K-Word #681: Neues aus der Lesbenwelt
„Selling Sunset“-Star Chrishell Stause und G Flip: Trennung, „The Hunting Wives“: Rückkehr mit sexy Trailer, Helen Mirren als Patricia Highsmith, Pernille Harder & Magdalena Eriksson, RTL setzt queere Serie „Euphorie“ fort, Lena Stoehrfaktor – und mehr!
Von Karin Schupp
30.10.2026 - Beziehungs-Aus bei Chrishell Stause und G Flip: Das verkündete der Reality-Star (Selling Sunset) am Montag unter Tränen auf Instagram. „Ich liebe diese Person und ich kenne weder alle Details noch die Gründe“, sagte Stause in dem Video. „Ich fühle mich ein bisschen wie eine Versagerin.“ Wenig später bestätigte die Musiker:in (K-Word #678), gerade auf Tour in der australischen Heimat, die Trennung und schrieb auf Instagram: „Ich werde sie immer lieben.“ Das Paar hatte sich vor fünf Jahren kennen gelernt und im Mai 2023 geheiratet (K-Word #506). Obwohl sie ihr Eheversprechen danach drei Mal erneuerten, war ihre Ehe - wie jetzt rauskam - nie rechtsgültig. Die Gerüchteküche scheint Stauses Andeutung zu bestätigen: Die Trennung soll von G Flip ausgegangen sein. So hieß es in einer anonymen Story auf Crazy Days & Nights: „Der ehemalige Immobilien-Star wurde jahrelang betrogen – doch dieser letzte Seitensprung ist der erste, der ihre:n Partner:in dazu gebracht hat, sich von ihr trennen zu wollen.“ Stause, die zuvor nur Heterobeziehungen hatte, ist in Staffel 10 der Luxusmakler:innen-Doku (Netflix) nicht mehr dabei. Sie stieg letztes Jahr dort aus, unter anderem wegen queerfeindlicher Bemerkungen eines Cast-Mitglieds (K-Word #634).
Instagram/chrishellstause [M]Vor fünf Wochen feierten Chrishell Stause und G Flip noch deren* 33. GeburtstagDie spanische Weltmeisterin Alexia Putellas (FC Barcelona) wurde am Montag mit dem Ballon d’Or als beste Fußballerin 2026 ausgezeichnet – schon zum dritten Mal nach 2021 und 2022. Ihre ebenfalls queere Team-Kollegin Cata Coll wurde zur besten Torfrau gekürt. Die einzigen nominierten Deutschen, Klara Bühl und Ann-Katrin Berger (K-Word #666), gingen in den beiden Kategorien jeweils leer aus. Bühl kam auf Platz 12, ihre Bayern-Kolleginnen Pernille Harder (K-Word #569) auf Platz 7 und Momoko Tanikawa auf Platz 23. Es war ein großer Abend für den FC Barcelona: An den spanischen Tabellenführer gingen auch die Trophäen für den besten Club, besten Coach und die beste Nachwuchsspielerin: Hier gewann Vicky López (die Gerüchten zufolge mit Nationalspielerin Salma Paralluelo zusammen sein soll).
Dass die Bayern-Stars Pernille Harder und Magdalena Eriksson das einzige öffentlich bekannte Paar innerhalb eines Bundesliga-Teams sind (inoffiziell gibt's sicherlich weit mehr!), erweckte auch das Interesse des Bayerischen Rundfunks: In der ARD-Mediathek steht die Kurzdoku Pernille Harder und Magdalena Eriksson - Zwei Karrieren, ein Leben.
Die ziemlich trashige und recht queere Serie The Hunting Wives war 2025 ein Überraschungshit (K-Word #628) – jetzt kommt Staffel 2! Und der heiße Trailer zeigt, dass man verstanden hat, was die Fans der Desperate Housewives aus Texas (nur lesbischer und mörderischer!) wollen: Sex zwischen den Hauptfiguren Sophie (Brittany Snow) und Margo (Malin Akerman). Glücklicherweise kommen die beiden auch in den neuen Folgen nicht voneinander los, auch wenn es dafür so einige Gründe gäbe (und damit meine ich nicht ihre Ehemänner)… In Deutschland kommt die zweite Staffel zunächst nicht zu Netflix, sondern zu MagentaTV+ (ab 27. Nov.); Staffel 1steht bei beiden Streaminganbietern.
