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K-Word #680: Neues aus der Lesbenwelt

Vampirinnen-Komödie mit Isabelle Huppert, Vanessa „Nessi“ Borck wird wieder Reality-Show-Kandidatin, Laura Freigang, Anja Mittag, Cara Delevingne erzählt von lesbischer Sexparty, Chappell Roan, Mini-„The L Word“-Reunion – und mehr!

Von Karin Schupp

23.10.2026 - Halloween naht und im dazugehörigen Gruselfilm-Angebot gibt’s zwei queere Highlights: Die Gräfin Erzsébet Báthory (1560-1614) inspirierte schon unzählige Vampir-Geschichten und -Filme: Sie soll Jungfrauen getötet und in ihrem Blut gebadet haben. Nun nimmt sich auch die lesbische Kultregisseurin Ulrike Ottinger des Themas an: In ihrer Komödie Die Blutgräfin (Kinostart: 29. Okt.) taucht ebenje, gespielt von Isabelle Huppert, im heutigen Wien auf, um dort das Ende ihres Vampirreichs zu vereiteln. An ihrer Seite: ihre treue Zofe Hermine (Birgit Minichmayr), ihr melancholischer Vampir-Neffe Rudi Bubi (Thomas Schubert) und dessen Psychotherapeut (Lars Eidinger). Das Drehbuch schrieb Ottinger übrigens zusammen mit der österreichischen Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek.

Neue Visionen Isabelle als Vampirin in Ulrike Ottingers „Die Blutgräfin“

Anderswo heißt es: Queers gegen die Zombie-Apokalypse! In der Horrorkomödie Queens of the Dead (Kinostart: 29. Okt.) müssen eine lesbische Partyveranstalterin (Katy O’Brian, Love Lies Bleeding) und ihre queere Belegschaft den Kampf gegen Untote aufnehmen, die Kurs auf ihren kleinen Club in Brooklyn nehmen. Wird es auch ihrer Frau Lizzi (Riki Lindhome) gelingen, sich zu ihr durchzuschlagen? Der trashige Spaß mit überwiegend queerem Cast stammt von Tina Romero, der lesbischen Tochter von Horrorfilmlegende George Romero (Die Nacht der lebenden Toten). Lest nächste Woche unsere Filmkritik auf l-mag.de.

QOTD Inc/Filmperlen „Queens of the Dead“: Und wünschen wir uns nicht alle, dass bei einer Zombie-Apokalypse eine Butch (Margaret Cho) mit Bohrmaschine auftaucht?

„Leben ist manchmal hart“, kommentierte Laura Freigang (K-Word #628) gegenüber dem Kicker ihre Tränen nach dem 2:1-Sieg der DFB-Frauen gegen Japan letzte Woche (bei dem sie selbst nicht zum Einsatz gekommen war). „Leben ist manchmal hart. Das Leben ist manchmal schwierig und das Leben ist manchmal traurig. Und dann kann man sich nicht immer zusammenreißen.“ Was genau der Auslöser war, wollte die queere Kapitänin von Eintracht Frankfurt nicht erzählen, „aber die Kulisse bei der Nationalmannschaft und auch mein Weg bei der Nationalmannschaft ist natürlich auch ein besonderer. Ich bin ja schon lange da und irgendwie stand ich an dem Tag einfach vor der Menge und bin ein bisschen emotional geworden und dann ist es einfach aus mir rausgebrochen.“

Ex-Fußballstar Anja Mittag (L-MAG-Interview 2022) ist jetzt Individualtrainerin bei Viktoria Berlin, dem aktuellen Tabellenführer der 2. Bundesliga. Die Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin war zuvor Co-Trainerin bei den RB Leipzig-Frauen und Individualcoach beim US-Club San Diego Wave. Ob sie nun mit ihrer Partnerin nach Berlin zieht oder aus Leipzig in die Hauptstadt pendelt, ist nicht bekannt. Viktoria Berlin wurde 2022 von Frauen gegründet (wir berichteten); zu den heute 279 Investor:innen gehören Mittags gute Freundin und Co-Podcasterin Tabea Kemme (mit Josefine Henning machen sie MBHK), Dunja Hayali, Carolin Kebekus, Fußball-Weltmeisterin Ariane Hingst und weitere Ex-Sportstars wie Franziska van Almsick, Anke Huber und Maria Höfl-Riesch.

