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K-Word #659: Neues aus der Lesbenwelt

Endlich wieder ein Frauenpaar im ZDF: „Push“ kommt zurück, Lena Oberdorf: bald Fernbeziehung mit ihrer Freundin, HSV: erster weiblicher (und lesbischer) Boss der Fußball-Bundesliga, Rebel Wilson: Nachwuchs, LP, Wilhelmine, Linda Perry – und mehr!

Von Karin Schupp

15.5.2026 - PUSH is back! Die ZDF-Serie über die Geburtsstation in einem Berliner Krankenhaus erzählt in zehn neuen Folgen auch die Liebesgeschichte zwischen der Hebammenschülerin Greta (Lydia Amasko) und der Oberärztin Dr. Mohn (Katia Fellin) weiter - und schenkt uns hoffentlich das Happy End, das es in Staffel 1 nicht gab! Die Storyline wird sich aber weiterhin im Schneckentempo fortbewegen und erst ab Folge 4 ein bisschen Fahrt aufnehmen. Staffel 2 kommt am 22. Mai ins ZDF-Streamingportal (wo auch Staffel 1 steht) und läuft ab 27. Mai (21:45 Uhr) bei ZDFneo.

Andrea Hansen/ZDF Lovestory im Schneckentempo: Greta (l.) und die (offenbar vornamenlose) Dr. Mohn in „Push“

Die Fußball-Saison geht zu Ende und Natalia Padilla Bidas verabschiedete sich von Bayern München: Ihr Vertrag wurde nicht verlängert. Die polnische Nationalspielerin mit spanischen Wurzeln ist seit letztem Jahr mit ihrer Teamkollegin Lena Oberdorf zusammen (K-Word #639), die beim Deutschen Meister und Pokalsieger bleiben wird. Wo die Stürmerin künftig spielt, ist noch nicht bekannt, aber klar ist schon jetzt: Für das Paar wird’s eine Fernbeziehung. Obwohl: Das nächste Bundesliga-Team ist der 1. FC Nürnberg - das wäre mit dem ICE nur eine Stunde Fahrt…

Instagram/nataliapadilla19Bald eine Fernbeziehung: Lena Oberdorf (l.) und Natalia Padilla-Bidas mit der Meisterschale, ihrem Hund Skyla und ihrer (lustig reinmontierten) Katze Nala

Auch Georgia Stanway, die mit der deutschen Profisurferin Camilla Kemp zusammen ist, verlässt die Bayern. Gerüchten zufolge soll der Arsenal FWC an der Europameisterin interessiert sein. Dafür kehrt Paulina Krumbiegel nach Deutschland zurück. Die 11-fache Nationalspielerin, die frisch mit ihrer Freundin Caro verlobt (K-Word #657) verlobt ist,wechselt nach zwei Jahren bei Juventus Turin zu Eintracht Frankfurt. 

Instagram/paulina.kk_17Paulina Krumbiegel (l.) und ihre Verlobte Caro - bald in Frankfurt vereint?

Nach der ersten Cheftrainerin eines Männerteams der Fußball-Bundesliga (Marie-Louise Eta von Union Berlin) gibt’s nun auch den ersten weiblichen Boss: Der HSV holte Kathleen Krüger auf seinen vakanten Posten des Sportvorstands. Die Ex-Spielerin, die mit ihrer Lebensgefährtin Nora einen Sohn (4) hat, kommt von Bayern München. Dort war sie seit 2012 Teammanagerin der Männer und seit 2024 Abteilungsleiterin im Vorstand. Die allerallererste ist Krüger aber nicht: Schon 2009 sprang Katja Kraus (K-Word #194) - ebenfalls - beim HSV für einige Monate als Interims-Sportvorständin ein. Die Ex-Torhüterin, die mit Frau und drei Kindern in Hamburg lebt, leitet heute eine Sportmarketingagentur.

Sven Mandel/CC-BY-SA Kathleen Krüger: Die erste hauptamtliche Sportvorständin eines deutschen Profi-Fußballclubs

Nach zwei Jahren Pause kündigte LP („Lost On You“) neue Konzerte an: Die „All Is Not Lost“-Tour führt die lesbische, nichtbinäre Musiker:in im Juli nach Leipzig, Wien, München und Locarno und im November nach Zürich, Luxemburg und Köln (Termine/Tickets). Ein neues Album ist ebenfalls in Arbeit. Privat ist LP übrigens mit dem Model Iveta Maurerová, Miss Tschechien 2018, zusammen. Das Paar lernte sich 2023 beim Dreh von LPs Video zu „Dayglow“ kennen.