Auch die deutsche Jugendserie Euphorie (RTL+) erhält eine Fortsetzung: Aktuell werden in Köln, dem Ruhrgebiet und auf Zypern sechs neue Folgen gedreht. In Staffel 1 der Adaption einer israelischen Serie (deren US-Version Euphoria bereits Erfolge feierte) gab es neben Hauptfigur Mila (Derya Akyol) drei weitere queere Frauenfiguren: Milas große Liebe Ali (Sira-Anna Faal, Druck), ihre Mitschülerin Sophia (Luna Jordan, Dead Girl Dancing) und deren Schwarm, die Lehrerin Sara (Karin Hanczewski, Call My Agent – Berlin). Was nach Luna Jordans traurigem Tod im Mai (K-Word #660) aus Sophia wird, ist nicht bekannt, auch Hanczewski (K-Word #674) steht bisher nicht in der Cast-Liste.
RTL/Zeitsprung/Niren Mahajan Sira-Anna Faal, Derya Akyol und Eren M. Günercin in „Euphorie“Grusel-Komödien zu Halloween: Gestern starteten Ulrike Ottingers Die Blutgräfin mit Isabelle Huppert als Vampirin (K-Word #680) und Queens of the Dead mit Katy O'Brian (Love Lies Bleeding) als lesbische Clubbesitzerin, die mit ihrer queeren Belegschaft eine Zombie-Apokalypse aufhalten muss - lest hier unsere Filmrezension.
Nicht ganz so blutrünstig ist der Thriller Ein Talent fürs Morden (Kinostart: 5. Nov.) mit Oscar-Gewinnerin Helen Mirren als Patricia Highsmith. Die berühmte lesbische Krimiautorin (1921-1995) lebt sehr zurückgezogen und will eigentlich nichts mehr vom Schreiben wissen. Doch als ein junger Lektor (Alden Ehrenreich) anreist, um sie zu einem letzten Roman zu überreden, beißt sie unter einer Bedingung an: Er soll ihr helfen, den perfekten Mord zu entwickeln. Ab da verwischen die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion… Faktencheck: Highsmith lebte in den 1990ern tatsächlich in einem ähnlich brutalistischen Haus in der Schweiz und begegnete anderen Menschen – wie es der Film zeigt - misstrauisch und verletzend. Auch dass sie rassistisch, antisemitisch und selbst homophob war, ist verbürgt: eine lesbische Ikone war sie nun wahrlich nicht. Dennoch ist die Adaption eines Theaterstücks schon allein durch die brillante Mirren in der Hauptrolle sehenswert.
Tobis Film Helen Mirren brilliert in „Ein Talent fürs Morden“ als lesbische Krimi-Ikone Patricia HighsmithUnser neues Heft mit der pansexuellen Coverlady Gillian Anderson (K-Word #674) liegt jetzt an jedem gut sortierten Kiosk! Im Titelthema „Dyke* Code“ geht's um Künstliche Intelligenz: Wie verändert sie unser Leben, was bedeutet sie für lesbische und queere Communitys und wo verstärkt sie Diskriminierung? Außerdem: 10 legendäre lesbische Serienfiguren - von Billie in Marienhof bis Villanelle in Killing Eve, Hebden Bridge: die lesbischste Stadt Englands, Sextipps aus dem queeren Horrorfilm Sex and Death at Camp Miasma (MAG-Filmrezension), was wird aus Abstammungsrecht, Selbstbestimmung & Co. - Interview mit Sophie Koch, der Queerbeauftragen der Bundesregierung. Und wie immer News und Klatsch, Film-, Serien-, Musik-, Event- und Buchtipps und vieles mehr!

Ebenfalls im neuen L-MAG: Ein Porträt von US-Tischtennis-Profi Lily Zhang. Die vierfache Olympiateilnehmerin und mehrfache US-Meisterin (die auch schon für zwei Saisons in Deutschland spielte) kehrte gerade mit drei Medaillen von den Pan American Championships zurück: Gold in der Teamwertung, Silber im Doppel und Bronze im Einzel. Mit ihrer australischen Partnerin Jessie Xiao möchte sie Sichtbarkeit für asiatisch(stämmig)e Lesben schaffen: Schon bei den Olympischen Spielen 2024 zeigten sie sich als Paar, in ihrem Youtube-Vlog Jessie + Lily! (Tagline: „Some chaotic good content“) könnt ihr an ihren Reisen und ihrem Alltag teilhaben.
Mit „Wedding“ veröffentlichte Lena Stoehrfaktor im September ihre Hommage an das Lesbischsein im Allgemeinen („Lesbians to the front, bitch“) und Butches wie Kerstin Ott und Hella von Sinnen im Besonderen. Und heute erschien mit „Golden Shower“ das sechste Album der lesbischen Rapperin. In einem Instagram-Video (siehe unten) sprach die Berlinerin Anfang der Woche darüber, dass sie wohl „die erste queere Person im deutschen Rap“ sei, und deutet an, dass ihr ein wenig Respekt für ihre Pionierinnenarbeit gut tun würde. Von uns kriegt sie den auf jeden Fall!
K-Word: Jeden Freitag neu auf l-mag.de!
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