Mini-The L Word-Reunion: Rachel Shelley („Helena Peabody“) feierte im Oktober ein Wiedersehen mit gleich zwei ihrer Affären in der legendären Lesbenserie: Bei der Londoner Kunstmesse Frieze traf sie Alexandra Hedison („Dylan“, Staffel 3), inzwischen hauptberuflich Fotografin (und mit Jodie Foster verheiratet, K-Word #576). Ein zweites Selfie zeigt sie mit Laurel Holloman („Tina“), die heute ebenfalls Künstlerin ist und ihre Bilder gerade in einer Londoner Galerie ausstellte.

Instagram/reallyrachelshelley Rachel Shelley mit Alexandra Hedison (2.v.l.) und Laurel Holloman (2.v.r.)

Topmodel/Schauspielerin Cara Delevingne erzählte im Cosmopolitan-Podcast Blind Date von „einer schlechten lesbischen Sexparty“, die sie einmal besuchte. Sie habe in einer hell erleuchteten Turnhalle stattgefunden und alle hätten Schuhe mit Kitten Heels getragen. (Whaaat??? Ist das echt passiert oder war das ein Traum??). Auf jeden Fall war’s nicht für sie: „Ich bin schnell wieder gegangen. Nichts ist passiert.“ In dem Podcast (Youtube-Link) spricht die lesbische Britin (K-Word #661) auch über die Beziehung mit ihrer Freundin Minke, Vibratoren, Situationships und Kommunikation im Bett.

Eigentlich wollte Vanessa „Nessi“ Borck nach Princess Charming (Staffel 5) einen Schlusstrich unter Realityshow ziehen, aber jetzt hat es sich die Influencerin doch anders überlegt und steigt in diesen Tagen ins Flugzeug zu Dreharbeiten für ---? Um welches Format es sich handelt, ist noch unbekannt und die Hinweise sind karg: Sie soll 16 Outfits einpacken, „schwarze Outfits, dann auch so ein bisschen Glitzerlook, auch so sommerliche Strand-Outfits“, sagt sie in einem Instagram-Video – es geht also in ein Land, in dem es warm ist. Und es wird sicherlich keine Datingshow sein, da Nessi ja mit ihrer Freundin Lara glücklich ist (K-Word #660).

Instagram/laradenonaVanessa Borck (r.) mit ihrer Freundin Lara, die in der neuen Sendung nicht dabei zu sein scheint

In dieser Woche veranstaltete der lesbische Popstar Chappell Roan (K-Word #575, „Pink Pony Club“) ein zweitägiges Charity-Event zugunsten von trans* Jugendlichen und LGBTQ-Organisationen. Bei „The Super Graphic Spectacular“ standen unter anderem die queere Frauenband Muna, die bisexuellen Sängerinnen Lola Young (K-Word #628) und Tinashe und – als Überraschungsgast - Christina Aguilera auf der Bühne. Mit den beiden Konzerten im Shrine Auditorium in Los Angeles feierte Roan den 1-jährigen Geburtstag ihrer Stiftung „The Midwest Princess Project“, mit der sie bereits über 800.000 $ für rund 60 querere Initiativen sammelte. Wie viel Geld jetzt noch dazu kam, ist noch nicht bekannt.

In der britischen Promi-Tanzshow Strictly Come Dancing (K-Word #679) schlägt sich die lesbische Schauspielerin Bethany Antonia (House of the Dragon) mit ihrer Profi-Partnerin gut. Noch besser läuft's aber für die  pansexuelle Eiskunstläuferin Amber Glenn (K-Word #646): Die Olympiasieger tritt in der US-Show Dancing With The Stars mit einem Mann an (möglicherweise, weil's bereits ein anderes Frauenpaar gab, das aber schon in der ersten Folge rausflog) und erhielt in Woche 6 für ihren Contemporary die beste Note des Abends. Die Choreografie war von Glenns früheren psychischen Problemen inspiriert und war ein Dankeschön an ihre jüngere Schwester Brooke, die am Ende mittanzte.

Das geht ans Herz: Im Video zu LPs (K-Word #659) „Harvest Moon“ erinnert sich eine ältere Frau an ihre Liebste und ihren Roadtrip in jungen Jahren. Der Coversong erscheint Anfang November auf dem Album „Heart of Gold: The Songs of Neil Young, Vol. 3 – Into the Black“.

K-Word: Jeden Freitag neu auf l-mag.de!

Weiterlesen: K-Word #679: Neues aus der Lesbenwelt

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