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Lesbisches Sommerkino in der QUEER-Reihe der ARD

21 queere Spielfilme, darunter sechs Lesbenfilme, zeigen die ARD-Sender WDR, BR, rbb und One noch bis Ende August. Danach stehen „La Belle Saison“, „Besties“, „Blue Jean“, „Girls Girls Girls“, „Mein erster Sommer“ und „Raus aus Åmål“ in der Mediathek.

Alamode Carole (Cécile de France) und Delphine (Izïa Higelin) in „La Belle Saison - Eine Sommerliebe“

Von Karin Schupp

9.7.2024 - Im deutschen Fernsehprogramm muss man LGBTQ-Inhalte leider immer noch mit der Lupe suchen - aber einmal im Jahr zur Pride-Saison räumt die ARD einige Sendeplätze für seine QUEER-Filmreihe frei. Sie läuft im BR Fernsehen (noch bis zum 25. Juli), beim WDR (11. Juli - 29. August), beim RBB (18. Juli - 29. August) sowie beim Spartensender ONE (13. Juli - 10. August). Nach der Ausstrahlung sind alle Filme für 30 Tage kostenlos in der ARD-Mediathek erhältlich, was auch angesichts der Sendezeiten – meist nach 23 Uhr – ein guter Tipp ist.

Sechs der insgesamt 21 Spielfilme haben einen lesbischen Inhalt - hier stellen wir sie vor:

Schon jetzt in der ARD-Mediathek steht  Girls Girls Girls (2002). Die finnische Coming of Age-Story erzählt von zwei feierfreudigen Teenagerinnen und ihrer Suche nach Liebe, dem ersten (guten) Sex und dem Sinn des Lebens. Rönkko (Eleonoora Kauhanen) steht auf Jungs und Mimmi (Aamu Milonoff) auf die ehrgeizige Eiskunstläuferin Emma (Linea Leino), der es gelingt, Mimmis toughe Fassade zu durchdringen.

Am 11. Juli läuft im WDR (23 Uhr) die sexy Liebesgeschichte La belle Saison – Eine Sommerliebe (2015) der lesbischen Regisseurin Catherine Corsini: Im Paris der frühen 1970er Jahre verlieben sich die feministische Aktivistin Carole (Cécile de France) und Delphine (Izïa Higelin), die gerade erst der Enge ihres Dorfes und ihrer Familiedie entflohen ist, heiß und innig ineinander. Als Delphines Vater krank wird und sie auf den elterlichen Hof zurückkehren muss, folgt ihr Carole nach. Aber wie offen können sie in der Provinz ihre Liebe leben? Lest hier unsere Filmkritik.

Aus Australien kommt das märchenhaft erzählte Coming-of-Age-Drama Mein erster Sommer (2020). Nach dem Suizid ihrer Mutter hat sich die 16-jährige Claudia (Markella Kavenaghl, Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht) alleine in ihrem abgelegenen Haus verkrochen - bis die temperamentvolle Grace (Maiah Stewardson) plötzlich in ihrem Garten auftaucht und sie verzaubert. Doch das intime Glück zu zweit droht von außen zerstört zu werden… (BR, 18. Juli, 23:15 Uhr)

Ebenfalls am 18. Juli (23:35 Uhr) zeigt der RBB das britische Drama Blue Jean (2023). Packend und authentisch erzählt Georgia Oakley von einer lesbischen Sportlehrerin 1988 in England. Jean (Rosy McEwen) muss ein Doppelleben führen und ihre Lebensgefährtin Viv (Kerrie Heayes) verstecken, um ihren Job nicht zu gefährden. Denn das neue Gesetz „Clause 28“ verbietet die „Förderung von Homosexualität“ durch lokale Behörden, also auch Schulen (erst 2003 wurde es abgeschafft). Als die lesbische Schülerin Lois (Lucy Halliday) zum Mobbingopfer wird, gerät Jean in einen Konflikt: Soll sie ihr helfen und dabei riskieren, dass ihre Tarnung auffliegt? (Unsere Filmkritik)

Besties (2021) von Marion Desseigne Ravel (RBB, 1. Aug., 23:30 Uhr) ist eine Art Julia & Julia-Geschichte in einem trostlosen Vorort von Paris. Nedjma (Lina El Arabi), die am liebsten mit ihrer Mädchengang durch ihre Gegend zieht, verliebt sich in Zina (Esther Bernet-Rollande), die mit einem Mädchen aus einer rivalisierenden Gang verwandt ist. Der Film ist auch eine beeindruckende Sozialstudie über die migrantischen Jugendlichen in den so genannten Banlieues, die nach Halt suchen und Sicherheit in konservativen Werten finden (unsere Filmkritik).

Und schließlich zeigt der RBB (29. Aug, 23:30 Uhr) den schwedischen Klassiker Raus aus Åmål (1998). Die Außenseiterin Agnes (Rebecka Liljeberg) ist heimlich in Elin (Alexandra Dahlström), das beliebteste Mädchen der Schule, verliebt. Als Elin sie auf einer Party aus Spaß küsst, keimen bei Agnes die Hoffnungen. Aber es dauert, bis auch Elin sich ihre Gefühle eingesteht... So eine jugendliche Coming-out-Story war damals noch etwas ganz Besonderes und Fucking Åmål, wie der Film im Original heißt, wurde vielfach ausgezeichnet. Vor allem in Schweden und Norwegen war er auch ein kommerzieller Kinohit.

RBB/ Salzgeber Agnes (Rebecka Liljeberg, l.) und Elin (Alexandra Dahlström) in „Raus aus Åmål“

Alle weiteren Filme und Sendetermine der QUEER-Reihe stehen hier.

 

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