„That's Why The Lady Is a Champ“: Biopic über lesbische Boxerin
Sydney Sweeney spielt in „That's Why The Lady Is a Champ“ die erfolgreiche US-Boxerin Christy Martin, die während ihrer Karriere ihre lesbische Identität versteckte und sich aus der gewalttätigen Beziehung mit ihrem Trainer befreite. Ab 4. Sept. im Kino.
Tobis Film Sydney Sweeney als US-Box-Star Christy Salters MartinTriggerwarnung: körperliche Gewalt und Morddrohung
Von Luka Lara Steffen
1.9.2026 - Christy Salters (Sydney Sweeney) wächst Ende der 1960er-Jahre in einer konservativen Arbeiterfamilie in West Virginia, USA auf. Ihre Homosexualität muss sie zu Hause verstecken. Als sie an einem Amateur-Boxwettkampf teilnimmt und ihre Gegnerin direkt K.O. schlägt, teilt ihre rückwärtsgewandte Mutter (Merritt Wever) die Freude über ihr verborgenes Talent nicht. Boxen sei schließlich nichts für Frauen.
Dann wird der Boxtrainer James Martin (Ben Foster) auf Christy aufmerksam. Die junge Christy beginnt, mit dem 25 Jahre älteren Martin zu trainieren und gewinnt einen Kampf nach dem anderen. Doch schnell ändert sich die Beziehung zwischen Christy und James.
Der Boxtrainer droht, Christy zu outen
An dieser Stelle beginnt der Film, von einem klassischen Sportdrama in etwas sehr Düsteres abzugleiten. Der Boxtrainer möchte Christy nicht groß rausbringen, er will sie besitzen, kontrollieren und über sie verfügen. Er ist ein zutiefst narzisstischer Mann, der sich durch Christys sportliche Leistung profilieren will.
Als Christy sich mit ihrer Exfreundin (Jess Gabor) auf einen Kaffee trifft, spioniert James Martin ihr nach. Er droht Christy, dass sie alles verlieren werde, wenn die Welt von ihrer lesbischen Neigung erfährt. Zugleich macht der 47-Jährige der 22-Jährigen einen Heiratsantrag und Christy – enorm unter Druck – nimmt seinen Antrag an.
Der Trailer deutet leider nur zart an, dass der Film auch eine lesbische Emanzipationsgeschichte erzählt:
Von diesem Tag an lebt sie in einem Gefängnis. In langen und nahen Einstellungen zeigt der Film, wie Christys Welt immer kleiner wird. Als ihr Ehemann und Trainer hat James die komplette Kontrolle über ihr Leben und sie muss sich ihm restlos fügen. Verstößt sie gegen seine Regeln, wird sie bestraft.
Zunächst geschieht dies durch harte Schläge während des Trainings. Doch die körperliche Gewalt bleibt nicht im Ring. Im Lauf der Jahre wird Christy mehrmals brutal von James zusammengeschlagen. Immer wieder droht er, sie zu töten, sollte sie ihn verlassen.
Liebe zu ihrer ehemaligen Gegnerin
Besonders schwer mitanzusehen ist, wie Christy durch den jahrelangen Terror der häuslichen Gewalt selbst komplett verroht. In Wettkämpfen schlägt sie ihre Gegnerinnen brutal nieder und bezeichnet ihre offen lesbische Gegnerin Lisa Holewyne (Katy O’Brian, Love Lies Bleeding) als verrückte „dyke bitch“. Von Christy selbst bleibt nur eine leere Hülle, die mechanisch ihre Abläufe im Ring abspult.
Ihr Leben ändert sich erst, als Christy Lisa Jahre später wieder begegnet, denn Lisa setzt Christys Verrohung menschliche Wärme entgegen. Christy will schließlich den gewalttätigen Ehemann verlassen, doch dieser lässt sie nicht einfach so gehen.
Die echte Christy, auf deren Leben der Film basiert, war eine beeindruckende Kämpferin. Ihr Biopic kann dazu beitragen, ihren unermüdlichen Kampfgeist über den Boxsport hinaus bekannt zu machen.
Seit 2017 ist Christy im echten Leben mit ihrer ehemaligen Gegnerin Lisa Holewyne verheiratet. Dass ausgerechnet Sydney Sweeney, eine registrierte Republikanerin, eine lesbische Frau porträtieren muss, hinterlässt allerdings einen bitteren Beigeschmack.
That's Why The Lady Is a Champ, USA 2025, 135 Minuten, Regie: David Michôd, mit Sydney Sweeney, Ben Foster, Katy O’Brian - Kinostart: 3. Sept. 2026

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