Instaram/iveta.emSeit drei Jahren ein Paar: LP (l.) und Iveta Maurerová auf Coachella 2026

„Seit dem 4. Mai sind wir nun zu viert!“ verkündeten Filmstar Rebel Wilson (Pitch Perfect) und ihre Frau Ramona Agruma letzte Woche auf Instagram: An diesem Tag kam ihre zweite Tochter Rose Estelle zur Welt. Wilson, die mit ihrem Coming-out im Juni 2022 einem Outing durch eine Zeitung zuvorkam (K-Word #460), und die Designerin sind seit 2024 verheiratet (K-Word #590) und haben eine Tochter, Royce (3).

Instagram/rebelwilsonBald zu viert: Rebel Wilson (l.), Ramona Agruma und ihre Tochter Royce

Auch Beanie Feldstein, bekannt aus den lesbischen Filmen Booksmart und Drive-Away Dolls, wird Mutter. Das gaben die Schauspielerin und ihre Frau Bonnie Chance Roberts (K-Word #510) ebenfalls auf Instagram bekannt. Feldstein, zuletzt in Only Murders in the Building zu sehen, ist neuerdings auch Kinderbuchautorin: Nächste Woche erscheint ihr Bilderbuch „Teeny and Tilly“ über zwei ungleiche Freundinnen.

Instagram/beaniefeldsteinSchwangerschaftsverkündung mit Kitschfaktor: Beanie Feldstein (l.) und Bonnie Chance Roberts

Endlich gibt’s den Lesbenklassiker Kommt Mausi raus?! (1995) wieder im Streaming in der ARD-Mediathek. Im Spielfilmdebüt der lesbischen Filmemacherin Angelina Maccarone zieht Kati (Julia Richter), genannt „Mausi“, nach dem Abi aus der Provinz nach Hamburg. Dort kann sie endlich offen lesbisch leben, taucht in die Lesbenszene ein und verliebt sich in Yumiko (Alexandra Wilcke) – und bei einem Besuch in der Heimat will sie endlich reinen Tisch machen... Die authentische und witzige Coming-out-Story war der erste eigenproduzierte Lesbenfilm in der ARD-Primetime - all zu viele folgten danach leider nicht.

NDR Coming-out in den 90ern: Kati (Julia Richter, l.) und ihre Sandkastenfreundin Sonja (Nina Weniger) in „Kommt Mausi raus?!“

Die trans-nichtbinäre Musiker*in planningtorock veröffentlichte mit Romy Madley Croft (K-Word #633) eine neue Version von „The One“ (2011). „Ich habe ‚The One‘ bereits 2009 geschrieben, als ich Single war und noch nicht als mein trans Ich leben konnte“, sagte planningtorock dem DJ MAG und lobte Romys Neuinterpretation des Songs als „wunderschön. Es ist ihr gelungen, die ursprüngliche queere Sehnsucht nach Liebe auf eine neue Ebene der Zärtlichkeit und Hoffnung zu heben und etwas zutiefst Bewegendes zu schaffen.“ Die beiden sind gut befreundet, Romys Ehefrau Vic Lentaigne drehte das Video.

„Das war das leichteste in all der härte der zeit“, schrieb Wilhelmine (K-Word #586) auf Instagram über ihr drittes Album „Nur Mut“, auf dem sie unter anderem den Tod ihrer Mutter verarbeitet. Noch bis Ende Mai tourt die queere Sängerin quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz (Termine).

Auch Linda Perry schrieb nach dem Tod ihrer Mutter ihr erstes Soloalbum nach über 25 Jahrhen. „Let It Die“ sei „sehr, sehr persönlich and sehr emotional“, sagte sie der Webseite Out. „Meine Mutter ist gestorben, und all diese Gefühle kamen hoch.“ Zeitgleich erscheint in den USA die gleichnamige Dokumentation über die 61-Jährige, die mit den 4 Non Blondes und ihrem Banger „What’s Up“ (1993) weltbekannt wurde und Hits für viele weibliche Popstars schrieb, etwa „Get the Party Started“ für Pink und „Beautiful“ für Christina Aguilera. In dem Film geht's neben ihrer musikalischen Karriere auch um ihre Jugend als obdachloser Teenie mit Drogenproblemen, ihre Brustkrebserkrankung und ihr Familienleben; auch ihre Ex-Frau Sara Gilbert (K-Word #334), bekannt aus Roseanne und The Big Bang Theory, und ihr gemeinsames Kind Rhodes (11) kommen vor. Einen deutschen Starttermin gibt’s noch nicht.

Am nächsten Freitag macht K-Word Urlaub und ist am 29. Mai wieder da!

K-Word: Jeden Freitag neu auf l-mag.de!

Weiterlesen: K-Word #658: Neues aus der Lesbenwelt

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