feindinnen wurden, die Trophäe bekommen (würden sie aber wohl nicht gemeinsam entgegen nehmen, oder?!). Abstimmen könnt ihr noch bis zum 13. April.
RTL Der „emotionalste Moment des Jahres“? Nessis vorzeitiger Ausstieg aus „Princess Charming“ ist für den Reality Award 2026 nominiert„WUT“ sangen und rappten gestern in der Carolin Kebekus Show (ARD, Do, 23:30 Uhr) kraftvoll die queeren Musikerinnen Ebow und Mariybu mit Lady Bitch Ray und der Gastgeberin und arbeiteten darin ihren Song „Nicht alle Männer“ ein. Die ganze Folge, die sich der „Female Rage“ widmet, steht in der ARD-Mediathek.
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